Cyberattacken auf Regierungsbehörden: Südamerika und Südostasien

In Argentinien, Brasilien, Ecuador, Peru, Brunei und Malaysia wurden Cyberattacken auf Regierungsbehörden verübt, um Dokumente zu stehlen. Auch in Estland kam es zu einem Hacker-Vorfall.

Eine Spionage-Gruppe hat seit Jahren Cyberangriffe auf Regierungsbehörden in Südamerika und Südostasien verübt, um Dokumente zu stehlen. Die US-Cybersicherheitsfirma Symantec erklärte am Dienstag, die Gruppe Sowbug agiere bereits mindestens seit Anfang 2015. Sowbug (englisch für Kellerassel) könne mehrere Ziele gleichzeitig angreifen und infiltriere die Behörden außerhalb ihrer Dienstzeiten, um nicht entdeckt zu werden.

Sie konzentriert sich demnach auf südostasiatische und südamerikanische Regierungen. Symantec sprach von bereits verübten Angriffen in Argentinien, Brasilien, Ecuador, Peru, Brunei und Malaysia. Die USA, Europa und Asien seien häufig von Cyberattacken betroffen, südamerikanische Länder hingegen eigentlich weitaus seltener.

Häufig würde sich das Sowbug-Schadprogramm mehrere Monate lang in den Systemen ihrer Ziele verstecken, erklärte Symantec. Um nicht aufzufallen, verwendet die Gruppe eine Methode, bei der das schädliche Programm mit gängigen Programmen wie Windows oder dem Adobe Reader verwechselt werden kann.

Estland: Festnahme vor Cyberattacke

In Estland ist ein russischer Staatsbürger festgenommen worden, der eine Cyberattacke auf staatliche Institutionen des baltischen Landes geplant haben soll. Der Mann soll ein mutmaßlicher Mitarbeiter des russischen Inlandsgeheimdiensts FSB sein, wie die estnische Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag in Tallinn bekannt gab.

Durch die Festnahme sei „ernsthafter Schaden“ vermieden worden, erklärte die für die Untersuchung zuständige Generalstaatsanwältin Inna Ombler. Sie fügte hinzu, die Aktivitäten des Verdächtigen stünden nicht in Zusammenhang mit der jüngsten Bedrohung der Sicherheit elektronischer Personalausweise, die das Land getroffen hatte.

Am vergangenen Freitag hatte Tallinn die Sicherheitszertifikate von 760.000 elektronischen Personalausweisen ausgesetzt, da diese mit einem für Identitätsdiebstahl anfälligen elektronischen Chip ausgestattet waren. Regierungschef Juri Ratas empfahl allen Nutzern ein Sicherheitsupdate, um Angriffe zu vermeiden.

In Estland dient ein solcher elektronischer Personalausweise nicht nur der Identifikation im realen und digitalen Leben, sondern ermöglicht es den Nutzern auch, ihre digitale Unterschrift unter elektronische Dokumente zu setzen. (afp)

Kommentieren
Werte Leserinnen und Leser,
hier werden von unseren Moderatoren freigegebene Kommentare veröffentlicht! Wir werden sie so schnell wie möglich freischalten - täglich zwischen 7 und 22 Uhr. Wir bitten um Ihr Verständnis und bedanken uns für konstruktive Ergänzungen, Anregungen, über kritische Anmerkungen und auch über Humor.

Ihre Epoch Times-Redaktion