„Gegen Rassismus“: Kathedrale in Washington will Fenster mit Südstaaten-Generälen entfernen

Die Nationalkathedrale in der US-Hauptstadt Washington will Fenster der Bürgerkriegs-Generäle Robert E. Lee und Thomas "Stonewall" Jackson austauschen. Sie kämpften für die Südstaaten und somit für den Erhalt der Sklaverei – das sei mit den Werten der Kirche nicht vereinbar, so die Erklärung.

In der Nationalkathedrale in der US-Hauptstadt Washington sollen Kirchenfenster ausgetauscht werden, die an zwei Südstaaten-Generäle aus dem Bürgerkrieg (1861-65) erinnern.

In einem offenen Brief erklärten Kirchenvertreter am Mittwoch (Ortszeit), die beiden Fenster würden nicht die Werte der Kirche widerspiegeln. Sie wurden im Jahr 1953 eingebaut und bilden die Bürgerkriegs-Generäle Robert E. Lee und Thomas „Stonewall“ Jackson ab, die der Meinung der Kirchenvertreter nach für den Erhalt der Sklaverei kämpften.

Unter anderem die Bischöfin von Washington, Mariann Budde, und der Dekan der Nationalkathedrale, Randolph Hollerith, unterschrieben den Brief. Zwei Jahre lang sei über die Entfernung der Motive diskutiert worden. Noch ist unklar, welche Bilder die Fenster künftig zeigen sollen.

Die USA sind gespalten in der Frage des Umgangs mit Symbolen wie der Südstaaten-Flagge und Denkmälern für Sklaverei-Befürworter. Die Debatte war Mitte August nach den Ausschreitungen von Charlottesville neu entfacht worden. Bürger hatten dabei für den Erhalt eines Denkmals für Robert E. Lee demonstriert. Während der Demonstration kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten. Eine Frau wurde getötet.

Statement von Trump nach der Demonstration

US-Präsident Donald Trump verurteilte danach die „Gewalt von vielen Seiten“. Außerdem machte er klar, dass die Gruppen, die er verurteile (Neonazis und Weißsuprematisten), lediglich Gruppen innerhalb einer größeren Menge von Demonstranten waren, von denen die meisten anständige Leute gewesen seien, ebenso wie bei den Gegendemonstranten anständige Leute waren, aber auch Unruhestifter, die in schwarzen Outfits, Helmen und mit Baseball-Schlägern ankamen.

Die Leute, die gegen die Entfernung einer Statue des Südstaaten-Generals Robert E. Lee demonstrierten, hätten dies sehr legal, da mit Erlaubnis getan. Die Gegendemonstration habe dagegen ohne Erlaubnis stattgefunden, erklärte Trump. Und unter den Gegendemonstranten seien einige sehr gewalttätig gewesen.

(afp)

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