E-Auto ade – Berlins letzter Taxi-Tesla wechselt zum Jahreswechsel auf Verbrenner

Epoch Times3. Dezember 2019 Aktualisiert: 3. Dezember 2019 14:27
"Da bin ich sogar mit einem Diesel günstiger", begründet Berlins letzter Taxifahrer mit E-Auto seinen Entschluss. Seit drei Jahren fährt er elektrisch durch die Hauptstadt und ist von seinem Tesla begeistert. Doch ab dem neuen Jahr fährt er wieder mit einem Verbrenner.

Etwa 8.000 Taxis fahren tagtäglich durch Berlin – nur eins davon fährt elektrisch und das auch nur noch bis zum Jahresende. Ab dem neuen Jahr steigt Berlins letzter Taxifahrer mit einem E-Auto wieder auf einen Verbrenner um. Martin Doll ist seit über 30 Jahren Taxifahrer in der Hauptstadt, seit 2017 fährt er elektrisch, doch damit ist jetzt Schluss. Zwei Gründe haben wesentlich zu seiner Entscheidung beigetragen.

Etwa 300 bis 400 Kilometer weit kommt der gebürtige Schwabe mit seinem Tesla. Das reicht für zwei Tage Taxidienst, danach muss er sich eine Ladesäule suchen, fünf dieser Säulen liegen in fußläufiger Entfernung seiner Wohnung. Da kann die Suche nach einer Ladestation schon mal ein bis eineinhalb Stunden dauern, doch die Ladeplätze sind oft zugeparkt – meist von Verbrennern.

Findet er an keiner der fünf Stationen eine freie Lücke, ruft er die Polizei. „Dann wird abgeschleppt.“

10 Euro pro 100 Kilometer

Zahlte Martin Doll Anfang 2017 pauschal sechs Euro pro Ladung, sind es heute 39 Cent pro Kilowattstunde. Das klingt nicht viel, summiert sich aber unterm Strich auf eine Preissteigerung von 500 bis 600 Prozent. „Da bin ich mit einem Hybrid … oder sogar mit einem Diesel günstiger“, sagte Martin im Interview.

Möchte der Taxifahrer heute „volltanken“ zahlt er locker 32 bis 35 Euro. Zum Vergleich: Bei sechs Euro kosten Einhundert Kilometer etwa 50 Cent (6 €, 300 km) – unschlagbar günstig gegenüber dem Diesel mit etwa acht Euro (5 l/100 km, 1,30 €/l). Bei über 30 Euro Stromkosten pro Ladung steigt der Preis jedoch auf über 10 Euro pro 100 Kilometer.

Konkurrenz belebt das Geschäft – und verhindert das Laden

Und dann wäre noch die Konkurrenz. Nein, nicht die anderen Taxifahrer, sondern Car-Sharing-Angebote, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Allein VW hat innerhalb des S-Bahnrings 1.500 e-Golf positioniert, die natürlich auch geladen werden müssen.

Das Problem ist jedoch nicht das Laden an sich. Laut Martin Doll stehen die E-Autos der verschiedenen Anbieter meist noch Stunden nach dem Ladevorgang auf den Parkplätzen und blockieren die Ladesäulen. Weisen die Ladesäulenbetreiber die Stellplätze für „E-Autos während des Ladevorgangs“ aus, müssten dann auch die E-Autos abgeschleppt werden.

Für die Falschparker wird es dann umso teurer, denn E-Autos kann man nicht auf eigener Achse abschleppen, dabei kann die Elektronik Schaden nehmen. E-Autos müssen weggekrant werden. (ts)

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