Unterschriften: Mehr als eine Million Briten wollen zweites Brexit-Referendum

52 Prozent für den Brexit - ist das zu wenig? Mehr als eine Million Briten wollen angesichts des knappen Ergebnisses beim EU-Referendum noch einmal abstimmen. Eine offizielle Petition an das Parlament in London knackte am Vormittag die Millionenmarke.

+++ Britischer EU-Kommissar Jonathan Hill zurückgetreten +++

Der britische EU-Kommissar Jonathan Hill ist zurückgetreten. Er zog damit die Konsequenz aus dem Wahlsieg des Brexit-Lagers beim britischen EU-Referendum, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. (dpa) 

+++ Belgischer Topdiplomat soll Brexit-Verhandlungen leiten +++

Der belgische Topdiplomat Didier Seeuws soll auf europäischer Seite die Austrittsverhandlungen mit Großbritannien führen. Seeuws werde im EU-Ministerrat die sogenannte Brexit-Task-Force leiten, berichteten Diplomaten in Brüssel. Sie bestätigten damit einen Bericht der belgischen Tageszeitung „Het Nieuwsblad“. Seeuws ist unter den EU-Staats- und Regierungschefs kein Unbekannter. Er war bis Ende 2014 engster Mitarbeiter des damaligen EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy. Der Ratschef führt die EU-Gipfel und bereitet diese vor. (dpa)

+++ Eine Million Unterschriften für zweites "Brexit"-Referendum +++

Nach dem "Brexit"-Referendum hat eine Petition für ein zweites Referendum am Samstagvormittag die Marke von einer Million digitalen Unterschriften erreicht. Die Petition wurde auf der offiziellen Internetseite des britischen Unterhauses eingereicht und ließ zwischenzeitlich die Server zusammenbrechen. Die Regierung solle eine Regel einführen, wonach eine Mindestwahlbeteiligung von 75 Prozent und eine Zustimmung von mindestens 60 Prozent erforderlich sei, um das Referendum zum Erfolg zu bringen, so die Forderung.

Bereits ab 10.000 Unterstützern antwortet die Regierung in irgendeiner Art und Weise auf eine auf der Seite eingestellte Petition, ab 100.000 Unterstützern prüft das Parlament eine Debatte zu dem Thema. (dts) 

+++ Petition: Briten fordern nach Brexit-Votum Unabhängigkeit Londons +++

Nicht nur Schottland denkt nach dem Brexit-Referendum laut über seine Unabhängigkeit nach: Mehr als hunderttausend Briten fordern die Unabhängigkeit für ihre Hauptstadt London. „London ist eine internationale Stadt, und wir wollen im Herzen Europas bleiben“, heißt es auf dem Portal change.org. Die Petition fordert Bürgermeister Sadiq Khan auf, die Unabhängigkeit Londons zu erklären, und sich für eine Mitgliedschaft in der EU zu bewerben. Die Londoner haben für den Verbleib Großbritanniens in der EU gestimmt. In den meisten englischen Wahlkreisen waren die Brexit-Gegner die Mehrheit. (dpa)

+++ Steinmeier und EU-Gründerstaaten erhöhen Druck auf London +++

Deutschland und die anderen fünf Gründerstaaten der EU haben ihren Druck auf Großbritannien erhöht, nach dem Brexit rasch konkretee Verhandlungen über einen Austritt aus der EU aufzunehmen. „Dieser Prozess sollte so bald wie möglich losgehen, dass wir nicht in eine lange Hängepartie geraten“, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier nach einem Treffen der Außenminister der sechs EU-Staaten in Berlin. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte zu Beginn gesagt, von dem Treffen solle die Botschaft ausgehen, „dass wir uns dieses Europa nicht nehmen lassen“. (dpa)

+++ SPD-Chef hält Rückkehr Großbritanniens in die EU für möglich +++

Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel hält nach einem Austritt Großbritanniens aus der EU auch eine Rückkehr in die Gemeinschaft für möglich. "Nichts ist für immer und wenig ist von Dauer", sagte Gabriel den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Europas Zukunft sei mit der Entscheidung vom Donnerstag nicht zu Ende.

