„Stille Invasion“: Australischer Verlag zieht Buch aus Furcht vor Peking zurück

Ein australischer Verlag liefert ein Buch über Einmischung chinesischer Stellen in die Innenpolitik Australiens aus Furcht vor rechtlichen Schritten Pekings nicht aus. Mit hoher Wahrscheinlichkeit drohe eine "schikanöse Klage" aus China, heißt es.

Ein australischer Verlag liefert ein Buch über Einmischung chinesischer Stellen in Politik und Gesellschaft Australiens aus Furcht vor rechtlichen Schritten Pekings nicht aus.

Wie Clive Hamilton, der Autor des Buchs „Silent Invasion“ (Stille Invasion), am Montag mitteilte, zog der Verlag Allen & Unwin die Publikation vergangene Woche kurz vor Drucklegung zurück.

Zur Begründung führte der Verlag demnach an, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit eine „schikanöse Klage“ aus China drohe. Das wiederum könne heißen, dass das Buch aus den Verkaufsregalen genommen werden müsse. Der Rechtsstreit könne sich in die Länge ziehen und für Verlag und Autor teuer werden, heißt es einer E-Mail-Korrespondenz des Verlags mit Hamilton.

Hamilton ist Professor für Ethik an der australischen Charles-Sturt-Universität und hat in dem Verlag bereits acht andere Bücher veröffentlicht. Er bezeichnete den Vorfall im Gespräch mit AFP als „Moment eines Wendepunkts“: die Unterdrückung der Meinungsfreiheit in Australien durch Peking. Er kündigte zugleich an, dass er einen anderen Verleger für sein Buch finden werde.

Das Buch enthält Hamilton zufolge die Namen von Personen und Organisationen, die versuchen, die Gegebenheiten in Australien im Interesse Chinas zu beeinflussen.

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte dazu am Montag, er habe keine Kenntnis von dem Vorfall. Die Beziehungen und die Zusammenarbeit der Volksrepublik mit Australien auf verschiedenen Gebieten beruhten auf „gegenseitigem Respekt, Gleichheit und beiderseitigem Nutzen“.

Im August war der britische Verlag Cambridge University Press ins Visier der chinesischen Behörden geraten. Der renommierte Wissenschaftsverlag blockierte daraufhin mehr als 300 Artikel aus seinem „Journal of Asian Studies“ in seinem Online-Auftritt in China.

Nach einer internationalen Protestwelle machte der Verlag die Beiträge, die sich unter anderem mit der chinesischen Demokratiebewegung, den blutig niedergeschlagenen Protesten auf dem Tiananmen-Platz 1989 und der Lage in Tibet befassten, später wieder zugänglich. (afp)

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