Während einer Razzia im Rahmen von Ermittlungen (Symbolbild).Foto: Polizei Bremen/Archiv/dpa

Globale Aktion: 800 Razzien weltweit – 70 Festnahmen in Deutschland gegen organisierte Kriminalität

Epoch Times8. Juni 2021 Aktualisiert: 8. Juni 2021 14:26

Bei den weltweiten Polizeieinsätzen gegen das organisierte Verbrechen sind mehr als 800 Verdächtige festgenommen worden, davon mehr als 70 in Deutschland.

Im Rahmen der international abgestimmten Einsätze seien deutschlandweit mehr als 150 Objekte durchsucht worden, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt (BKA) am Dienstag mit weiteren beteiligten Behörden mit. Schwerpunkt der Einsätze war demnach das Bundesland Hessen.

Philippe Lecouffe von der europäischen Polizeibehörde Europol sagte am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Den Haag, bei den gut 800 Razzien in Europa, Neuseeland, Australien und den USA seien mehr als acht Tonnen Kokain beschlagnahmt worden.

300 Kryptohandys bei Kriminellen in Umlauf gebracht

Diese Aktion, die „eine der größten und ausgefeiltesten Strafverfolgungsoperationen im Kampf gegen verschlüsselte kriminelle Aktivitäten“ gewesen sei, führte laut Behörde auch unter auch zur Sicherstellung von 22 Tonnen Cannabis und Cannabisharz, zwei Tonnen synthetische Drogen (Amphetamin und Methamphetamin), sechs Tonnen synthetische Drogenvorläufer, 250 Schusswaffen, 55 Luxusfahrzeuge und über 48 Millionen US-Dollar in verschiedenen weltweiten Währungen und Kryptowährungen.

Die Ermittlungen auf Grundlage von Kryptohandy-Überwachung hätten etwa hundert Menschen das Leben gerettet, hob Calvin Shivers von der US-Bundespolizei FBI in Den Haag hervor. Demnach hatte seine Behörde in den vergangenen 18 Monaten in mehr als hundert Ländern mehr als 300 Kryptohandys bei Kriminellen in Umlauf gebracht und dann überwacht.

Ermittler verschafften Zugang zu verschlüsselten Kommunikationsplattform

Die Ermittler verschafften sich so Zugang zu einer verschlüsselten Kommunikationsplattform, die von kriminellen Banden genutzt wurde, und die Chats jahrelang mitgelesen: Unter dem Namen „Operation Trojanerschild“ verfolgten Ermittler in 16 Ländern, wie Mitglieder der Mafia, asiatischer Verbrechersyndikate oder krimineller Motorradbanden Drogengeschäfte, Geldwäsche und sogar Bandenmorde über die Plattform „AN0M“ planten. Die Geräte verfügen über keine Mail-, Telefon- oder GPS-Funktionen und können nur Nachrichten an andere „AN0M“-Handys versenden.

An der internationalen Razzia waren neben dem BKA das US-FBI, die niederländische Nationalpolizei und die schwedische Polizeibehörde zusammen mit der US-Drogenbehörde DEA und 16 weiteren Ländern beteiligt. Das teilte die EU-Polizeibehörde Europol am Dienstagvormittag mit.

Weitere „Spin-off-Operationen“ sollen folgen

Weitere „Spin-off-Operationen“ würden in den kommenden Wochen durchgeführt, hieß es. Die Operation Trojan Shield/Greenlight werde es Europol ermöglichen, „aufgrund der Qualität der gesammelten Informationen die Erkenntnisse über die organisierte Kriminalität in der EU weiter zu verbessern“. Dieses verbesserte nachrichtendienstliche Bild werde „die fortgesetzten Bemühungen unterstützen, operierende kriminelle Ziele auf globaler Ebene zu identifizieren“, schrieb die EU-Polizeibehörde. (dts/afp)



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