Er erinnerte daran, dass fast drei Viertel der unter 25 jährigen in der EU bleiben wollten. "Wir dürfen die Zugbrücke nicht hochziehen", forderte er. "Wir müssen der jungen Generation auf beiden Seiten des Kanals die Chance geben, wieder zusammenzurücken." Gleichzeitig forderte der SPD-Chef einen behutsamen Umgang mit Großbritannien. "Die Brexit-Verhandlungen dürfen kein Scherbengericht über das britische Volk werden", sagte Gabriel. "Jetzt ist Augenmaß gefragt, auch um die Wirtschaft stabil zu halten." (dts)

+++ Obama: USA und Großbritannien behalten besondere Beziehung +++

Die USA und Großbritannien bleiben sich laut US-Präsident Barack Obama auch nach der Brexit-Entscheidung auf besondere Weise verbunden. In einer vom Weißen Haus verbreiteten Mitteilung heißt es: „Das Volk des Vereinigten Königreichs hat gesprochen, und wir respektieren seine Entscheidung.“ Obama erklärte, die Mitgliedschaft Großbritanniens in der Nato bleibe für die USA ein wesentlicher Eckstein ihrer Außen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik. Gleiches gelte für die Beziehungen zur Europäischen Union. (dpa)

+++ UKIP-Politiker rudert zurück +++

Der britische rechtskonservative Politiker Nigel Farage hat sich kurz nach dem EU-Referendum von einem zentralen Versprechen der Brexit-Kampagne distanziert.

In der ITV-Sendung „Good Morning Britain“ sagte der UKIP-Politiker, er könne nicht garantieren, dass wie von den Brexit-Befürwortern angekündigt 350 Millionen Pfund pro Woche statt an die EU nun an das Gesundheitssystem NHS gingen. „Das war einer der Fehler, die die „Leave“-Kampagne gemacht hat“, sagte Farage.

Er selbst habe damit nicht geworben. „Sie müssen verstehen, dass ich von der Kampagne ausgeschlossen wurde und ich, wie immer, mein eigenes Ding gemacht habe.“ Farage ist seit Jahren einer der prominentesten Befürworter eines britischen EU-Austritts.

+++ EU-Spitzen: Britische Regierung muss unverzüglich handeln +++

Die Spitzenvertreter der Europäischen Union fordern Großbritannien auf, „so schnell wie möglich“ Konsequenzen aus dem Brexit-Referendum zu ziehen. „Jede Verzögerung würde die Unsicherheit unnötig verlängern“, teilten EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Parlamentschef Martin Schulz und der niederländische Regierungschef Mark Rutte in Brüssel schriftlich mit.

+++ Schweizerische Nationalbank greift am Devisenmarkt ein +++

Die Schweizer Notenbank hat nach dem Votum für den Brexit an den Finanzmärkten eingegriffen, um den Kurs des Schweizer Franken zu stabilisieren.

„Die Schweizerische Nationalbank hat am Devisenmarkt eingegriffen, um die Situation zu stabilisieren und wird am Markt aktiv bleiben“, teilte die Notenbank in einer Stellungnahme per E-Mail mit. Nach dem Votum für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) sei der Schweizer Franken unter Aufwertungsdruck gekommen.

Ein zu starker Franken ist den Schweizern schon lange ein Dorn im Auge. Am Freitag legte der Franken kräftig zu. Im Gegenzug fiel der Eurokurs von über 1,10 Franken auf zwischenzeitlich bis zu 1,06237 Franken. (dpa)

+++ Hollande, Merkel und Tusk beraten Brexit +++

Nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union haben Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande und EU-Gipfelchef Donald Tusk die Folgen der Entscheidung beraten. Dazu telefonierten die drei Politiker am Morgenn rund 20 Minuten, wie die französischen Agentur AFP unter Berufung auf Informationen aus dem Élysée berichtete. In der kommenden Woche will Hollande nach Berlin reisen und dort mit Merkel noch vor dem EU-Gipfel in Brüssel beraten. (dpa)

+++ Nach Brexit: Premierminister Cameron kündigt Rücktritt an +++

Der britische Premierminister David Cameron hat seinen Rücktritt für Oktober angekündigt. Er zog damit die Konsequenzen aus seiner Niederlage beim EU-Referendum für einen Brexit.

