Zweite Corona-Welle in Nordostchina: Ausbrüche in drei Provinzen

Von 27. April 2020 Aktualisiert: 28. April 2020 8:04
Erste Meldungen gab es in der Provinzhauptstadt Harbin, Heilongjiang. Weitere Ausbrüche folgten in der Provinz Liaoning und der Inneren Mongolei. Noch ist vieles unklar.

Schon Mitte März sprach die chinesischsprachige „Epoch Times“ mit einem ehemaligen hohen Funktionär des Gesundheitssystems der Kommunistischen Partei in China. Der ehemalige Direktor des Zentrums für Gesundheitserziehung in China leitete bis zu seinem Ruhestand diese „Bildungsabteilung“ des Gesundheitsministeriums der Kommunistischen Partei Chinas.

„Viele Patienten, die aus den Fangcang-Krankhäusern [temporäre Feldkrankenhäuser] entlassen wurden, tragen das Virus noch in sich.“ Er sagte auch, dass es viele Virusträger gebe, die keine Symptome zeigen, die auch nicht untersucht würden. „Nun ist das alles noch verdeckt. Irgendwann bricht es wieder aus. Das wird die 2. Welle des großen Ausbruchs werden – ohne Zweifel.“

Harbin, Provinz Heilongjiang

Bereits Mitte April berichteten wir über ungewöhnliche Aktivitäten in der nordostchinesischen Provinzhauptstadt Harbin. Im Weiteren wurden der chinesischsprachigen „Epoch Times“ interne Dokumente zugespielt und ein Krankenhaus-Insider aus dem Harbin Nr. 2 Hospital berichtete von mehreren Cluster-Ausbrüchen in verschiedenen Bezirken der Millionenstadt. Der Quelle zufolge habe der Krankenhausleiter gesagt, dass 16.000 Personen Kontakt mit den diagnostizierten Patienten gehabt hätten. Von diesen sind bisher 500 unter Quarantäne gestellt worden.

Wie die „Epoch Times“ (USA) berichtete, wurden auch aus weiteren Städten der Provinz neue Fälle gemeldet. Am 19. April gab die Gesundheitskommission von Heilongjiang bekannt, dass sich der Ausbruch nicht nur auf Harbin (4,6 Mio. Einwohner), sondern auch auf die zum Verwaltungsgebiet der bezirksfreien Stadt Mudanjiang gehörenden Kreisstadt Suifenhe (150.000 Einwohner) an der russischen Grenze und auf die bezirksfreie Stadt Suihua (5,2 Mio. Einwohner) ausgeweitet hat.

Provinz Liaoning

Auch in der südlich von Heilongjiang gelegenen Provinz Liaoning wurde am 17. April offiziell von den Behörden eine neue Infektion gemeldet. Die Person hatte sich demnach in einem Krankenhaus in Harbin angesteckt. Nach offiziellen Angaben soll dies der erste neue Infektionsfall seit dem 2. März gewesen sein.

Die staatliche „Beijing Daily“ berichtete auf Basis der „Liaoning Daily“, dass es sich bei der neu infizierten Patientin mit dem Familiennamen Zhang um eine 46 Jahre alte Dame aus Fushun, Provinz Liaoning, handelt. Sie fuhr am 1. April mit ihrem kleinen Bruder nach Harbin, um ihren Vater zu besuchen. Sie begleitete ihn zu einer nicht virenbezogenen Behandlung in der Universitätsklinik in Harbin.

Weiterhin gab es große Zusammenkünfte bei familiären Abendessen. Am 12. April verließ sie Harbin und hielt auf ihrem rund 600 Kilometer langen Rückweg nach Fushun an drei Rastplätzen entlang der Autobahn an. Am 15. April wurde sie telefonisch über den Ausbruch in Harbin informiert und ging ins örtliche Krankenhaus zum Test – positiv. Sie wurde, der besseren Behandlung wegen, in ein Krankenhaus in Shenyang, Provinz Jilin, überwiesen, berichteten die „Dongbei News“.

Zahlen-Mogelei in der Inneren Mongolei

Der Ausbruch in Heilongjiang wurde auch von der benachbarten Region Innere Mongolei wahrgenommen. Die dortige Grenz-Stadt Genhe (170.000 Einwohner), die zur bezirksfreien Stadt Hulun Buir gehört, schloss ihre Zufahrtsstraßen zur Grenze zu der Provinz Heilongjiang hin und kündigte die Einstellung des Verkehrs an.

