Zwei Dutzend von 12 Millionen: Nur wenige Infektionen in Corona-Warn-App registriert

Von 25. Juni 2020 Aktualisiert: 25. Juni 2020 10:46
Etwa eine Woche nach dem Start der deutschen Corona-Warn-App haben die ersten Nutzer eine Infektion gemeldet. Damit warnte die App erstmals andere vor einer möglichen Ansteckung mit "Schutzmaßnahmen empfohlen".

In der letzten Woche registrierte das RKI etwa 3.900 Neuinfektion mit dem KPC-Virus. Die Entwickler der deutschen Corona-Warn-App rechneten daher mit mindestens einhundert Menschen, die ihren Status in der App ändern sollten. Tatsächlich meldeten sich – per Telefon – nur zwei Dutzend.

Wie der „Spiegel“ schreibt, könnten die Entwickler trotz Einsicht in gewisse Daten, „weder erkennen, wo sich infizierte Personen aufhalten oder mit wem sie Kontakt hatten, noch wer eine Benachrichtigung angezeigt bekommt.“ Wer seinen Status anschließend auf Twitter postet, sollte sich jedoch nicht über den Datenschutz aufregen.

Ob ein Risiko besteht und wie hoch dieses ist, errechne die App auf dem Smartphone selbst. Grundlage dafür bilden die Infektionsmeldungen anderer Nutzer.

Im Falle des Kontakts mit einem (nachträglich) als infiziert bestätigtem Nutzer empfiehlt die App neben Schutzmaßnahmen, darunter die, sich testen zu lassen. Dies ist, wie die Installation der App, freiwillig. Der Risiko-Hinweis (siehe unten) sei jedoch ausreichend, um sich auch ohne Symptome testen zu lassen.

Herdenimmunität schon ab 43 Prozent – aber „keine fixe Größe“

Eine überstandene COVID-19-Erkrankung führt bei den Infizierten möglicherweise zu einer Immunität. Für eine sogenannte Herdenimmunität – dem Anteil der Menschen die immun sein müssen, um eine erneute Ausbreitung zu verhindern – gingen Wissenschaftler bislang von 60 Prozent aus. Für Deutschland bedeutet das, dass 65 Millionen Menschen entweder eine natürliche (durch Genesung) oder künstliche (durch Impfung) Immunität aufzeigen müssen.

Mathematiker der britischen Universität Nottingham errechneten jüngst, dass die Herdenimmunität keine fixe Größe ist. In ihre in „Science“ veröffentlichten Studie, legen sie nahe, dass die kritische Anzahl vielmehr von unterschiedlichen Faktoren abhängt.

Die bisherigen Berechnungen der nötigen Immunitätsrate gehen davon aus, „dass alle Gruppen in der Gesellschaft gleichermaßen immun sind, wie dies nach einer allgemeinen Impfung zu erwarten wäre“, schreibt das „Ärzteblatt“.

Die tatsächliche Immunität beruht zum jetzigen Zeitpunkt jedoch ausschließlich auf überstandenen Infek­tionen. Diese, so die Zahlen des RKIs, verteilen sich jedoch keineswegs gleichmäßig in den Altersgruppen. Zudem sind bestimmte Menschen aktiver und haben mehr Kontakte als andere. Das wiederum wirkt sich direkt auf mögliche Infektionsketten aus.

Unter Berücksichtigung des Alters und der sozialen Aktivität geht das Team um Frank Ball davon aus, dass bereits 43 Prozent immune Menschen wirksam eine Ausbreitung verhindern könnten. Auch diese Zahl sei jedoch, so die Forscher, keineswegs eine absolut fixe Zahl und sollte „nicht wortwörtlich genommen“ werden. Selbst im Kreis Heinsberg sei erst mit etwa 15,5 Prozent immunen Menschen zu rechnen.

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