Wirbel um Schriftzug in sächsischem Anti-Terror-Fahrzeug

Ein Schriftzug in Fraktur-ähnlicher Schrift auf den Sitzen im neuen gepanzerten Anti-Terror-Fahrzeug der sächsischen Polizei sorgt für Wirbel.

Ein Schriftzug auf den Sitzen im neuen gepanzerten Anti-Terror-Fahrzeug der sächsischen Polizei sorgt für Wirbel. Eingestickt ist dort „Spezialeinsatzkommando“, und unter einem Logo mit Wappen und Lorbeerkranz das Wort „Sachsen“ – jeweils in einer Fraktur-ähnlichen Schrift.

Die Schriftart Fraktur fand zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus als so genannte ur-deutsche Schrift vielfache Anwendung, jedoch ließ Hitler am 3. Januar 1941 die Fraktur, die auch gotische Schrift genannt wird, und die Sütterlin-Schrift mit der Behauptung verbieten, es handele sich um „Schwabacher Judenlettern“.

In einer ersten Reaktion wies Sachsens Innenministerium Vorwürfe zurück, dahinter stünden rechte Einstellungen. Die vom Hersteller gewählte Schriftart entspreche zwar nicht dem Markenhandbuch, schrieb das Ministerium am Montag auf Twitter. „Darin ein Indiz für rechte Attitüde zu sehen, weisen wir entschieden zurück.“ Laut Ministerium ist das Spezialfahrzeug mit dieser Bestickung der Sitze vom Hersteller so ausgeliefert worden.

Hersteller Rheinmetall wollte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht zu dem Fall äußern. Ein Sprecher verwies auf das sächsische Innenministerium als Auftraggeber und Besitzer der gepanzerten Fahrzeuge.

Die sächsische Polizei hatte am Freitag das erste von zwei gepanzerten Einsatzfahrzeugen vom Typ „Survivor R“ in Dienst gestellt. Ob der zweite Wagen wie geplant an diesem Montag übergeben wird, konnte der Sprecher des Rüstungskonzerns nicht sagen.

Die Fraktur ist eine Schriftart aus der Gruppe der gebrochenen Schriften. Sie war von Mitte des 16. bis Anfang des 20. Jahrhunderts die meistbenutzte Druckschrift im deutschsprachigen Raum. 1941 wurde unter Anordnung Hitlers Antiqua als „deutsche Normalschrift“ in der Öffentlichkeit und in Schulen eingeführt.

(dpa/mcd)