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Edwin Fischer.
Edwin Fischer.
Foto: Screenshot vom EMI Cover

Die Kraft des musikalischen Erlebens

Eine Hommage an den legendären Pianisten Edwin Fischer

von Roland R. Ropers / Gastautor, Donnerstag, 24. Januar 2013 14:31


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„Gleichwie nach stockfinsterer Nacht die
erste Lichtwelle des aufsteigenden Tages
uns von Angst und Alpdruck erlöst,
so hebt die Macht des Denkens unser Sein
in die höhere Sphäre geistiger Klarheit.
Der Sonne Licht gibt dem Chaos Umrisse,
Formen und Farben, sie lässt uns erkennen,
wo wir uns befinden und
welche Schönheiten uns umgeben.
Das große Unbewusste bekommt
erst durch den Strahl des Verstandes einen
höheren Sinn; er schafft Klarheit, Ordnung
und setzt eines gegen das andere. Der Geist
gibt uns die Möglichkeit, zu erkennen,
zu prüfen, zu wählen, zu gestalten,
und so muss es unsere Aufgabe sein,
diese Sonne des Geistes hell in unsere
seelische Landschaft scheinen zu lassen."

(Pianist Edwin Fischer, 1886-1960)

Das erst 1997 erschienene kleine Büchlein „Von den Aufgaben des Musikers“ aus der Feder des legendären Pianisten und großen Lehrers Edwin Fischer (Ogham Verlag, 65 Seiten) ist geradezu eine Offenbarung für jeden schöpferisch tätigen Menschen. Edwin Fischer war ein großer Verehrer Wilhelm Furtwänglers und erlitt 1954 unmittelbar nach dem Tod des berühmten deutschen Dirigenten einen Schlaganfall, der ihn fortan lähmte. Im Zusammenhang mit seinem bemerkenswerten Buch über „Beethovens Klaviersonaten“ verlieh ihm seine Heimatstadt Basel 1956 die Ehren-doktorwürde. Dieses Buch ist leider seit Jahrzehnten vergriffen. Niemand hat zuvor und danach in Worten den Geist der 32 Klaviersonaten so genial darzustellen verstanden.

Der Kosmos der Beethoven-Sonaten beschäftigt mich seit meinem 15. Lebens-jahr, als ich op. 13 c-moll „Pathétique“ zum ersten Mal intensiv studierte.

Edwin Fischer, der bei seinen Konzerten so enorm viele Fehler machte, die heute jedem angehenden Studenten ein Fortkommen schlichtweg unmöglich machen würden, war ein genialer Musiker, der Klänge aus dem Herzen auf sein Publikum übertrug und damit die spektakuläre technische Vollkom-menheit immer wieder ad absurdum führte.

Sein 1956 in Berlin gehaltener Vortrag über „Wunderkinder“ scheint mir lesens- und nachdenkenswert:

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Edwin Fischer über Wunderkinder

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