Der Wille der Mehrheit der Briten zum Austritt werde respektiert. Nach dem EU-Referendum komme es auf die Austrittsverhandlungen an, sagte Cameron vor seinem Amtssitz Downing Street 10.

Er werde als Premierminister alles tun, um Großbritannien durch die nächsten Monate zu bringen, es werde zunächst aber keine schnellen Veränderungen geben.

Auch in der Wirtschaftspolitik bleibe alles beim Alten. Es brauche für die Ausstiegsgespräche jedoch eine neue und frische politische Führung.

 +++ Brok erwartet schnellen britischen Antrag auf EU-Austritt +++

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament Elmar Brok hat davor gewarnt, Großbritannien nach dem Brexit-Votum erneut entgegenzukommen. "Wir respektieren die Entscheidung des britischen Volkes. Wir sagen aber auch: Leave ist Leave. Draußen ist Draußen. Nachverhandelt wird nicht mehr", sagte Brok dem "Handelsblatt".

"Das Europaparlament erwartet von der britischen Regierung, dass sie nun sehr zügig einen formalen Austrittsantrag stellt, damit die Verhandlungen über den EU-Austritt beginnen können", sagte Brok. Wenn Großbritannien den freien Zugang zum europäischen Binnenmarkt behalten wolle, müsse das Land auch die damit verbundenen Pflichten erfüllen. (dts)

+++ Außenhandels-Chef bestürzt über Brexit-Entscheidung +++

Der Chef des deutschen Außenhandelsverbandes, Anton Börner, hat entsetzt auf die Entscheidung der Briten reagiert, die EU zu verlassen. "Das Ergebnis ist eine Katastrophe für Großbritannien, für Europa und insbesondere auch für die deutsche Wirtschaft", sagte Anton Börner, Chef des Bundesverbandes Groß- und Außenhandel (BGA), der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe). "Es ist bestürzend, dass die älteste Demokratie der Welt uns den Rücken kehrt", so Börner.

Es gebe Prognosen, wonach die Briten infolge des Brexit bis zu 30 Prozent ihres Wohlstands bis 2030 verlieren könnten. "Aber auch für Europa ist das eine verheerende Nachricht. Wir müssen jetzt alles daran setzen, die massiven Zentrifugalkräfte, die uns in Europa zu zerreißen drohen, einzufangen", sagte Börner. (dts)

+++ Rücktritt von Premier David Cameron nicht ausgeschlossen

7:50 Nach über 40 Jahren wollen die Briten als erstes Land überhaupt die Europäische Union verlassen. Eine Mehrheit von rund 52 Prozent der Stimmen sprach sich für den Brexit aus, den Austritt aus der Europäischen Union. Die Europäische Gemeinschaft mit bisher 28 Staaten wird damit in die schwerste Krise ihrer Geschichte gestürzt.

Die politischen und wirtschaftlichen Folgen für Großbritannien könnten schwerwiegend sein. Cameron dürfte am Vormittag vor seinem Amtssitz Downing Street 10 eine Erklärung abgeben. Ein Rücktritt des seit 2010 amtierenden Regierungschefs wird nicht ausgeschlossen.

 +++  Brexit mit 1,1 Millionen Stimmen Vorsprung meldet BBC

Nur noch 4 Wahlkreise sind auszuzählen, der Vorsprung für den Brexit ist uneinholbar. Das Pfund fällt auf den tiefsten Stand seit 1985.

Droht ein "Schwarzer Freitag" an den Börsen?

Brexit-Schock für Europa und die Finanzmärkte: Der Austritt der Briten aus der EU, der in letzten Umfragen noch abgewendet schien, dürfte für einen "Black Friday" sorgen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex gut zwei Stunden vor Handelsbeginn um 8 Prozent tiefer bei 9435 Punkten. Die Anleger werden klar auf dem falschen Fuß erwischt: Der Dax war in zunehmender Hoffnung auf einen Verbleib der Briten noch um fast 9 Prozent nach oben gesprungen. Nun droht ein historischer Einbruch.

