Warum Chinas Vogelgrippe-Fälle womöglich viel mehr sind

Der in China entdeckte H7N9 Vogelgrippevirus hat die Weltgesundheitsbehöre in Alarmbereitschaft versetzt und gilt als einer der tödlichsten Vogelgrippeviren. Doch eigentlich gibt es zu wenig Beweise für eine solche Behauptung. …

Der in China entdeckte H7N9 Vogelgrippevirus hat die Weltgesundheitsbehöre in Alarmbereitschaft versetzt und gilt als einer der tödlichsten Vogelgrippeviren. Doch eigentlich gibt es zu wenig Beweise für eine solche Behauptung.


[Laurie Garrett, Sr. Fellow on Global Health, Council on Foreign Relations]:
„Wir kennen den Nenner nicht. Der wurde noch nicht festgestellt. Und bis wir wissen, was der ist, gibt es keinen begründeten Weg, zu sagen, wie gefährlich der Virus ist oder nicht.“

Laut Chinas Staatsmedien sind mit Stand 30. April von 126 Fällen 24 Menschen an dem H7N9 Virus gestorben. Experten aber halten es für immer wahrscheinlicher, dass die wirkliche Zahl viel höher sein könnte. Laut Laurie Garrett gibt es dafür mehrere Gründe.Ein Grund ist, dass mögliche Patienten nicht ins Krankenhaus gehen, weil sie sich die Behandlung nicht leisten können.

[Laurie Garrett, Sr. Fellow on Global Health, Council on Foreign Relations]:
„Die chinesische Regierung hat versucht, die Menschen zu beruhigen und gesagt, die Zentralregierung werde 75% der Gesundheitskosten decken. Aber 25% einer intensiven Behandlung über drei Wochen ist eine Menge Geld.“

Andere fürchten in Quarantäne gesteckt zu werden – so wie bei der SARS Epidemie 2003.

[Laurie Garrett, Sr. Fellow on Global Health, Council on Foreign Relations]:
„Und sie denken daran, dass wenn bei ihnen Symptome festgestellt werden, sie für zwei oder drei Wochen weg sind. Wie sollte ihre Familie wissen, wo sie sind, wie bestreiten sie ihren Lebensunterhalt, wer bezahlt die Miete, wenn niemand arbeitet.“

Garrett fügte hinzu, dass lokale Beamte ebenfalls zögern, Fälle zu melden, weil das zu Panik führen könnte. Einige Fälle, die bisher gemeldet wurden, seien nur aufgrund von Social Media wie Weibo bekannt.

[Laurie Garrett, Sr. Fellow on Global Health, Council on Foreign Relations]: „Natürlich gab es viele Debatten über die Berichte und ich denke nicht, dass es irgendeinen Zweifel gibt, dass bestimme Berichte erst herauskamen, weil sie zuerst an Weibo gingen. Und das löste eine Art Druck aus, sodass egal von welcher Provinz man spricht, normalerweise innerhalb von 24 Stunden nach einem Gerücht auf Weibo die lokalen Gesundheitsbehörden hervortreten und sagen ‚Oh du hast recht, wir haben diesen Fall, diese drei Fälle, oder was man dann hat.“Chinas Gesundheitsbehörden berichteten am 31. März erstmals von drei H7N9-Infektionen in Shanghai. Das war drei Wochen nach dem ersten Virus-Fall. NTD News, New York.