Gespräch mit der Tochter von Zhao Ziyang

Von 31. Januar 2005 Aktualisiert: 31. Januar 2005 2:14
Die Familie erhofft gerechte Beurteilung des Vaters - Während man im Volk trauert übt die Partei Zurückhaltung

Nach dem Tod des ehemaligen Generalsekretärs der chinesischen KP, Zhao Ziyang, am 17. Januar haben viele Menschen innerhalb und außerhalb von China der Familie ihr Beileid zum Ausdruck gebracht. Unter anderen wandte sich der US-Kongress mit einem Beileidsschreiben an Zhaos hinterbliebene Ehefrau.

Noch vor der Trauerzeremonie am 29. Januar auf dem Friedhof Babaoschan in Peking sprach die Epoch Times mit der Tochter des Verstorbenen, Wang Yannan (Mädchenname Zhao Liang), und seinem Schwiegersohn, Wang Zhihua.

Familie Wang dankte der Öffentlichkeit für die Anteilnahme an der Trauer und ließ erkennen, dass sie den Standpunkt der chinesischen Regierung in der Beurteilung des erfolgreichen Reformers und entschiedenen Gegners des Militär-Einsatzes auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Jahr 1989 nicht teile.

Die Regierung hatte keine Gedenkfeier zur Würdigung des früheren Generalsekretärs angeordnet. Auch wurde die Nationalflagge nicht, wie bei dem Tod ehemaliger Staatsführer üblich, auf Halbmast gesenkt.

Wang Yannan und Wang Zhihua ließen in dem Gespräch erkennen, dass der Familie des Verstorbenen kaum Einfluß auf die Gestaltung der Trauerfeier und die zugelassenen Gäste und Journalisten eingeräumt worden war. Sie sagten dazu: „Diese Frage wird wahrscheinlich in China anders gehandhabt als im Ausland. Im Ausland kann man eine Veranstaltung nach eigenem Willen ausrichten, aber hier ist das ziemlich oft nicht möglich.“

Wang Yannan sagte der Epoch Times zu der Frage einer gerechten Beurteilung ihres Vaters durch die chinesische Regierung und die Anteilnahme aus Übersee: „Ich bin dankbar für die Anteilnahme der Menschen aus Übersee. Wegen der Situation in China ist es besser, wenn ich nichts sage. Meine Familie und ich denken, dass das Volk und die Geschichte vielleicht doch ein gerechtes Urteil in dieser Sache fällen wird. In diesem Moment erlaubt mir meine Situation jedoch nicht Ihnen zu sagen, wie wir wirklich denken.“

Auf die Frage der Epoch Times, ob ihrer Meinung nach die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft eine Auswirkung habe, sagte Wang Zhihua: „Natürlich sind wir jedem dankbar, der sich über diese Sache Gedanken macht. Ich denke, in der Zukunft werden viele Menschen ihre Bedenken äußern. Wir sind dafür sehr dankbar. Ich glaube, dass all dies einen Unterschied macht.“



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