„Ärzte ohne Grenzen“ rechnet auch 2018 mit hohen Flüchtlingszahlen

"Ärzte ohne Grenzen" rechnet auch im neuen Jahr mit anhaltend hohen Flüchtlingszahlen weltweit. Die Organisation sieht auch die Europäische Union in der Pflicht zu helfen.

Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ rechnet auch im neuen Jahr mit anhaltend hohen Flüchtlingszahlen weltweit.

Es gebe noch viel zu tun, weil es immer noch viele Menschen in Not gebe, die auf Hilfe angewiesen seien, sagte der Präsident von „Ärzte ohne Grenzen“ in Deutschland, Volker Westerbarkey, am Montag dem Sender NDR Info. Als Beispiele nannte er die Situation der Rohingya in Myanmar oder die Lage im Südsudan.

Er appellierte an die Gesellschaft, ihre Einstellung zu ändern, und forderte, es „nicht mehr als Erfolg“ zu werten, „wenn möglichst wenig Menschen nach Deutschland kommen“. Vielmehr sei es „ein Erfolg, wenn mehr Menschen Hilfe bekommen, die sie brauchen“, sagte Westerbarkey.

Von der nächsten Bundesregierung erwarte er zudem, dass sie die Werte und Grundsätze aufrecht erhalte, zu denen auch die humanitäre Hilfe gehöre: „Es sollte nicht um politischen Machterhalt gehen, um Prozentpunkte in den Wahlen, sondern darum, Menschen in Not zu helfen.“

Der Chef der deutschen Sektion von „Ärzte ohne Grenzen“ sieht auch die Europäische Union in der Pflicht. Europa sei eine der reichsten und wohlhabendsten Regionen der Welt und müsse deshalb seiner Verantwortung gerecht werden, forderte er. (afp)

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