Gibt es einen Regelbetrieb an den Schulen nach den Sommerferien?Foto: Arne Dedert/dpa/dpa

Kretschmann: Rückkehr zum Schul-Regelbetrieb nach Sommerferien unrealistisch

Epoch Times22. Juni 2020 Aktualisiert: 22. Juni 2020 12:20
Wird es nach dem Ende der Sommerferien wieder regulären Schulunterricht geben? Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann hält das zumindest in Bezug auf sein Bundesland für wenig realistisch.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält eine Rückkehr zum Regelbetrieb an den Schulen in Baden-Württemberg nach den Sommerferien für unrealistisch.

„Unser Kernproblem ist die hohe Zahl der Lehrkräfte und Erzieher, die sich zu den vulnerablen Gruppen zählen. In den Schulen sollen das bis zu 20 Prozent sein“, sagte Kretschmann in einem Interview der „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“. „So kann man keinen Regelbetrieb wie vor der Corona-Pandemie machen.“

In der vergangenen Woche hatten die Kultusminister der Länder beschlossen, dass die Schulen nach den Sommerferien wieder vollständig öffnen und in den Regelbetrieb zurückkehren sollen. Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte angekündigt, dass sie bis Anfang Juli erklären werde, wie es mit dem Unterricht im Südwesten im neuen Schuljahr weitergehen werde. Grundsätzlich solle es so viel Präsenzunterricht wie möglich geben.

Eisenmann: „Jede interne Forderung wird sofort an die Öffentlichkeit gespielt“

Eisenmann ist auch Spitzenkandidatin der CDU bei der Landtagswahl im kommenden März. Der aufziehende Wahlkampf wirkt sich nach Angaben Kretschmanns schon jetzt erheblich auf die Regierungsarbeit aus. „Zwar nicht auf die Ergebnisse, die erzielen wir auf allen Gebieten. Aber der Aufwand wird immer größer“, sagte der Regierungschef den Zeitungen. „Jede interne Forderung wird sofort an die Öffentlichkeit gespielt. Das nimmt dramatisch zu und macht das Regierungsgeschäft schwerer.“

Zuvor hatte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek gesagt, dass sie die vollständige Rückkehr zu einem normalen Schulbetrieb nach den Sommerferien noch längst nicht für gesichert hält. „Das Virus ist nicht weg, und wir müssen immer wieder damit rechnen, dass Schulen geschlossen werden müssen, wenn sich dort jemand infiziert hat“, sagte die CDU-Politikerin der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Wie fragil die Situation sei, zeige sich gerade in Nordrhein-Westfalen. „Wir müssen weiter mit Umsicht handeln.“

Bildungsministerin: „Homeschooling hat ganz klare Grenzen“

Inzwischen strebten die Länder die Rückkehr zum Regelbetrieb nach den Sommerferien an. „Ich hoffe sehr, dass das Infektionsgeschehen diese Entwicklung zulässt“, sagte Karliczek. Allerdings hätten die vergangenen Wochen gezeigt, wie wichtig der regelmäßige und persönliche Kontakt zwischen Schülern und Lehrern sei. Homeschooling habe „ganz klare Grenzen“. „Deshalb behält der Präsenzunterricht natürlich seine Bedeutung. Ohne Wenn und Aber. Aber Schule und Unterricht werden insgesamt digitaler.“ (dpa)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion