Gauland: Die AfD braucht populistische Inhalte – „da ist das Gesicht sekundär“

AfD-Parteichef Alexander Gauland sagt die AfD brauche populistische Inhalte, "da ist das Gesicht sekundär." Und: Alle, die sich für unersetzlich gehalten hätten, seien eines Besseren belehrt worden.

AfD-Parteichef Alexander Gauland meint, die Partei brauche einen gewissen Populismus.

Gauland sagte der Deutschen Presse-Agentur auf die Frage, wie bedeutend seine Rolle in der Partei sei: „Die AfD braucht diese populistischen Inhalte, da ist das Gesicht sekundär.“

„Dem Begriff Populismus (von lateinisch populus ‚Volk‘) werden von den Sozialwissenschaften mehrere Phänomene zugeordnet. Einerseits handelt es sich um ein unspezifisches Schlagwort, teils auch um einen spezifischen Politikstil, eine Form der politischen Rhetorik bzw. Strategie zum Machterwerb; andererseits wird Populismus in der Forschung auch als Teil verschiedener Ideologien eingestuft.[1] In der politischen Debatte ist Populismus oder populistisch ein häufiger Vorwurf, den sich Vertreter unterschiedlicher Richtungen gegenseitig machen, wenn sie die Aussagen der Gegenrichtung für populär, aber nachteilig halten. Man spricht dann auch von einem politischen Schlagwort bzw. „Kampfbegriff“.“ (Wikipedia

Alle, die sich für unersetzlich gehalten hätten, seien eines Besseren belehrt worden. So sei es den früheren Parteivorsitzenden Bernd Lucke und Frauke Petry ergangen, und „auch für mich gilt das“. Das sei auch gut so.

„Denn in meinem Alter ist die Verweilzeit in der Politik auch keine Frage von Jahrzehnten mehr“, sagte der 76-jährige AfD-Chef, der zusammen mit Alice Weidel auch die Bundestagsfraktion leitet.

Der ehemalige Partei-Vize war Anfang Dezember auf einem Parteitag im dritten Wahlgang zum Co-Vorsitzenden neben Jörg Meuthen gewählt worden. In den ersten zwei Wahlgängen hatte es einen Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem als gemäßigt geltenden Georg Pazderski und der vom rechtsnationalen Flügel unterstützten Doris von Sayn-Wittgenstein gegeben.

Gauland erklärte nun rückblickend, die Überraschungskandidatin habe „eine Rede gehalten, mit der sie die Seele der Partei berührt hat“.

Er habe sich erst entschlossen zu kandidieren, als deutlich geworden sei, „dass es in der Partei eine Gruppe gibt, die mit dieser Frau an der Parteispitze nicht glücklich gewesen wäre“.

Er sagte: „Mir war klar, dass jetzt einer eingreifen muss, damit die Partei nicht in zwei Lager zerfällt.“

Die Kandidatin aus Schleswig-Holstein hatte in ihrer Rede unter anderem erklärt: „Die Deutschen sind in ihrer Geschichte immer stark gewesen, wenn sie einig waren.“ (dpa)