 +++ "Brexit" auf der Siegerstraße

6:24 Beim EU-Referendum in Großbritannien ist der Vorsprung der Brexit-Befürworter auf mehr als eine Million Stimmen angewachsen. Weniger als 40 der 382 Wahlbezirke waren noch auszuzählen. Damit rückt ein Austritt Großbritanniens aus der EU immer näher. Die Finanzmärkte reagierten schon die Nacht. Das britische Pfund fiel auf den niedrigsten Stand seit 1985. Die Europäische Union dürfte damit der schwersten Krise ihrer Geschichte gegenüberstehen.

Euro fällt, Goldpreis steigt

Der absehbare Sieg der Brexit-Befürworter hat den Euro am Morgen abstürzen lassen. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte gegenüber dem Dollar bei 1,0947. Während das britische Pfund auf den tiefsten Stand seit 1985 fiel und die Börsen in Asien unter Druck standen, legte der Preis für Gold deutlich zu. Anleger flüchteten in sichere Häfen. Zuletzt notierte der Goldpreis mit fast fünf Prozent Plus auf dem höchsten Stand seit August 2014.

 Aktien britischer Banken stürzen ein

Hongkong (dpa) – Der drohende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union hat die Kurse der britischen Banken einbrechen lassen. An der Börse in der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong, wo einige der Finanzwerte gehandelt werden, ging es prozentual zweistellig abwärts.

HSBC-Aktien verloren bis zu 11,3 Prozent – das ist der heftigste Verlust seit sieben Jahren und damit den Zeiten der Finanzkrise. Die Papiere des Versicherers Prudential knickten um bis zu 11,1 Prozent ein und die Aktien des Finanzkonzerns Standard Chartered sogar um bis zu 12,5 Prozent.

An den Vortagen hatten sich Bankaktien in Erwartung eines britischen Verbleibs in der EU deutlich erholt. Nach Auszählung von mehr als 344 der 382 Wahlbezirke am Freitagmorgen stimmten 51,3 Prozent der Wähler für das Verlassen der Gemeinschaft, 47,8 für den Verbleib.

+++ Mit ersten Ergebnissen wird in den frühen Morgenstunden gerechnet +++

23:39 Beim Brexit-Referendum in Großbritannien zeichnet sich nach einer ersten Wählerbefragung des Institutes YouGov eine Mehrheit für einen Verbleib in der Europäischen Union ab. Demnach sprachen sich 52 Prozent der britischen Wähler dafür aus, in der EU zu bleiben, und 48 Prozent dagegen.

Die YouGov-Befragung, die unmittelbar nach Schließung der Wahllokale am Donnerstag vom Sender Sky News veröffentlicht wurde, entspricht jedoch nicht den Kriterien einer klassischen Wahlprognose und hat auch keine entsprechend hohe Verlässlichkeit.

Eine ähnliche Befragung hatte beim Schottland-Referendum im Jahr 2014 richtig gelegen. Bei der britischen Parlamentswahl 2015 allerdings hatten die Meinungsforscher mit dieser Methode daneben gelegen.

Die britische Wahlkommission will ein Endergebnis erst am frühen Freitagmorgen bekanntgeben. Belastbare Auszählungsergebnisse könnten allerdings schon während der Nacht zu einem klareren Bild führen. 

22:34 Obwohl die Wahllokale bis 23 Uhr geöffnet haben, hatten viele Pendler laut „Focus“ in den vergangenen Stunden im Großraum London Probleme, ins Wahllokal zu kommen. Die Briten mussten gezwungenermaßen auf Bahnhöfen warten, weil viele Züge nicht fuhren…

18:18 Ryanair-Chef Michael O’Leary hat laut „Focus“ bekannt gegeben, er wolle die Briten wie folgt zum Brexit bewegen: Im "Independent" versprach er Flüge zu Spottpreisen, falls der Brexit scheitert. Denn Ryanair könne die Billigflüge nur Dank des europäischen Binnenmarktes anbieten.

17:34 Eine Wählernachbefragung nach Schließung der Wahllokale will das Meinungsforschungsinstitut YouGov durchführen, so „Focus“. Demoskopisch gesehen kommt das Institut damit zwar nicht ganz an eine echte Prognose heran, doch hatte YouGov eine ähnliche Befragung nach dem Schottland-Referendum 2014 vorgelegt und damit relativ genau die letztendlichen Werte getroffen.

