Rudolf Buchbinder spielte Beethoven in Berlin.
Rudolf Buchbinder spielte Beethoven in Berlin.
Foto: Marco Borggreve

Beethovens Klaviersonaten Teil 3

Rudolf Buchbinder gut gelaunt mit Beethoven-Sonaten in Berlin

von Rosemarie Frühauf, Donnerstag, 21. Februar 2013 16:11

 

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War beim Teil 2 des Beethoven-Zyklus noch ein halbleerer Kammermusiksaal in Berlin zu beklagen, so hat sich offensichtlich langsam herumgesprochen, dass es mit Buchbinder den besten Beethoven-Pianisten der Welt zu verpassen gibt. Im gestrigen dritten Teil von Rudolf Buchbinders Beethoven-Zyklus waren die Reihen in der Berliner Philharmonie schon deutlich gefüllter. Auf einmal bevölkerten nicht mehr nur Klavierkenner älteren Semesters den Saal – auch so einige junge Musiker hatten den Weg dorthin gefunden, was die Stimmung aufhellte und eine Atmosphäre von gespannter Offenheit und Interesse schuf.

Und auch der Altmeister am Klavier war diesmal besonders spielfreudig aufgelegt, weshalb es ein Abend der musikalischen Überraschungen wurde. Die Programmauswahl begünstigte dies, denn es gab hier allerlei Codas, Trugschlüsse und Attacca-Satzübergänge, die unter Buchbinders Händen ungeahnte Wendungen unternehmen durften und das Publikum in Atem hielten. Und so einige Male merkte man auch, wie er sich selbst das Mitsingen verkneifen musste.

Auf dem Programm standen diesmal die ziemlich frühen Sonaten, Nr. 3 C-Dur (op. 2/3), Nr. 19 g-moll (op.49/1), und Nr. 7 D-Dur (op. 10/3). Dazu die programmatische Nr. 26 Es-Dur (op. 81a) „Les Adieux” („Der Abschied“) und die späte Sonate Nr. 28 A-Dur (op.101). Und obwohl der zeitliche und stilistische Bogen weit gespannt war, schilderte Buchbinder sie alle in seinem glasklaren und unbestechlichen Stil, der Emotionen sublimiert und zu höchsten Nuancierungen fähig ist. Wie nüchtern und gleichzeitig unentrinnbar er Melancholie interpretieren kann, wurde besonders eindrucksvoll im „Largo e mesto“-Satz der Sonate Nr. 7 oder dem Andante espressivo der Abschieds-Sonate, der Verlassenheit und Einsamkeit darstellt. Im Vivacissimamente des „Wiedersehens“ entfachte er jedoch nicht nur lauten Freudentaumel, sondern machte diesen als seelenvollen Moment des Innehaltens spürbar.

Lesen Sie weiter auf Seite 2 über Buchbinders Gesanglichkeit

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