Der Einzelhandel leidet während der Corona-Pandemie.Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa/dpa

„Der mittelständische Einzelhandel stirbt leise“

Epoch Times26. Dezember 2021 Aktualisiert: 26. Dezember 2021 7:40
Die Corona-Maßnahmen machen vor allem auch dem Einzelhandel zu schaffen und Experten sehen dem neuen Jahr mit gemischten Gefühlen entgegen.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) befürchtet, dass die Verbreitung der Omikron-Variante dem Einzelhandel in den deutschen Innenstädten noch einmal einen Schlag versetzen wird.

„Wenn die Inzidenzzahlen in die Höhe schnellen, werden wahrscheinlich wieder weniger Menschen in die Innenstädte kommen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) Stefan Genth der Deutschen Presse-Agentur. Auch viele Geimpfte und Genesene, die eigentlich shoppen gehen könnten, würde sich den Weg in die Fußgängerzonen dann wohl zwei Mal überlegen.

Genth warnte dennoch nachdrücklich vor einem neuen Lockdown im Einzelhandel: „Zu sagen, wir schließen jetzt mal die Läden und damit haben wir Omikron im Griff, das wäre absolut falsch.“ Die Hygienekonzepte des Handels und die Maskenpflicht beim Einkauf böten weiterhin sehr guten Schutz vor einer Ansteckung.

Genth verwies darauf, dass bei einer Trendumfrage des HDE rund 50 Prozent der befragten Nicht-Lebensmittelhändler angegeben hätten, dass sie ihre Existenz schon durch die Fortdauer der geltenden Zugangsbeschränkungen gefährdet sähen. Die Einführung von 2G habe im betroffenen Handel im Schnitt zu einem Rückgang der Besucherzahlen um über 40 Prozent und zu einem Drittel weniger Umsatz geführt.

Folgen für den Einzelhandel

Schon heute stünden immer mehr Läden leer. „Gerade der mittelständische Einzelhandel stirbt leise. Da wird keine Insolvenz angemeldet, sondern das Unternehmen wird einfach abgewickelt“, sagte Genth. „Jeder sieht, dass in seiner eigenen Stadt auf einmal Läden verschwinden. Die Lücken wieder zu schließen, wird schwer werden.“

Mit Blick auf die Tage nach Weihnachten zeigte sich der Branchenkenner aber gedämpft optimistisch. „Wir hoffen, dass die Menschen Gutscheine und Geldgeschenke in die Läden tragen und gehen schon davon aus, dass die Besucherzahlen in den Innenstädten ganz ordentlich sein werden. Aber vom Vorkrisenniveau etwa im Jahr 2019 wird das wohl weit entfernt sein.“

Mit gemischten Gefühlen sieht Genth auch auf das Jahr 2022. Niemand könne sagen, wie sich die Corona-Krise weiterentwickeln werde, sagte er. Da sei eine Prognose kaum möglich. „Aber die Leute wollen sich etwas gönnen. Und es ist oft auch genug Geld da. Deshalb glaube ich schon, dass der Einzelhandel 2022 eine gute Chance hat.“ (dpa/oz)



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