Doch die zweite Welle des Ausbruchs scheint auch in der Inneren Mongolei bereits angekommen zu sein, was eine Reihe interner Regierungsdokumente nahelegt. Zudem wurde das Ausmaß des Virusausbruchs von den Behörden offenbar heruntergespielt.

Die von der Gesundheitskommission herausgegebenen Zahlen für die vier Tage vom 8. bis 11. April  (8. April: 2 Fälle / 9. April: 2 Fälle / 10. April: 27 Fälle / 11. April: 0 Fälle) besagten, dass es 31 importierte Fälle in der Inneren Mongolei gab. Vom 11. April 9 Uhr morgens bis zum nächsten Morgen 7 Uhr soll es offiziell keine neuen importierten Fälle gegeben haben. Die Zahlen der Kommission bezogen sich auf alle Eingangshäfen der Region Innere Mongolei. Doch das waren nur die offiziell bekannt gegebenen Zahlen.

Allein in der Stadt Manzhouli (250.000 Einwohner) an der russischen Grenze wurden internen Dokumenten zufolge mehr als doppelt so viele einreisende Infizierte festgestellt. Diese Dokumente waren der chinesischsprachigen „Epoch Times“ (DaJiYuan) zugespielt worden.

Einreisende aus Russland mit chinesischen Namen? Das erscheint fraglich

Chinas Regime propagiert derzeit gern, dass die neuen Virusfälle im Land von Ausländern importiert worden seien. Allerdings: Da Manzhouli an Russland grenzt, müssten demnach alle im Landhafen Einreisende aus Russland kommen. In den Dokumenten waren die Namen der Reisenden aufgeführt – alles chinesische Namen.

Als am 8. April 111 Menschen über den Landhafen in Manzhouli in die Innere Mongolei einreisten, wurden zehn von ihnen positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Am 9. April waren es 23 Infizierte unter den 67 Einreisenden und am 10. April zwei von 24. Am 11. April wurden 124 Einreisen bei 32 Infektionsfällen notiert. Insgesamt macht das für diesen Zeitraum 67 Menschen, bei denen das KPCh-Virus diagnostiziert worden war.

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[Anmerkung der Red.: Die Epoch Times bezeichnet das neuartige Coronavirus, das die Krankheit COVID-19 verursacht, auch als KPCh-Virus, weil die Vertuschung und das Missmanagement der Kommunistischen Partei Chinas es dem Virus ermöglichten, sich in ganz China auszubreiten und eine globale Pandemie zu verursachen. Mehr dazu: Leitartikel: Dem Virus den richtigen Namen geben]

Vom 23. März sollen bis zum 20. April nach Angaben der Gesundheitskommission der Region 118 importierte Fälle diagnostiziert worden seien, darunter 74 Reisende aus Russland, 22 aus Großbritannien, 19 aus Frankreich, zwei aus den Vereinigten Staaten und eine Person aus Spanien, so die Angaben. Über welchen Einreisehafen die Personen ins Land kamen, wurde nicht bekannt gegeben.

Die Regierung der Inneren Mongolei schloss den Landhafen Manzhouli am 8. April um 20:00 Uhr mit der Begründung, dass zu viele chinesische Staatsangehörige, die aus Russland zurückkehrten, mit dem Virus infiziert seien. Am 11. April schloss die Regierung auch den Landhafen von Heishantou, den zweiten und letzten nach Russland.

Krankenhäuser erhöhen ihre Kapazitäten

Am 14. April berichtete die staatliche „Beijing News“, dass die Stadt Manzhouli ein provisorisches Krankenhaus zur Behandlung von COVID-19-Patienten mit einer Kapazität von 800 Betten baut. Derzeit verfügt die Stadt über 600 Krankenhausbetten für Viruspatienten.

Sobald 80 Prozent davon belegt sind, soll das Behelfskrankenhaus in Betrieb genommen werden. Auch weitere Krankenhäuser sollen mit Vorbereitungen zur Erhöhung der Bettenkapazität begonnen haben, was für den Ernst der Lage spricht.