Kinderhilfswerk kritisiert unbedachten Umgang mit Kinderfotos im Internet

"Es besteht die Gefahr, dass damit auf vielfältige Weise Missbrauch betrieben wird", meint der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger.

Eltern sollten keine Fotos ihrer Kinder unbedacht in sozialen Netzwerken veröffentlichen, fordert der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger.

„Es besteht die Gefahr, dass damit auf vielfältige Weise Missbrauch betrieben wird. Jede Information, die ins Netz gestellt wird, ist eine Einladung an andere, damit etwas anzufangen: darüber zu reden, zu diskutieren, zu lästern“, sagte Krüger der „Welt“ (Donnerstag). „Die Konsequenzen des Postens in den sozialen Medien haben dann meistens die Kinder zu tragen.“

Auch Kinder hätten Persönlichkeitsrechte. „Die gilt es zu wahren. Dazu gehört, die Kinder einzubeziehen“, so Krüger. Er monierte, dass viele Mütter und Väter dies aber nichts täten: „Etwa zwei Drittel der Eltern sagen, dass sie ihre Kinder entweder gar nicht beteiligen oder erst im Nachhinein informieren, wenn sie etwas ins Netz gestellt haben. Das ist ein Verstoß gegen die UN-Kinderrechte.“

Das Kinderhilfswerk startet am Donnerstag die Facebook-Kampagne „Liebe Mama, lieber Papa, denkt nach, bevor ihr postet“ gegen ein solches unüberlegtes Veröffentlichen von Kinderbildern. Eltern sollten auf jeden Fall reflektieren, „dass Bilder missbräuchlich genutzt werden können“, forderte Krüger.

„Nicht nur von Pädophilen. Es können schon Bilder sein, die Eltern einfach amüsant finden – andere Nutzer aber treiben dann Unfug damit. Es müssen sich einfach alle Beteiligten gut fühlen mit der Veröffentlichung.“ (dts)

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