Geht es wirklich um Integration? 18-jähriges integriertes Mädchen aus Familie gerissen, während Zigtausende „Unwillige“ neu kommen

Monatlich strömen immer noch rund 17.000 integrationsschwierige muslimische Migranten aus dem arabischen Raum über die offiziell geschlossene Balkanroute nach Deutschland, größtenteils auf kriminellen Wegen. Ebenso befinden sich Tausende perspektivlose und oftmals kriminelle Nordafrikaner im Land, die kaum abzuschieben sind. Doch da, wo sich Justiz und Exekutive mit Zurückhaltung bewegen, wird auf der anderen Seite die harte Tour des Gesetzes gefahren. In einem Fall in Ludwigslust in Meck-Pomm, wurde eine 18 Jahre alt gewordene, in Deutschland geborene junge armenische Christin durch die Behörden von ihrer Familie fortgerissen und in die Fremde geschickt. Ihre Mitschüler und Freunde sind geschockt.

Wer von den normal denkenden Menschen versteht schon die hohe Kunst der Integration – oder geht es am Ende gar nicht darum? Es ist schwer nachzuvollziehen, warum Menschen, die sich in Deutschland tatsächlich integriert haben abgelehnt und ausgewiesen werden, während zahlreiche mutmaßlich Integrationsunwillige, Land und Leute ablehnende Personen in Parallelgesellschaften hier leben dürfen und warum dieser Trend mit monatlich vielen Tausenden neuer mutmaßlich Unwilliger angereichert wird?

Wird nicht gerade hier schlimmster Rassismus betrieben, weil Menschen nach Nationalitäten ausgewählt werden, wer bleiben darf, wer nicht, statt nach ihrem Willen und Bemühen, sich in die Gesellschaft zum Vorteil aller einzugliedern, im „Deutschland-Team“ mitzumachen?

Die Balkanroute, ein stetiges Rinnsal

In Deutschland trafen in den vergangenen Monaten jeweils zwischen 16.000 und 18.000 Asylbewerber ein, die meisten von ihnen Syrer, Afghanen und Iraker. Rund 90 Prozent von ihnen gehen den Weg über Schleuser, die vermehrt durch die organisierte Kriminalität gelenkt werden, so Europol.

„Die westliche Balkanroute ist nicht geschlossen – auch wenn die Grenzen viel besser geschützt sind als vor einem Jahr.“

(Robert Crepinko, Leiter des Anti-Schmuggler-Zentrums von Europol)

Doch wie können diese ganzen Menschen integriert werden? Andersherum, können sie überhaupt integriert werden? Österreich hat prinzipiell das gleiche Problem wie Deutschland und die gleichen Zuwanderer. Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sprach dieser Tage über Integration:

18-jähriges Mädchen aus Familie gerissen

Zur gleichen Zeit in Ludwigslust: Eine junge Frau aus Ludwigslust, geboren in Deutschland, lebt hier mit ihrer Familie. Die 18-Jährige, Ophelia ihr Name, war gerade dabei, ihre Mittlere Reife an der Kreisvolkshochschule zu machen. „Sie möchte Hotelfachfrau werden“, so Lukas Rosenzweig, ein ehemaliger Klassenkamerad des Mädchens zur „Schweriner Volkszeitung“.

Doch das alles ist Vergangenheit. Vergangene Woche kamen sie, um die 18-Jährige zu holen, Mitarbeiter der Ausländerbehörde und in Begleitung der Polizei. Sie durfte sich nicht einmal von ihrer Familie richtig verabschieden. Die Mutter und die beiden jüngeren Geschwister verblieben in Deutschland. Nun lebt Ophelia in Armenien, bei den Eltern ihres Stiefvaters, in einem ihr fremden Land, dessen Sprache sie nicht spricht.

Ophelia ist ein liebes und aufgeschlossenes Mädchen, sie war in unseren Klassenverband voll integriert. Wenn jemand in Deutschland integriert ist, die Sprache fast wie ein Muttersprachler spricht und eine berufliche Perspektive hat – wie kann man ihn dann allein in ein fremdes Land schicken?“

(Lukas Rosenzweig, Klassenkamerad)

Man kennt sich in der Kleinstadt. „Ophelia gehört zu Ludwigslust, hat hier viele Freunde und sich in die Gegebenheiten sehr gut eingefügt“, so der Edeka-Leiter aus der Klenower Straße, bei dem die 18-Jährige bis vor einem halben Jahr jobbte. Sie habe die Kundschaft bedient und „war sich für keine Arbeit zu schade“, so der Geschäftsführer, der Deutschland nicht mehr versteht und sich bereits an Bürgermeister und Landrat gewandt hat:

Die, die sich hier einbringen wollen, schiebt man ab. Und die anderen… Wir reden von Integration und Fachkräftemangel. Da kann ich so eine Entscheidung nicht nachvollziehen.“

(Stephan Ueltzen, Edeka-Ladenbetreiber)

Behördenlogik ohne Herz und Verstand

Geboren wurde Ophelia in Hagenow, 40 Kilometer von ihrem letzten deutschen Wohnsitz entfernt. Fünf Jahre später wird die Familie abgeschoben, lebt bis 2013 in Russland, bevor sie wieder nach Deutschland kommt. Auch diesmal wird der Asylantrag vom BAMF abgelehnt. Eine Klage bleibt erfolglos.