17:22 Vorsprung für EU-Befürworter

Laut Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos liegt das "Remain-Lager" in Führung. Das berichtet „Focus“. Derzeit würden 52% der Wähler für einen Verbleib in der EU stimmen, 48% dagegen. Mit 55% für "Remain" rechnet das Institut Populus.

15:00 Raus mit Euch

"Seid wann hat uns dieses Zeug von irgendetwas abgehalten. Raus mit Euch. Im Regen durchhalten", twittert Alastair Campbell, Regierungssprecher der Labour-Regierung unter Tony Blair. 

13:59 UKIP-Chef Nigel Farage ruft dazu auf, am "Unabhängigkeits-Referndum" teilzunehmen und hat vor zwei Stunden seine Stimme abgegeben. Er habe sehr lange auf diesen Tag gewartet, so Farage in einer Video-Botschaft.

13:53   Der Anführer der Brexit-Befürworter, Boris Johnson, ruft auf Twitter zum EU-Austritt auf: „Nun ist der Moment gekommen, an dieses Land zu glauben und LEAVE zu wählen. Lasst uns den heutigen Tag zu unserem Unabhängigkeitstag machen.“

13:45   So sieht laut einer Twitterbotschaft der Wahlzettel aus:

13.40   Last Minute werden noch Wähler geworben und versucht, die Stimmung zu beeinflussen. Der "Evening Standard" hat heute eine Umfrage des Instituts Ipsos MORI veröffentlicht, in der sich 52 Prozent der Befragten für den Verbleib des Landes in der EU aussprachen und 48 Prozent den Brexit wollten. Die Befragung wurde laut Focus am Dienstag und am Mittwoch vorgenommen.

12:50 EU-Referendum treibt britisches Pfund in die Höhe

Das britische Pfund ist mit einem deutlichen Kurs-Plus in den Tag des historischen EU-Referendums gegangen. Die Währung wurde zur Börseneröffnung in London mit 1,4746 US-Dollar notiert – am Mittwochabend waren es noch 1,4680 Dollar gewesen.

Zwischenzeitlich kostete das Pfund sogar bis zu 1,4844 Dollar – so viel wie seit dem Dezember 2015 nicht mehr. Dies könnte darauf hindeuten, dass die internationalen Devisenmärkte mit einem Sieg des Pro-EU-Lagers rechnen.

Nach Umfragen in den vergangenen Wochen, die zunächst einen Trend zugunsten des Austritts-Lagers signalisiert hatten, war das Pfund deutlich auf Talfahrt gegangen. Neuesten Befragungen zufolge dürfte es ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Referendum geben. Erste Ergebnisse dürfte es am frühen Freitagmorgen geben. (dpa) 

11:55  In London steht wegen Überflutung die besonders stark frequentierten U-Bahn-Linie Circle Line still, berichten die Verkehrsbetriebe Transport for London (TfL). Auch zwischen Parsons Green und Wimbledon steht die U-Bahn wegen Überflutung. Auf dem Rest der Strecke gebe es erhebliche Verspätungen. Weitere Linien sind teilweise unterbrochen.

11:45  Die Wahlbeteiligung ist hoch: Tom Clark vom "Guardian" twittert, so eine Schlange habe er noch nie vor dem Wahlbüro gesehen.

11:31  Die BBC meldet, dass wegen der Übeschwemmungen sogar ein Wahlbüro im Londoner Umland umziehen musste.

11:00  Überschwemmungen und Starkregen in London und Südost-England:

Wähler in London und Südostengland könnten heute durch Starkregen und Überschwemmungen behindert werden, berichtet die BBC. Auch heute nacht gab es bereits Unwetter.

