Zhang Dejiang, Ständiges Mitglied des Politbüros der KPCh, wurde als Vertreter von Kim Jong-il in China bezeichnet.
Zhang Dejiang, Ständiges Mitglied des Politbüros der KPCh, wurde als Vertreter von Kim Jong-il in China bezeichnet.
Foto: Getty Images

Mitglied des Politbüros

Zhang Dejiang: Wirtschaftskompetenz made in Nordkorea

von Ying Hartmüller, Donnerstag, 29. November 2012 06:55

 

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In China ist Grün die Farbe für sinkende Kurse und Rot die Farbe für steigende Kurse. Möglicherweise hatte die Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) ideologische Gründe, warum sie die Farbe Rot für steigende Kurse gewählt hat. Als am 15. November 2012 auf dem 18. Parteitag der KPCh die neuen Ständigen Mitglieder des Politbüros vorgestellt wurden, wechselte der Aktienmarkt von Rot auf Grün. Einer der Gründe könnte sein, dass ausgerechnet Zhang Dejiang, der sein Wissen über Wirtschaft in Nordkorea erworben hat, Ständiges Mitglied wurde und möglicherweise eine große Rolle bei der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung von China spielen soll.

Zhang Dejiang, geboren im November 1946, war Sohn eines Generalmajors der KPCh. Während der Kulturrevolution wurde er in die Provinz Jilin geschickt, um auf dem Land zu arbeiten. Im Jahr 1972 begann er an der Yanbian Universität Koreanisch zu studieren. Im Jahr 1978 fing er an, Wirtschaft an der Kim-Il-sung-Universität in Nordkorea zu studieren. Zwei Jahren später kehrte er nach China zurück und arbeitete als Stellvertretender Direktor der Yanbian Universität.

Seine politische Karriere begann im Jahr 1983, nachdem er die Anerkennung eines Vertrauten des ehemaligen Staatspräsidenten Jiang Zemin gewonnen hatte. Danach arbeitete er unter anderem als Parteichef der Provinz Jilin, der Provinz Zhejiang und der Provinz Guangdong. Im Jahr 2008 wurde er Vizepräsident von China. Als Vizepräsident hatte er jedoch kein spezifisches Aufgabengebiet, vielmehr war er zuständig für das Katastrophenmanagement. Er spielte also die Rolle eines „hochrangigen Feuerwehrmanns".

Obwohl Zhang seinen Aufstieg eher dem ehemaligen Staatspräsidenten Jiang Zemin zu verdanken hat und er deshalb zu den Linken zählt, hat er dem scheidenden Staatspräsidenten Hu Jintao, also einem Reformer, die Treue erklärt, nachdem der Skandal um den entmachteten Spitzenpolitiker Bo Xilai ans Licht gekommen war. Er beeilte sich, das „Chongqing Modell", das sein linker Kollege Bo Xilai propagiert hatte, abzulehnen. Daher hat er sowohl den Ruf als „extremer Linker" als auch einer „Fahne im Wind".

Nach Berichten der chinesischsprachigen Epoch Times, Dajiyuan, sei Zhang aufgrund seiner guten Beziehungen nach Nordkorea von vielen Chinesen als Vertreter von Kim Jong-il in China bezeichnet worden. Als Zhang Nordkorea im Juni 2011 besuchte, sei vom Kim und seinem dritten Sohn Kim Jong-un, dem derzeitigen Staatschef, sehr herzlich empfangen worden, eine sehr unübliche Ehre. Gerüchten zufolge erhoffe sich Nordkorea durch ihn unter den Ständigen Mitgliedern einige Vorteile.

Zhang hat eine wichtige Rolle bei der massiven Menschenrechtsverletzung der Verfolgung von friedlichen Falun Gong-Praktizierenden gespielt. Nach Berichten von Dajiyuan wurde Zhang Dejiang im Jahr 2005 in Australien wegen Folter angezeigt.

 



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