Dass sie in Deutschland geboren wurde, findet bei uns – anders als in Amerika – ausländerrechtlich keine Berücksichtigung. Mit dem 18. Geburtstag waren die Voraussetzungen für die Vollziehung der Rückführung erfüllt.“

(Christopher Pöschke, Leiter der Ausländerbehörde des Landkreises)

Das Mädchen erhält die schriftliche Aufforderung, das Land zu verlassen, innerhalb von vier Wochen. Allein. Die Mutter, die jüngere Schwester und der kleine Bruder dürfen in Deutschland bleiben, mit Duldung. Auch sie seien grundsätzlich ausreisepflichtig, es lägen derzeit aber noch nicht alle Vorraussetzungen für eine Rückführung nach Armenien vor, so Pöschke.

Abschiebungsdrama: 18-Jährige wollte sich in Tiefe stürzen

Weil das Mädchen trotzdem bei ihrer Familie blieb, rückten am Dienstag vergangener Woche die Mitarbeiter der Ausländerbehörde an, in Begleitung der Polizei, unangekündigt, wie es der Gesetzgeber vorsieht.

Die 18-Jährige ist verzweifelt, als die Männer kommen, die sie von ihrer Familie, ihrer Mutter, den Geschwistern wegholen wollen. Sie hastet zum Balkon, will sich hinunterstürzen, aus dem fünften Stock, was ihre Mutter verhindert. In ihrer Verzweiflung greift die Mutter zu ihren Medikamenten, schluckt einige Pillen, wahllos dosiert. In der Panik zerbricht eine Flasche, sie verletzt sich an der Hand, das Mädchen durch die Scherben an den Füßen. Im Polizeibericht steht, dass die Mutter die Polizisten habe angreifen wollen …

[Ophelias dramatischer Bericht der Abholung – im Gegensatz dazu: der offizielle Polizeibericht]

Politiker mit Herz fragen nach

Eine Anfrage der „SVZ“ beim Innenministerium wird abgewiegelt: „Wir sind nicht zuständig, sondern die Ausländerbehörde“, so Ministeriumssprecherin Marion Schlender. Und die Staatskanzlei? Fehlanzeige, auch nicht zuständig. „Kein Kommentar vom Ministerpräsidenten. Nicht Sache des Landes“, hieß es.

Ein Politiker mit Herz will nun prüfen, ob im Fall Ophelia alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft wurden. Er sagte dazu:

Ich kann diesen Vorfall nicht nachvollziehen. Als Vater schmerzt es mich sehr, dass ein Kind aus seiner Familie herausgerissen wurde.“

(Dirk Friedriszik, Landtagsabgeordneter, SPD)

Auch Jacqueline Bernhard, eine Landtagsabgeordnete der Linken will eine Anfrage beim Schweriner Innenministerium machen. Auch sie ist erschüttert: „Ophelia ist hier geboren, war voll integriert. Sowohl rechtlich als auch menschlich wirft dieser Fall viele Fragen auf.“

Derzeit lebt das Mädchen bei den Eltern ihres Stiefvaters in Armenien.

Deutschland – Oase für  nordafrikanische Kriminelle

Abdel Mottaleb El-Husseini, ein Politikwissenschaftler aus dem Libanon und Spezialist für nordafrikanische und arabische Gesellschaften sagte im Zusammenhang mit den „Grapschern“ von der Kölner Domplatte an Silvester 2015/2016:

Die haben schon in ihren Heimatländern eine Randgruppe gebildet.“

(Abdel Mottaleb El-Husseini, Politikwissenschaftler)

Dem kann der Securitymann Farid O. (25) nur beipflichten. Farid O. arbeitet als Sicherheitsmann in Flüchtlingsheimen in Köln, wegen seiner Sprachkenntnisse in arabischen Dialekten und Französich und weil er sehr gut deutsch spricht. Er ist seit zwei Jahren in Deutschland, kennt das Problem mit den kriminellen Nordafrikanern und ist wütend auf sie, weil sie sein Land in den Schmutz ziehen, wie „Focus“ berichtete:

Man hat Heerscharen von jungen Männern, die in allen drei Ländern stets am Rande des Existenzminimums leben. […] Sie suchen ihr Heil in Deutschland. […] Viele, die aus den nordafrikanischen Ländern hier sind, wissen genau: Sie haben keine Chance auf Asyl. Sie sind in Deutschland, weil sie in kriminelle Machenschaften verstrickt sind.“

(Farid O., Security)

Doch nach Nordafrika gibt es kaum Abschiebungen. Von Januar bis November 2016 wurden 8.363 Asylanträge aus den Maghreb-Staaten abgelehnt. Nur 368 von ihnen wurden abgeschoben, eine Quote von 4,4 Prozent.

Viele kommen mit dem Flüchtlingsstrom, manche als falsche Syrer, ohne Pässe und versuchen ihr Glück. Und Abschiebung? „Wenn sie mich abschieben, bin ich nächste Woche wieder hier“, sagte Taoufik M., der König der Taschendiebe von Düsseldorf und Silvester-Sexgangster laut „Spiegel“.

Und hier stellt sich wieder die eingangs erwähnte Frage: Wer von den normal denkenden Menschen versteht schon die hohe Kunst der Integration – oder geht es am Ende gar nicht darum?

Siehe auch:

Dramatische Abschiebung: Armenische Christin (18) von Mutter und Geschwistern fortgerissen – Polizeibrutalität vertuscht?