Wildkatzen vermischen sich in Deutschland nur selten mit Hauskatzen

Epoch Times8. February 2018 Aktualisiert: 9. Februar 2018 9:44
Wildkatzen und Hauskatzen gehen sich in Deutschland aus dem Weg und paaren sich selten. In Deutschland leben schätzungsweise 5.000 bis 10.000 Wildkatzen und mehr als 10 Millionen Hauskatzen.

Wildkatzen und Hauskatzen gehen sich in Deutschland aus dem Weg und paaren sich selten. Es gebe nur wenige Fälle, in denen sich beide vermischt haben, wie Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstituts Frankfurt am Main laut einer Mitteilung vom Donnerstag herausfanden.

Die Experten analysierten mehr als tausend genetische Fingerabdrücke der Katzen. Nur etwa drei Prozent der untersuchten Wildkatzen tragen demnach deutliche Spuren von Hauskatzen-DNA im Erbgut.

Wildkatzen breiten sich seit einigen Jahren in Deutschland aus. Ihre Zahl wird auf 5.000 bis 10.000 geschätzt. Sie sind aufgrund ihrer scheuen Lebensweise nur sehr schwer zu beobachten und nicht einfach von getigerten Hauskatzen zu unterscheiden.

„In Deutschland kommen rein rechnerisch auf eine Wildkatze mehr als tausend Hauskatzen“, erklärte Senckenberg-Forscherin Annika Tiesmeyer. Verpaaren sich Haus- und Wildkatze, entstehen sogenannte Hybride, die weiter fortpflanzungsfähig sind. „Im Laufe der Zeit könnten im schlimmsten Fall die heimischen Wildkatzen durch eine andauernde Vermischung mit Hauskatzen sogar gänzlich aussterben“, erklärte Tiesmeyer.

In einigen Teilen Europas ist dies bereits weit fortgeschritten. In Schottland zum Beispiel gibt es demnach wahrscheinlich keine echten Wildkatzen mehr, die Population besteht vollständig aus Mischlingen. Auch in der Schweiz und Frankreich wurde in zwölf Prozent der Proben Merkmale von Haus- und Wildkatzen im Erbgut gefunden.

Warum sich in Deutschland die mehr als zehn Millionen Hauskatzen so selten mit den Wildkatzen kreuzen, können auch die Forscher noch nicht genau erklären. Sie gehen aber davon aus, dass Hybride zumeist dort vorkommen, wo sich Wildkatzen gerade ausbreiten und wilde Paarungspartner Mangelware sind. Ein gesunder Wildkatzenbestand verhindere offenbar die Hybridisierung.

In den vergangenen Jahren wurden im Rahmen eines Naturschutzprojekts bundesweit rund 25.000 Bäume und Sträucher gepflanzt, um Wälder zu vernetzen und die Verbreitung und damit das Überleben der Wildkatze zu sichern.

Die Europäische Wildkatze stammt nicht von verwilderten Hauskatzen ab. Sie streifte schon durch die heimischen Wälder, lange bevor die Römer die ersten Hauskatzen mit über die Alpen brachten. Noch vor etwa 200 Jahren waren die wild lebenden Verwandten der Hauskatze in ganz Deutschland verbreitet. (afp)

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