Helsinki – Polizei: „Haben nach Geheimdienst-Info Exzesse wie in Köln verhindert“

Auch aus Helsinki werden ungewöhnliche sexuelle Übergriffe in der Silvesternacht gemeldet. Doch weil sie geheimdienstliche Vorabinformationen hatte, konnte Finnlands Polizei eine Katastrophe wie in Köln verhindern. Dies berichtet die Nachrichtenagentur AFP und auch Finnlands Öffentlich-rechtlicher Rundfunk YLE stellt es so dar.

Am Donnerstag zitierte die AFP Helsinkis stellvertretenden Polizeichef Ilkka Koskimäki über die Silvesternacht wie folgt: „Derartige Übergriffe hat es an Silvester oder bei anderen Gelegenheiten in der Form noch nicht gegeben … Dies ist für Helsinki ein komplett neues Phänomen.“ Auch hier waren es Migranten, die Jagd auf Frauen machten.

Die Polizei sagte laut AFP, sie habe vor Silvester „Wind davon bekommen, dass Asylbewerber möglicherweise ähnliche Pläne hatten, wie die am Kölner Hauptbahnhof versammelten Männer sie gehabt haben sollen“.

Deswegen seien die Sicherheitsvorkehrungen bereits im Vorfeld „auf ein Ausnahmeniveau“ angehoben worden. Eine Verbindung zwischen den Vorfällen in Helsinki und Köln sehe er aber nicht, sagte Koskimaki. Sogar Finnlands Innenminister Petteri Orpo hatte am Tag davor erklärt, dass eine mögliche Verbindung zwischen Köln und Helsinki untersucht werde.

Was war los in Helsinki?

Auf YLE las sich das so:

Am Donnerstag erklärte die Polizei Helsinkis, dass sie eine Versammlung von rund 1.000 irakischen Asylbewerbern geräumt habe, die sich im Tunnel des Hauptbahnhofs der Stadt eingefunden hatten. Sie sagte, dass dutzende Personen Platzverweise erhielten und mehrere verhaftet wurden. Es seien drei Übergriffe gemeldet worden, von denen zwei angezeigt wurden.

Zur Art der Übergriffe schwieg das Medium.

AFP wurde konkreter:

Sicherheitspersonal, welches zu Silvester zusätzlich durch die Stadt patrouillierte, berichtete der Polizei, es habe „weit verbreitete sexuelle Belästigung" an einem zentralen Platz gegeben, wo sich rund 20.000 Menschen zum Feiern versammelt hatten, so AFP.

Drei sexuelle Übergriffe wurden am Hauptbahnhof von Helsinki an Silvesterabend gemeldet, wo sich rund 1000 zumeist irakische Asylbewerber versammelt hatten.

"Die Polizei erhielt Informationen zu drei Fällen von sexuellen Übergriffen …“ so die Polizei Helsinkis in einer Erklärung. „Die Verdächtigen waren Asylsuchende. Drei wurden gefangen und sofort in Gewahrsam genommen," so Koskimäki zur AFP.

Innenminister über Vorabinformationen:

Die Polizei hatte Geheimdienstinformationen, dass um Neujahr einige Verbrechen geplant seien. Sie griffen zu Präventivmaßnahmen und dürften damit sichergestellt haben, dass der Jahreswechesl in Finland relativ friedlich verlief, obwohl sehr viele Menschen unterwegs waren“, so Orpo laut YLE.

Er zeigte sich mit der Arbeit der Polizei sehr zufrieden. Was für Verbrechen da geplant waren, sagte er nicht. 

Sechs Iraker wegen Anstiftung festgenommen

Kurz vor dem Silvesterabend hatte die Polizei sechs Iraker in einem Asylheim in Kirkkonummi, rund 30 Kilometer westlich von Helsinki, verhaftet – wegen „öffentlicher Anstachelung zu kriminellem Verhalten". Am 2. Januar wurden sie wieder freigelassen.

Der zuständige Polizeisprecher Thomas Elfgren sagte laut Helsinki-Times, dass keiner der vorübergehend Verhafteten verdächtig gewesen sei, zu Terroranschlägen aufzurufen. Auch sei man mit deutschen Ermittlern in Kontakt getreten, um herauszufinden, ob die Iraker Verbindungen zu Beteiligten der Kölner Übergriffe hatten, eine Verbindung sei jedoch nicht gefunden worden, so Elfgren laut YLE.

(rf)