Nach Trumps Sieg: Wahlkampf-Managerin kritisiert Merkels Flüchtlingspolitik – Kündigt Zusammenarbeit an

Wenige Stunden nach Donald Trumps Siegesrede hat seine Wahlkampf-Managerin Kellyanne Conway die Kritik an Deutschlands Flüchtlingspolitik erneuert. "Es gibt selbstverständlich Themen, bei denen er mit ihr nicht übereinstimmt, wie die Zahl der Flüchtlinge, die sie aus Syrien hineingelassen hat und die ihr Land kaputt machen", sagte Conway. Man werde aber natürlich zusammenarbeiten, so Conway.

Donald Trumps Wahlkampf-Managerin Kellyanne Conway hat die Kritik des künftigen US-Präsidenten an der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigt. Gleichzeitig kündigte Conway in der „Bild“-Zeitung (Donnerstagsausgabe) eine Zusammenarbeit Trumps mit der Kanzlerin an.

„Es gibt selbstverständlich Themen, bei denen er mit ihr nicht übereinstimmt, wie die Zahl der Flüchtlinge, die sie aus Syrien hineingelassen hat und die ihr Land kaputt machen“, sagte Conway. „Aber natürlich werden sie zusammenarbeiten.“

Merkel und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) reagierten am Mittwoch zurückhaltend auf den Wahlsieg Trumps, der einen äußerst aggressiven Wahlkampf geführt und die Kanzlerin mehrfach angegriffen hatte. Beide betonten den Wert solider transatlantischer Beziehungen.

Merkels Sprecher Steffen Seibert sagte, es sei noch offen, wann Merkel Trump das erste Mal treffen werde. Möglich sei, dass es bereits vor dem G7-Gipfel im Mai kommenden Jahres zu einem Treffen komme.

Bundesregierung noch ratlos: Kennen weder Programm noch Regierungsteam

In der Bundesregierung herrscht Ratlosigkeit, was sie von Trump als Präsident zu erwarten hat. „Das ist alles noch sehr frisch“, sagte Seibert. „Es gibt noch keinerlei programmatische Erklärungen des gewählten Präsidenten. Wir wissen noch nicht, wie sein Regierungsteam sich zusammensetzt.“

„Wir sind da nicht viel schlauer als die Öffentlichkeit“, sagte der Sprecher von Steinmeier. Die Bundesregierung habe die Aussagen von Trump im Wahlkampf verfolgt. „Seine Äußerungen zum Thema Außenpolitik waren spärlich und hie und da schwer interpretierbar.“ Was das jetzt bedeute, „das werden wir sehen müssen“, fügte er hinzu. „Wir haben da keine klare Vorstellung.“

Die Bundesregierung wolle nun verfolgen, wie Trump sein Team zusammenstelle und was er öffentlich sage zur Gestaltung seiner Politik, fügte der Außenamtssprecher hinzu. Zudem sei das Ziel, schon vor seiner Vereidigung im Januar „Kontakte zu knüpfen“ und die Vorstellungen der Bundesregierung über eine internationale Zusammenarbeit verdeutlichen. (afp/dts)

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