Die nordkoreanische Botschaft in Berlin.Foto: Stefan Schaubitzer/dpa

Nordkoreas Regime tötete Sohn: Eltern Otto Warmbiers fordern Schließung des City Hostels in Berlin

Von 27. November 2019 Aktualisiert: 27. November 2019 17:29
Im Jahr 2017 starb der zuvor in Nordkorea inhaftierte US-amerikanische Student Otto Warmbier wenige Tage nach seiner Überführung in die USA. Seine Eltern fordern nun die Schließung des „City Hostel“ in Berlin, das auf dem Gelände der nordkoreanischen Botschaft betrieben wird. Die Immobilie steht im Eigentum des Regimes in Pjöngjang, durch die Pacht verdient Nordkorea Geld.

Die Eltern des 2017 nach seiner Entlassung aus nordkoreanischer Haft verstorbenen Studenten Otto Warmbier wollen das Regime in Pjöngjang für den Tod ihres Sohnes zur Rechenschaft ziehen. Dies kündigten Cindy und Fred Warmbier nach einem Bericht von „ABC News“ bereits am Freitag (22.11.) während einer Pressekonferenz in Seoul an. Dort weilten sie auf Einladung einer Bürgerrechtsgruppe, die sich der Angehörigen von Menschen annimmt, die nach Nordkorea entführt oder dort inhaftiert wurden.

Folter oder fehlerhafte medizinische Versorgung?

Der Student Otto Warmbier war im Dezember 2015 während einer Führung mit einer chinesischen Reisegruppe in Pjöngjang verhaftet worden. Ihm wurde später vorgeworfen, ein Propagandaposter des kommunistischen Regimes gestohlen zu haben. Warmbier wurde zu einem Geständnis gezwungen und zu 15 Jahren Haft verurteilt. Im Jahr 2017 erklärte sich Nordkoreas Führung nach diplomatischen Bemühungen bereit, ihn vorzeitig freizulassen.

Allerdings befand sich der Student, als er in die USA überführt wurde, bereits im Wachkoma. Wenige Tage nach seiner Heimkehr verstarb er im Alter von 22 Jahren, eine posthume Untersuchung stellte großflächige Schäden am Hirngewebe fest. Die Eltern gehen davon aus, dass ihr Sohn „systematischer Folter“ unterworfen wurde. Das Regime in Pjöngjang bestreitet dies. Augenscheinlich ist, dass Nordkorea seiner Verantwortung, Warmbier die erforderliche medizinische Versorgung zuteilwerden zu lassen, nicht in adäquater Form nachgekommen ist.

Warmbiers wollen nordkoreanisches Vermögen im Ausland pfänden

Während von Nordkorea selbst keine Entschädigung zu erwarten ist, hat ein Bundesgericht in den USA den Warmbiers im Dezember 2018 einen Anspruch auf Schadensersatz in Höhe von 500 Millionen US-Dollar zugesprochen. Eine Möglichkeit, diesen einzutreiben, bestünde darin, Vermögen des nordkoreanischen Regimes im Ausland pfänden zu lassen.

Ihre „Mission“, wie sie es selbst nennen, hat die Warmbiers deshalb mittlerweile auch nach Berlin geführt. Die „Bild“-Zeitung hat sie begleitet und auch US-Botschafter Richard Grenell hat der Familie Solidarität zugesichert.

Die Warmbiers fordern nun die Schließung des „City Hostel“ in Berlin, das auf dem Gelände der nordkoreanischen Botschaft in der Glinkastraße in Mitte von einem türkischen Pächter betrieben wird. Die Immobilie steht im Eigentum des Regimes in Pjöngjang, durch die Pacht verdient die Führung auch von deutschem Boden aus Geld. Der Betrieb des Hostels verstößt nach Meinung der Warmbiers, vor allem aber jener der US-Botschaft, gegen geltende UN-Sanktionen, die gegen das Regime verhängt wurden.

Zögerliches Vorgehen der deutschen Behörden

„Es gibt klare Sanktionen und die werden mit dem Betrieb des Hostels untergraben. Wir hoffen, dass die Stadt Berlin endlich reagiert“, erklärte Cindy Warmbier gegenüber der „Bild“. Sie schätzt, dass der monatliche Gewinn aus dem Betrieb der Einrichtung bis zu 45 000 Euro beträgt und in weiterer Folge dem Regime zugutekommt. Es gebe aber, so Fred Warmbier, noch weitere Orte in Berlin, an denen die kommunistische Führung Nordkoreas sich Devisen beschaffe.

Eigentlich, so „Bild“, hatte die Bundesregierung infolge der Sanktionswidrigkeit des Betriebs schon 2017 dessen Schließung gefordert. Das Einzige, was sich seither getan habe, war jedoch der Erlass einer Räumungsverfügung durch das Bezirksamt, gegen welche die Botschaft Widerspruch eingelegt hatte. Zu einer möglichen Anordnung des Sofortvollzuges kam es bislang nicht.

Nun hat, so die Zeitung weiter, auch Botschafter Grenell ein Schreiben an den Betreiber des Hostels gerichtet und darin auf die Sanktionen gegen Nordkorea und die Konsequenzen verwiesen, die es haben kann, Geschäfte mit dem nordkoreanischen Regime zu machen.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN