Hagen: Dekorierte Wassertanks sollen Weihnachtsmarkt vor LKW-Attentat schützen

Betonsperren, Autos oder Sandsäcke sollen deutschlandweit Weihnachtsmärkte vor LKW-Terroranschlägen schützen. In Hagen sollen dafür 20 Wassertanks aufgestellt werden.

Im vergangenen Dezember raste der mutmaßliche Attentäter Anis Amri mit einem Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berlin Gedächtniskirche – 11 Menschen wurden getötet, 55 weitere verletzt.

Auch in Nizza, Barcelona und New York gab es terroristische Angriffe mit Fahrzeugen. Das hat Auswirkungen auf Sicherheitsmaßnahmen bei verschiedenen Veranstaltungen, so auch beim Hagener Weihnachtsmarkt.

Dort sollen 20 Wassertanks mit jeweils 1.000 Liter Wasser fast alle Zufahrten zum Weihnachtsmarkt blockieren. „Die Wassercontainer sollen die Besucher vor Fahrzeugen schützen, die auf dem Weihnachtsmarkt nichts zu suchen haben“, erklärte Thomas Lichtenberg vom Hagener Ordnungsamt der „Westfalenpost“ (WP).

Um die weihnachtliche Stimmung nicht zu trüben, sollen die Tanks dekoriert werden. Zwischen den Behältern sollen außerdem Weihnachtsbäume platziert werden. „Wir wollen unseren Besuchern ein schönes Entree bieten“, sagte der Leiter des Weihnachtsmarktes, Dirk Wagner. Das neue Maskottchen des Hagener Weihnachtsmarktes – ein roter Kobold – soll dabei ebenfalls zum Einsatz kommen.

Auch sollen sich Beamte in Zivil und Uniform unter die Besucher mischen. Die Gefährdungslage in Hagen sei trotz der Vorkehrungen nicht erhöht, meinte Martin Idel von der Führungsstelle Gefahrenabwehr.

Ob und wieviele islamistische Extremisten es in Hagen gebe, könne aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitgeteilt werden, so Idel weiter.

Placebo-Effekt: Anti-Terror-Betonsperren schützen nicht vor LKW-Attentat

Nicht nur in Hagen werden strengere Sicherheitsvorkehrungen auf den Weihnachtsmärkten gelten. Auch in anderen Städten sollen Betonpoller, Autos oder Sandsäcke Anschläge mit einem Fahrzeug verhindern, heißt es im Artikel der WP.

Doch können solche Sicherheitsvorkehrungen vor LKW-Attentaten schützen? Das wollte die Prüfgesellschaft Dekra in Hamburg herausfinden. Dafür sollte ein LKW mit 50 Kilometer pro Stunde gegen 2,4 Tonnen schwere Betonblöcke fahren. Die EPOCH TIMES berichtete.

Die sogenannten „Nizza-Steine“ sind inzwischen sehr beliebt zur Sicherung von Außen-Events wie Festivals und Märkten. Ursprünglich dienten sie ähnlich dem Lego-Prinzip zum aufstellen temporärer Wände.

Beim Dekra-Test fuhr ein Fahrzeug vom gleichen Typ wie der LKW, mit dem der Anschlag in Nizza verübt wurde, mit 50 Stundenkilometern gegen die Blöcke. Das Ergebnis: Der LKW wurde bei dem Aufprall zwar beschädigt, konnte aber seine Fahrt fortsetzen und hätte nach Aussagen der Tester noch 50 weitere Meter rutschen können. Bei größeren und schnelleren LKW würden die Distanz noch länger werden.

Die Steine würden keinen wirklichen Schutz bieten, sondern eher einen beruhigenden Effekt haben. Ein Hersteller spricht sogar von einer Placebo-Effekt. Wenn es aber hart auf hart kommt, dann können die Steine sogar zu gefährlichen Geschossen werden, die, einmal vom LKW angestoßen, viele Meter gleiten und verheerende Zerstörungen anrichten können.

(as)

Mehr dazu:

Anti-Terror-Betonsperren: „Nizza-Steine“ schützen nicht vor LKW-Attentat – reiner Placeboeffect sagt sogar Hersteller

Strafantrag gegen New York-Attentäter: Islamist fühlt sich „gut“ angesichts der Tat – Trump fordert Todesstrafe

Terror in Barcelona: Transporter rast in Menschenmenge – 13 Tote und 80 Verletzte – IS bekennt sich

Kommentieren
Werte Leserinnen und Leser,
hier werden von unseren Moderatoren freigegebene Kommentare veröffentlicht! Wir werden sie so schnell wie möglich freischalten - täglich zwischen 7 und 22 Uhr. Wir bitten um Ihr Verständnis und bedanken uns für konstruktive Ergänzungen, Anregungen, über kritische Anmerkungen und auch über Humor.

Ihre Epoch Times-Redaktion