Gepanschte Wurst – Wie aus Abfall Wurst wird

Epoch Times30. May 2018 Aktualisiert: 30. Mai 2018 19:50
Aus was besteht eigentlich Wurst? Aus Fleisch sollte man meinen, Tests haben gezeigt - es steckt offenbar alles Mögliche drin - und nur zu einem geringen Anteil ist das Fleisch.

Was ist drin in unserer Wurst? Dieser Frage geht das Magazin „Frontal 21“ schon einer längeren Zeit nach. Und fand heraus, dass viele Wurstsorten mit Separatorenfleisch und einem Proteinpulver aus Schlachtblut und Wasser zusammengepanscht werden. Das Proteinpulver verdeckt die Wasserzugabe, somit fällt dies bei einem Qualitätstest nicht auf. Perfekte Zutaten für eine billige Wurst.

Was ist Separatorenfleisch? Metzger, Franz Josef Voll, erklärt „Frontal 21“, dass es sich hierbei nicht um Fleisch handelt, sondern lediglich um Brei aus Schlachtabfällen.  „Kein ordentlicher Metzger würde mit diesem Fleisch arbeiten“, so Voll weiter.

Dieser Brei darf offiziell nicht mehr „Fleisch“ genannt werden und muss gesondert deklariert werden. Doch Fleischabfälle entstehen bei der Wurstherstellung. Aber wo geht nun dieses Abfallprodukt, genannt Separatorenfleisch hin? Bisher gibt es keine genauen Anhaltspunkte dafür, sagt Luise Molling von der Verbraucherschutzzentrale „Foodwach“.

Dann dreht „Frontal 21“ mit versteckter Kamera und besucht auf einer Fleischmesse den Stand von C&P, eine Firma die Zusatzstoffe für die Fleischindustrie herstellt. Da wird den verdeckten Journalisten geraten, nicht das Wort Separatorenfleisch zu verwenden, denn in Deutschland sei die Rede von „3 mm-Fleisch“. Dies würden schließlich alle Großkonzerne verwenden und auch nicht auf dem Etikett vermerken, so der Mann der Firma C&P – der unerkannt bleiben wollte – zu „Frontal 21“.

DLG fällt gepanschte Wurst nicht auf

Daraufhin arbeitet der Sender mit einem Metzger zusammen, der eine Wurst zusammenpanscht, die dann zur Probe einen Qualitätstest der DLG bestehen soll. Das Ergebnis: eine Silbermedaille für die Wurst. Offenbar war den DLG-Prüfern nicht aufgefallen, dass die Geflügelwurst nur zu neun Prozent aus Fleisch, dafür aber zu 27 Prozent aus Wasser und zu 46 Prozent aus sogenanntem Separatorenfleisch bestand.

Ein DLG-Sprecher habe gegenüber „Frontal 21“ betont, dass der Lebensmittelhersteller die Verantwortung für seine Produkte trage. Separatorenfleisch sei bei der DLG-Qualitätsprüfung von vornherein ausgeschlossen.

Doch die DLG konnte nicht erklären, warum die gepanschte Wurst nicht entdeckt werden konnte. Nach eigenen Angaben, sei die Organisation führend auf ihrem Gebiet und „zeichnet jährlich Lebensmittel in Gold, Silber und Bronze aus. Alle prämierten Produkte müssen Labortests sowie Zubereitungs-, Verpackungs- und Kennzeichnungsprüfungen bestehen“, so der Sender weiter.

Luise Molling von Foodwatch urteilt darüber: „Das ist eine Blamage für die DLG.“ Die Verbraucherschutzorganisation vermutet, dass in vielen Fleischwaren billiges Separatorenfleisch verarbeitet werde, ohne deklariert zu werden.

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(vm)

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