Viele Eltern in Deutschland beginnen zu spät mit dem Vorlesen

Viele Eltern in Deutschland beginnen zu spät mit dem Vorlesen. 55 Prozent aller Eltern lesen ihren Kindern in den ersten zwölf Monaten nicht regelmäßig vor, wie aus der Vorlesestudie 2017 hervorgeht.

Viele Eltern in Deutschland beginnen zu spät mit dem Vorlesen. 55 Prozent aller Mütter und Väter lesen ihren Kindern in den ersten zwölf Monaten nicht regelmäßig vor, wie aus der am Dienstag in Berlin vorgestellten neuen jährlichen Vorlesestudie der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der Deutsche-Bahn-Stiftung hervorgeht.

Demnach sollte das Vorlesen wissenschaftlichen Studien zufolge aber bereits im ersten Lebensjahr „zu einem festen Bestandteil des Tagesablaufs werden“. Die Stiftung Lesen empfahl Eltern, „so früh wie möglich“ mit dem Präsentieren von Büchern zu beginnen.

Nach den Ergebnissen der repräsentativen Untersuchung wird in 28 Prozent der Familien sogar innerhalb der ersten drei Jahre noch nicht regelmäßig vorgelesen. Demnach ist Eltern die gute Bildung ihrer Kinder durchaus „besonders wichtig“. Ein Drittel weiß jedoch nicht genau, wann der richtige Zeitpunkt ist, um damit anzufangen.

Beinahe ebenso viele Mütter und Väter sähen eine ausreichende Konzentrationsfähigkeit ihres Kindes als entscheidenden Faktor an, teilten die Auftraggeber der Untersuchung mit. Zudem tue sich ein Viertel der Eltern, die ihrem Kind bereits im ersten Lebensjahr vorlesen, schwer mit der Auswahl des richtigen Buchs.

Die Vorlesestudie wird schon seit 2007 jährlich veröffentlicht. In diesem Jahr befragte das Institut Iconkids & Youth vom 2. Juni bis zum 6. Juli Eltern in 523 Familien mit Kindern im Alter zwischen drei und 39 Monaten. Anlass für die Veröffentlichung der Ergebnisse ist der bundesweite Vorlesetag am 17. November. (afp)