Focus: Ladeinfrastruktur für 57 Millionen E-Autos „keine Herausforderung, sondern eine Illusion“

Epoch Times12. April 2019 Aktualisiert: 24. April 2019 9:46
Geht es nach einem Vorschlag der Grünen, sollen ab 2030 nur noch emissionsfreie PKW und LKW zugelassen werden. Wie das Handelsblatt berichtet, würde dies Bund und Länder jedoch mindestens 120 Milliarden Euro kosten - vorausgesetzt, es ist technisch möglich.

70 Prozent E-Autos im Jahr 2030, so lautet das Ziel von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Anton Hofreiter, Fraktionschef der Grünen, fordert ab 2030 sogar ein generelles Zulassungsverbot für Neuwagen mit Diesel- oder Benzinmotoren und will nur noch per Definition emissionsfreie Fahrzeuge zulassen.

Keine Verringerung der CO2-Emissionen seit 1990?

Trotz verbesserter Motoren- und Fahrzeugtechnik sind die CO2-Emissionen im Verkehrssektor seit 1990 nicht gesunken. Grund dafür ist jedoch weder die Vertuschung der wahren Emissionswerte noch die Fälschung der Messergebnisse, sondern schlicht die Zunahme der Fahrzeuge und Fahrten.

Während 1990 nur etwa 30 Millionen PKW zugelassen waren, fuhren 2015 schon 44 Millionen PKW. Bei etwa gleichbleibenden Gesamtemissionen des Verkehrssektors bedeutet dies eine Verringerung der Emissionen im Verkehrssektor um etwa 30 Prozent!

Durch die nahezu unveränderten Gesamtemission entsteht jedoch der Eindruck, dass der Verkehrssektor genauso dreckig wie vor 25 Jahren ist. Um dies langfristig zu ändern, sollen nun Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren von den Straßen verbannt werden. Demzufolge heißt die Zukunft der Mobilität E-Auto.

Öffentliche Ladeinfrastruktur für 57 Millionen E-Autos „eine Illusion“

Obwohl die Anzahl der Ladeplätze zuletzt auf 17.400 gestiegen ist, reicht diese Zahl für eine rein elektrische Zukunft des KFZ nicht aus. In Deutschland sind laut „Focus“ 57 Millionen Fahrzeuge unterwegs, von denen momentan nur etwa 83.000 elektrisch fahren. Das bedeutet knapp fünf E-Autos pro Ladeplatz.

Um für alle 57 Millionen Fahrzeuge Ladestationen in diesem Verhältnis zur Verfügung bereitzustellen, müssten jedoch noch etwa 12 Millionen Ladeplätze gebaut werden. Dies entspricht dem 690-fachen der aktuellen Ladeplätze oder einer Steigerung um 69.000 Prozent!

Weiter schreibt Focus: „Bei einer nüchternen Betrachtung der Situation [wird] schnell klar, dass eine öffentliche Ladeinfrastruktur für 57 Millionen PKW keine ‚Herausforderung‘ wäre, sondern eine Illusion.“

Neue Probleme und Herausforderungen

Das Handelsblatt zitiert dazu eine Expertenkommission der Bundesregierung zum Thema CO2-Emissionen im Verkehrssektor und schreibt, dass die Verkehrswende Bund und Länder bis 2030 mindestens 120 Milliarden Euro kosten wird.

Besonderes Augenmerk legen die Experten dabei auf sechs Themenfelder. So benennen sie Kosten für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in Höhe von 14,5 Milliarden Euro und den Bau von neuen Rad- und Fußwegen in Höhe von 18 Milliarden Euro. Der Aus- und Aufbau von Ladestationen für E-Autos und E-LKW soll etwa 25 Milliarden Euro kosten. Ende dieser Woche will die Kommission die endgültigen Ergebnisse vorlegen.

In dem Entwurf heißt es: „Insbesondere aufgrund der wachsenden Verkehrsleistung sind die CO2-Emissionen des Verkehrssektors trotz stetig verbesserter Fahrzeugeffizienz seit 1990 nicht zurückgegangen.“

Um die Vorgaben des Pariser Klimaabkommens dennoch zu erfüllen, die die Reduktion der Emissionen um 42 Prozent im Vergleich zu 1990 vorsehen, ist laut der vorläufigen Ergebnisse der Kommission auch eine „Bepreisung von CO2-Emissionen im Verkehrsbereich notwendig.“ Dies könnte dazu führen, dass die Preise für Benzin und Diesel bis 2023 um bis zu 85 Cent steigen, so das Handelsblatt. (ts)

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