Geocaching - mit GPS unterwegs.Foto: istock

Geocaching oder „Der Weg ist das Ziel“

Von 28. August 2010 Aktualisiert: 1. April 2019 13:50
Die Schatzsuche des 21. Jahrhunderts hat als Freizeitspaß die Welt erobert - Freizeitspaß mit Suchtfaktor

Nimm was heraus, tu was hinein – das ist das Motto der modernen Schatzsuche. Geocaching ist in den letzten zehn Jahren ein beliebter Freizeitspaß für Jung und Alt geworden. Der erste „Cache“ – Versteck, Schatz, Behälter, den es zu finden gilt – bestand damals in den USA aus einem Eimer, gefüllt mit Logbuch, CDs, einer Steinschleuder, etwas Geld und einer Dose Bohnen. Die GPS-Koordinaten mit der Aufforderung, ein Spiel zu wagen, veröffentlichte der Initiator Dave Ulmer im Internet – so fing es damals an.

Willkommen in der Gegenwart: Torsten Röhrig ist Informatiker und begeisterter Radfahrer. Für genau diesen Sport kaufte er sich vor nicht allzu langer Zeit ein GPS-Gerät. Auf den Hinweis, damit auch Geocaching machen zu können, winkte er ab: „Wenn ich spielen will, setze ich mich an meinen Computer.“ Kurze Zeit später unterhalten sich im Fitnessstudio zwei Clubmitglieder darüber. Jetzt wird er doch neugierig und hakt nach. So oder so ähnlich ist bei Millionen von Menschen weltweit der Funke fürs Geocaching übergesprungen und wer einmal damit begonnen hat …

Für diesen Freizeitspaß mit Suchtfaktor findet man auf der weltweit größten Datenbank für Cachebeschreibungen – www.geocaching.com die Koordinaten für Caches weltweit in diversen Schwierigkeitsgraden und Terrains. Ich kann es kaum fassen, dass an markanten Orten in meiner unmittelbaren Umgebung schon seit Jahren Caches versteckt liegen und ich als ahnungsloser „Muggle“ – so werden all die genannt, die von dem Spiel keine Ahnung haben – mich demzufolge schon oft auf dem Terrain eines weltumspannenden Spiels befand.

Versteckt wird vorzugsweise in freier Natur und in den von ihr geschaffenen Ritzen und Nischen an Bäumen, Mauern, Felsen und dergleichen. Aber auch öffentliche Gebäude in den Städten sind vor den Schatzjägern schon längst nicht mehr sicher.

Die Caches bestehen heute zum Großteil aus wasserdichten Behältern in verschiedenen Größen, also auch ein einfaches Filmdöschen unter einem Geröllhaufen kann schon ein Cache sein. Darin befinden sich Tauschgegenstände je nach Fantasie desjenigen, der versteckt. Hat man seinen Schatz gefunden, trägt man sich ins innen liegende Logbuch ein. Nimmt man etwas heraus, soll man auf jeden Fall etwas Gleichwertiges wieder hineinlegen. Anschließend „loggt“ man den Fund auch im Internet.

Das Schöne ist, beim Geocaching kommen Abenteurer aller Art auf ihre Kosten. Torsten Röhrig mag vor allem das Zusammenspiel von Natur, Bewegung und Technik. „Ich als Technograf und meine Frau als Naturliebhaberin haben im Geocaching unser gemeinsames Hobby gefunden“, freut er sich. Doch auch wenn er sich allein auf Achse begibt, unternimmt er keine Radtour mehr, ohne sich nicht vorher ein paar Koordinaten aus dem Internet zu ziehen und auf diese Weise seine Route abzustecken. Selbst im Urlaub oder auf Dienstreise – ein paar Caches unterwegs runden jede Reise ab und sorgen für Abwechslung und Spannung. „Auf diese Art und Weise komme ich an Orte, an die sonst kaum ein anderer kommt“, sagt er. „Gerade im Urlaub, wenn man fremde Gegenden erkunden will, wird man dadurch von den üblichen Touristenpfaden weggeführt und entdeckt dabei viele unbekannte aber interessante Stellen.“

Je nach Schwierigkeitsgrad können die Caches sich auch auf hohen Bergen oder unter Wasser befinden. In der Internetbeschreibung ist zu lesen, welches Gelände zu erwarten und wie viel Zeit einzuplanen ist. Wer echte Herausforderung sucht, wählt die etwas anspruchsvollere Klettertour eher als die gemütliche Wanderung, aber um den Spaß nicht zu verderben, sollte das Motto immer lauten: Der Weg ist das Ziel! Auf jeden Fall sollte man sich über das Terrain vorher gut informieren, vor allem, wenn man mit Kindern unterwegs ist.

Das Spiel unterliegt auch einer gewissen Kontrolle. Torsten Röhrig erzählt: „Die Caches auf www.geocaching.com werden vor dem Einstellen im Internet von einem Reviewer vor Ort geprüft. Das soll sicherstellen, dass nicht auf einem gefährlichen oder gar verbotenen Gelände versteckt wird.“ Auch Naturschutzgebiete sollten von einem verantwortungsvollen Cacher gemieden werden. „Erst wenn alle Regeln eingehalten sind, werden die Koordinaten im Internet freigegeben.“

Die Vielfalt ist groß. Neben dem traditionellen Cache, bei dem man einfach die Endkoordinaten erhält, gibt es auch den Multi-Cache. Hier erhält man die folgenden Koordinaten erst durch das Lösen von Aufgaben an verschieden Stationen. Beim Nacht-Cache bekommt man Hinweise durch leuchtende Gegenstände, beim Earth-Cache wird an historisch wertvollen Orten versteckt. Manche Caches beinhalten Geocoins, die von Cache zu Cache reisen oder TravelBugs, die oft einen speziellen Auftrag haben und nur in bestimmte Länder oder Regionen mitgenommen werden dürfen. Dabei ist die Phantasie der Cacher längst nicht erschöpft.

Alles in allem bietet Geocaching eine Menge Spaß und Spannung, die uns an Orte führt, die wir vorher nicht einmal erahnt haben. Ob Familienausflug oder Fitnesstour – eine tolle Idee, die Stubenhocker vor die Tür lockt und sogar Technikfreaks begeistern kann.

Weitere Informationen im Internet erhält man auch unter www.geocaching.de oder www.cachewiki.de

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