Für London lautet die Vorhersage Gewitter und Starkregen – es wird erwartet, dass die Niederschlagsmenge eines ganzen Monats über der britischen Hauptstadt niedergeht, berichtet die BBC.
Die Londoner Feuerwehr berichtete, dass heute nacht bereits hunderte Anrufe wegen wetterbedingter Ereignisse eingingen – von Blitzschlag bis zu überfluteten Häusern und Autos war alles dabei.
In Südostengland wurden vier Hochwasserwarnungen für Flüsse und 22 weitere Risikomeldungen herausgegeben. Das Wetter führte zu Behinderungen auf Straßen und Gleisen, was die Rushhour störte, so BBC.
Für den Rest des Landes ist überwiegend trockenes und sonniges Wetter vorhergesagt mit Regen in Teilen Schottlands und Nordirlands.

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10:40   Premier David Cameron hat seine Stimme abgegeben. Er wählte mit seiner Ehefrau Samantha in London, berichtet die BBC.

EU-Spitzen.EU-Spitzen.Foto: Michele Tantussi/Getty Images

10:30  Der Vorsitzende der Labour-Partei, Jeremy Corbyn, hat gewählt. Er gab seine Stimme im Norden Londons ab, wurde auf Twitter berichtet. Corbyn hatte in den vergangenen Tagen die EU scharf kritisiert, sich aber trotzdem für das „Remain“ ausgesprochen und gemeint: „Wenn wir in der EU bleiben, muss sich gewaltig etwas ändern“. Kritiker warfen ihm deshalb vor, heimlich auf den Brexit zu hoffen.

G7 in Japan.G7 in Japan.Foto: Foreign Ministry of Japan via Getty Images

10:05 Gauck: Ein Austritt wäre Verlust für ganz Europa

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich für einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union ausgesprochen: "Ein Austritt wäre ein Verlust für ganz Europa", sagte Gauck am Donnerstag bei einem Besuch in Bulgarien. Die Entscheidung darüber sei die souveräne Entscheidung der Briten. "Aber es ist eine Entscheidung, die uns alle in Europa betrifft", so das deutsche Staatsoberhaupt.

"Großbritannien steht für eine lange demokratische Tradition, für liberale Prinzipien und die transatlantische Freundschaft. Seine Stimme hat in der Europäischen Union seit mehr als 40 Jahren Gewicht." Die Debatte über den "Brexit" sieht Gauck jedoch positiv: "Sie hat Unmut über die Europäische Union ans Licht gebracht, der zuvor oft im Verborgenen schwelte. Sie hat ein Nachdenken über Europa angeregt, und sie hat Impulse für Reformen gesetzt", so der Bundespräsident.

"Ganz gleich, wie die Abstimmung heute ausgeht: Wir dürfen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Wir sollten aus der Krise Lehren ziehen und weiter diskutieren, wie wir in Europa miteinander leben wollen, auf dem festen Fundament unser gemeinsamen Werte", betonte Gauck. "Wir sollten gerade mit jenen sprechen, die anderer Ansicht sind, die Meinungen und Argumenten folgen, die uns unplausibel erscheinen. Wir sollten einander zuhören statt der Mode zu folgen, uns nur noch in geschlossenen Meinungsmilieus zu bewegen." (dts)

9:40 Presseschau

Die Titelseiten der britischen Tageszeitungen kennen heute nur ein Thema: das EU-Referendum. Manche Zeitungen befürworten offen den EU-Austritt Großbritanniens, wie zum Beispiel die "Sun", während manche Redaktion (z.B. Guardian) für den EU-Verbleib eintritt.

9:20 Anleger-Sorgen vor Brexit sind geschwunden

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt setzen auf einen Verbleib der Briten in der EU und haben weiter Aktien gekauft. Am Tag der Volksabstimmung in Großbritannien startete der Dax den nunmehr fünften Tag in Folge mit Gewinnen und legte zuletzt um 0,88 Prozent auf 10 160 Punkte zu. Seit seinem letzten Tief vor einer Woche hat der Dax damit inzwischen 7,7 Prozent gutgemacht. (dpa)

8:00 Es geht los: Ab 8 Uhr (7 Uhr Ortszeit) haben in Großbritannien die Wahllokale für das historische EU-Referendum geöffnet. Noch bis 23 Uhr können die Briten abstimmen. Erste Hochrechnungen werden gegen 1:30 Uhr erwartet, das Ergebnis dürfte in den frühen Morgenstunden des Freitag feststehen.