EU rät: Bevölkerung auf IS-Anschläge mit ABC-Waffen vorbereiten!

Ein Briefing des EU-Parlaments warnt vor Chemie-, Bio- und Atom-Attacken durch den Islamischen Staat: Die Terrormiliz habe Experten rekrutiert, die solche Angriffe ausführen könnten. Der Schmuggel entsprechender Waffen gelang bereits. Es sei Zeit für die Regierungen, dies öffentlich zu sagen.

Falls der IS seinen Terror in Europa ausweiten sollte, könnte es auch zu Angriffen mit nichtkonventionellen Mitteln kommen. Das konstatiert ein neuer Bericht der EU-Parlamentes. Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen sich darauf vorbereiten, dass sie der selbsternannte Islamische Staat mit Chemie- und Biowaffen angreife, so das Briefing. Das sie bisher ihre Bevölkerung nicht darüber aufgeklärt hätte, vergrößere das Problem.

Unter CBRN-Materialien versteht man chemische, biologische, radiologische oder nukleare Materialien, die zur Waffenherstellung geeignet sind.
Jährlich wird hundertfach CBRN-Material gestohlen oder kommt abhanden. Geheimdienste bemerken inzwischen 150 mal jährlich Schwarzhandel mit nuklearem oder radioaktivem Material.
"Die Bevölkerung denkt gar nicht daran"
„Einen CBRN-Angriff durchzuführen, der hunderte oder tausende Menschen tötet, würde zwar immer noch einen erheblichen technischen und logistischen Aufwand darstellen“, so der Report, doch der IS besäße „gewichtige finanzielle Ressourcen und konnte bewiesenermaßen schon talentierte Universitätsabsolventen rekrutieren“.
Experten fürchten, dass der IS den mangelhaften Austausch von Geheimdienstinformationen über mögliche Terrorverdächtige innerhalb Europas ausnutzen kann. Eine entscheidende Sicherheitslücke, welche durch die Migrationskrise noch verschärft wurde, wo jeder schmuggeln kann, was er will.
„Aktuell denken die europäischen Bürger gar nicht ernsthaft an die Möglichkeit, dass extremistische Gruppen (…) CBRN-Material für Anschläge in Europa nutzen könnten. Deshalb wäre der Effekt, falls so eine Attacke stattfindet, umso destabilisierender“, so der Report. Die Regierungen „sollten deshalb darüber nachdenken“ das Thema „öffentlich anzusprechen“.
Was der IS schon besitzen könnte:
Nicht gerade beruhigend: In Syrien und dem Irak bestand für den IS mehrfach Gelegenheit, auf chemisches und biologisches Waffenmaterial zuzugreifen – zum Beispiel aus alten Chemiewaffen-Laboren des Irak. Ebenso in Libyen könnte es Quellen aus alten Waffenprogrammen geben. Speziell Sarin, Ricin oder Anthrax könnten den Terroristen in die Hände fallen.
Weitere Vorfälle wurden dokumentiert:
Im Juli 2014 meldete die International Atomenergie-Behörde, das IS-nahe Kämpfer niedrigstufiges Nuklearmaterial aus der Universität von Mossul im Irak klauten.

Im August 2014 wurde auf dem Laptop eines tunesischen IS-Kämpfers mit Physik- und Chemie-Abschluss die 19-seitige Anleitung gefunden: Wie man die Beulenpest mit infizierten Tieren auslöst und als Waffe einsetzt.
Attacken von Insidern
Auch Angriffe auf Infrastruktur nennt der Report als Risiko: Für Schläfer, die in entsprechenden Einrichtungen arbeiten, wäre es ein leichtes, ihr Insiderwissen anzuwenden, um zum Beispiel eine Trinkwasser-Aufbereitungsanlage, Atomkraftwerke und größere Chemie-Fabriken zu stören.
Hinzukommt, dass weltweit hochgiftige Gefahrenstoffe unter geringen Sicherheitsauflagen produziert und gelagert werden. Auch eine unbekannte Zahl von Anhängern in Europa vergrößere die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs.
Robert Wainwright, Chef von Europol, nannte den IS „die größte Bedrohung Europas seit 10 Jahren.” Bisher hat nur die britische Polizei begonnen, sich auf Szenarien mit sogenannten CBRN-Waffen vorzubereiten, schrieb die Daily Mail. (rf)