Der S-Bahnhof Friedrichstraße von der Spree aus gesehen.Foto: iStock

Wirt macht Rückzieher: Hausverbot für die Kanzlerin in Polit-Kneipe von Berlin aufgehoben – wegen Applaus „aus der falschen Ecke“

Epoch Times1. November 2020
Der Wirt der Polit-Kneipe "Ständige Vertretung" in Berlin ruft Gastronomen dazu auf, sich seinem Hausverbot gegen Politiker anzuschließen. Doch was das Hausverbot gegen Kanzlerin Merkel angeht, kommt ein Rückzieher: Wegen Applaus "von der falschen Seite". Er distanziert sich von rechtsextremen Gesinnungen und Verschwörungstheoretikern.

Die Betreiber der legendären Polit-Kneipe „Ständige Vertretung“ in Berlin gingen am Wochenende mit einer Aktion durch die Medien: Sie erteilten verschiedenen Politikern ein Hausverbot, wie die „Berliner Zeitung“ schrieb. Weder Angela Merkel noch Olaf Scholz, Karl Lauterbach, Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller, Markus Söder, Jan Phillip Bubinger und die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalyci sollten künftig neben dem Bahnhof Friedrichstraße im „StäV“ essen können.

Am Montag kommt der Rückzieher: Der Wirt rudert zurück. Man freue sich „auch in Zukunft weiterhin alle politisch Aktiven zusammen mit ihren Mitarbeitern und Wählern in der ‚Ständigen Vertretung‘ begrüßen zu können.“

Warum? Es habe auch Applaus „aus der falschen Ecke gegeben“, wie der „Fokus“ die Betreiber zitiert. Und weiter: „Wir verwehren uns dagegen, dass diese Kreise unser Video für ihre Zwecke ausnutzen und instrumentalisieren … Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, aber wir möchten noch einmal klarstellen, dass wir uns entschieden von rechtsextremen Gesinnungen und Verschwörungstheoretikern distanzieren.“

Zwangsschließung für Gastronomie eine Katastrophe

Zuvor erklärte Geschäftsführer Jörn Peter Brinkmann: Würde die Kanzlerin vor der Tür stehen – „jetzt geht es ja nicht, wir müssen ja schließen“ – würde er sich versöhnlich zeigen und erstmal mit ihr ins Gespräch kommen. Vor der Tür.

Brinkmann rief andere Gastronomen dazu auf, sich dem Hausverbot gegen Politiker anzuschließen. Er sagte dpa am Samstag, dass die erneute Zwangsschließung eine Katastrophe für die Gastronomie sei und warf der Bundesregierung Aktionismus statt überlegtem Handeln vor.

Mit einem Video erklärte Brinkmann und sein Geschäftspartner Jan Philipp Bubinger, dass die Politik seit April die Zeit nicht gut genutzt habe – im Gegensatz zu ihnen. Das „StäV“ baute bereits für einen Corona-konformen Betrieb um, mit einer Luftfilteranlage im Innenraum und einer Pelletheizung im Außenbereich. (dpa/ks)

 



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion