Lehrerverband befürchtet „großes Durcheinander“ im neuen Schuljahr

Epoch Times28. Juli 2020 Aktualisiert: 28. Juli 2020 10:30
Gut gelüftete Klassenzimmer, ausreichend Lehrer, Präsenzunterricht. Mit einem derartigen Idealzustand zum Schuljahresbeginn rechnet Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes jedoch nicht.

Lokale Schulschließungen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus hält der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, weiterhin für möglich. Dies hänge vom lokalen Infektionsgeschehen ab und ob es eine „mächtige zweite Welle“ gebe, sagte er in der Sendung „Frühstart“ von RTL und n-tv. „Wir werden viele Schulen haben, die aufgrund von Infektionsfällen vor Ort im Einzelfall wieder geschlossen werden müssen.“

Enttäuscht zeigte sich Meidinger mit Blick auf die Vorbereitung der Bundesländer auf das neue Schuljahr. „Auf diese Szenarien, die eventuell beim Schulbeginn auf uns warten, sind weder die Schulen, noch die Politik, noch die Länder ausreichend vorbereitet.“ Man habe zunächst lange gezögert, mit welchem Konzept man die Schulen öffne. Nun falle das Abstandsgebot weg, welches eigentlich das „Rückgrat der Hygieneregelungen war“.

Er befürchte ein „großes Durcheinander“. Auch der Bundeselternrat geht nach Aussagen des Vorsitzenden Stephan Wassmuth davon aus, dass das Schuljahr „keineswegs planmäßig verläuft“. Aus diesem Grund fordert er eine „Entrümpelung“ des Lehrplanes.

Der Lehrerverbands-Präsident kritisierte auch, dass es für einen Vollbetrieb ohne Abstandsregeln an Lehrkräften mangele. Nach Schätzungen von Bildungsgewerkschaften werden bis zu 20 Prozent der Lehrer in die Risikogruppe eingestuft und könnten daher für einen Präsenzunterricht ausfallen. „Man muss sich ehrlich machen. Ideale Unterrichtsbedingungen wird es noch lange nicht geben“, sagte Meidinger.

Der Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt gab zu bedenken, dass Kindern ohne ausreichend Unterricht über einen längeren Zeitraum „enorme Folgeprobleme, etwa in Bezug auf die körperliche und psychische Entwicklung“ drohen würde. „Der Anspruch muss sein, einen weitestgehenden Regelbetrieb an den Schulen zu sichern – im Sinne der Kinder.“

Kritik an mangelnder Digitalisierung

Weiter sagte Meidinger: „Gleichzeitig haben wir den Eindruck, dass man sich auch digital nicht weiterentwickelt. Es müsste ja jetzt in den Ferien Vollgas gegeben werden. Die Mittel des Digitalpaktes müssten endlich an den Schulen ankommen, ich sehe da weiter nur ein Tröpfeln.“

Er bekräftigte zudem seine Forderung nach einer Differenzierung zwischen Altersstufen. Damit könne man sichergehen, dass gerade jüngere Kinder die Betreuung bekämen, die sie brauchen. Bei Kindern bis zum Alter von zehn Jahren wisse man, dass diese nicht so infektiös seien. „Da glaube ich können wir beruhigter in einen Vollbetrieb gehen.“

Bei älteren Schülern hingegen zeigten Studien, dass diese sogar infektiöser sind als Erwachsene. „Da glaube ich, wird der Schichtbetrieb weiterhin das Normale sein müssen.“ In diesem Kontext müsse man die Wirksamkeit des Fernunterrichts verbessern und die Schüler und Lehrer mit entsprechenden Geräten ausstatten. „Dann glaube ich muss uns auch nicht bange sein, wenn mal in den Wechselbetrieb umgeschaltet werden muss“, so Meidinger.

Schulstart in MV am 3. August

Am kommenden Montag startet Mecklenburg-Vorpommern als erstes Bundesland in das neue Schuljahr. Der Hygieneplan sieht einen „verlässlichen Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“. Insoweit sind für Grundschulen an fünf Tagen vier Stunden und für alle weiterführenden Schulen fünf Stunden Präsenzunterricht vorgesehen. Eine ausdrückliche Maskenpflicht gibt es in den Schulen nicht. Es bestehe jedoch weiterhin die Möglichkeit, Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen, heißt es vom Ministerium.

Zur Vermeidung von Infektionen werden weiterhin in der Schule Begrüßungsrituale mit körperlicher Nähe, Umarmungen und Händeschütteln untersagt. Direkte körperliche Kontakte müssen auf das „unbedingt notwendige Maß“ reduziert werden. Ein Mindestabstand von 1,5 Meter soll möglichst eingehalten werden, im Unterricht gilt dieser jedoch nicht.

Dafür sollen Schüler in feste Gruppen eingeteilt werden. Wie diese Gruppen auszusehen haben, hat das Ministerium in Mecklenburg-Vorpommern konkret vorgeschrieben. Diese Gruppeneinteilung hält die  Schulleitungsvereinigung laut „NDR“ zu starr. Viele Schulen hätten es begrüßt, die Gruppen abhängig von der Raumsituation selbst zu bilden. Zudem seien die Gruppen an vielen Schulen ungleich groß, gab die Vorsitzende der Schulleitungsvereinigung Heike Walter zu bedenken.

Auch Meidinger sieht die Gruppeneinleitung kritisch. An einer gymnasialen Oberstufe mit Kurssystem, wo Schüler ständig mit anderen Mitschülern zusammen sind, sei das kaum umsetzbar. Auch das im Hygieneplan vorgesehene ständige Belüften der Räume sieht er problematisch. „An vielen Schulen lassen sich die Fenster in höher gelegenen Klassenräumen aus Sicherheitsgründen nicht oder nur einen Spalt öffnen.“ (dts/sua)

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