Reporter und Autor Mark Bourrie verließ den sicheren Job bei der Xinhua Nachrichtenagentur.
Reporter und Autor Mark Bourrie verließ den sicheren Job bei der Xinhua Nachrichtenagentur.
Foto: M. Bourrie

Schlusspunkt gesetzt

Kanadischer Journalist von China als Spion benutzt

von Matthew Little / The Epoch Times, Donnerstag, 30. August 2012 23:32

Ein früherer Mitarbeiter von Xinhua sagt, sein Gewissen habe ihn gezwungen zu kündigen

TORONTO – Der Journalist und Autor Mark Bourrie, der lange Jahre vom Parliament Hill, dem kanadischen Parlament, aus berichtet hat, schmiss einen festen Arbeitsplatz als Journalist bei der Xinhua News Agency hin. Ihm wurde schmerzlich bewusst, dass er als Spion benutzt wurde.

Jetzt gab er mit einem Artikel vom 23. August im Ottawa Magazine einen Einblick in die schmutzige Welt des staatlichen Journalismus in China. Er beschreibt darin Details über seine Zeit bei Chinas staatlich geführter Nachrichtenagentur.

„Ich wusste, wenn ich für Xinhua arbeite, wird eine Zeit kommen, in der sie wirklich versuchen würden mich zu kompromittieren. Es wurde mit der Zeit ziemlich offensichtlich“ sagte er der Epoch Times.

Bourrie nahm den Job an, nachdem er mit der CSIS (Canadian Security Intelligence Service, dem kanadischen Sicherheits- und Geheimdienst) Kontakt aufgenommen hatte, um herauszufinden, ob er sich Sorgen darüber machen müsste, als Spion benutzt zu werden. Der CSIS meldete sich jedoch nicht mehr bei ihm.

Bourrie hatte die meiste Zeit mit ordentlicher Berichterstattung zu tun, bei einigen Aufträge handelte es sich jedoch eindeutig um Geheimdienstarbeit, die mit dem alleinigen Ziel durchgeführt wurde, den Geheimdienst der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) über die Regimekritiker in Kanada auf dem Laufenden zu halten.

Als sich diese fragwürdigen Aufträge häuften, fühlte sich Bourrie in seiner journalistischen Integrität kompromittiert.

„Es gibt Zeiten im Leben, in denen du einen Schlussstrich ziehen und sagen musst: ‚Das ist falsch‘. Das zu tun – und tatsächlich zu wissen, dass ich es tun könnte und keine Entschuldigungen suchte, um weiterzumachen – war erlösend“ sagte er.

„Es fühlt sich gut an, von ihnen wegzukommen, zu wissen, dass ich nie mehr mit diesen Leuten geschäftlich zu tun haben werde.“

Er kam mit bemerkenswerten Qualifikationen zu diesem Job. Bourrie ist Autor verschiedener Bücher, einschließlich des Bestsellers „The Fog of War“, der während seiner Zeit mit Xinhua erschien. Seine Arbeit wurde in einigen von Kanadas respektiertesten Medien veröffentlicht, wurde mehrfach ausgezeichnet und ist Bestandteil der Vorlesungen an der Carleton University in Ottawa

Die chinesische Botschaft betrachtete ihn sicherlich als Angelhaken. Bourrie ist langjähriges Mitglied der Parliament Hill Press Gallery mit einem Sitz im „Hotroom“, der sich innerhalb des Parlaments befindet und für Journalisten reserviert ist. Durch ihn erhielt Xinhua in Kanadas Machtzentrum eine körperliche Präsenz. Die Agentur hielt bei seiner Einführung eine große Einweihungszeremonie ab, um das Ereignis zu feiern. Journalisten schmunzelten, als sie sich dieses eigenartige Ereignis in Erinnerung riefen, das in Bourries Reihe der Arbeitskabinen stattfand, in der sich sein Schreibtisch befand.

Er arbeitete etwa zwei Jahre für Xinhua. Bourrie kündigte, nachdem er im letzten April beauftragt worden war, eine Mitschrift einer Pressekonferenz des Dalai Lama mit Journalisten in Ottawa anzufertigen. Er wurde ebenfalls beauftragt herauszufinden, was der spirituelle Führer bei einem privaten Treffen mit Premierminister Stephen Harper besprochen hatte.

Nachdem er beobachtet hatte, wie frühere Berichte über die Aktivitäten chinesischer Dissidenten im Äther verschwunden waren, nachdem er sie archiviert hatte, wusste Bourrie, dass das wahrscheinlich wieder passieren würde. Er fragte den Chef seines Büros bei Xinhua, was mit seiner Arbeit passieren würde. Dieser sagte zu ihm, sie würde nach Peking geschickt und sei nicht für die Veröffentlichung bestimmt.

Das war der Schlussstrich für Bourrie. Er gab seinen Abschied und warnte die Parliament Hill Press Gallery, dass Xinhua in Spionage verwickelt sei, indem die Agentur ihren besonderen Zugang zum Parlament durch akkreditierte Journalisten und zu inoffiziellen Informationen benutzt, um für das chinesische Regime Informationen zu sammeln.

Berichte über Aktivitäten von Dissidenten

Bourrie ist besonders besorgt darüber, wie die zusammengetragenen Informationen über chinesische Dissidenten wie tibetische Aktivisten und Falun Gong-Anhänger benutzt werden.

„Wenn sie zum Beispiel auf eine zweitägige Konferenz über Tibet gehen und alles filmen und alles mitschreiben, was nicht für eine besondere Veröffentlichung vorgesehen ist – das geht an den chinesischen Geheimdienst“, sagte er.

Zhang, der momentan Harper auf einer Reise in die Arktis begleitet, hat Bourries Bericht geleugnet. Niemand aus dem Büro von Xinhua in Ottawa antwortete auf die Anrufe von der Epoch Times.

Auf dem Parliament Hill ist es normal geworden, dass man alle freien Angestellten und Mitarbeiter von Xinhua, nämlich ein Fotograf, Journalisten und Videofilmer bei Ereignissen wie Protesten von Tibetern oder bei Mittagsrunden über Gefahren, die vom chinesischen Regime ausgehen, auftauchen sieht.

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