Ein zerstörtes Polizeiauto bei den Unruhen in Dongyang in der Provinz Zhejiang, unweit von Xinchang (Foto: boxum.com)

Schwere Auseinandersetzungen wegen Umweltvergiftung südlich von Shanghai

Epoch Times21. Juli 2005 Aktualisiert: 21. Juli 2005 16:56

15.000 Leute versammelten sich am Sonntagabend in Xinchang, einer chinesischen Stadt rund 200 km südlich von Shanghai und lieferten sich schwere Auseinadersetzungen mit der Polizei, berichtete die International Herald Tribune am Mittwoch. Unbeeindruckt von den dicken Tränengas-Wolken flogen Steine und Polizeiautos wurden umgestürzt. Die Proteste zogen sich über drei Tage hin.

Anfang des Monats war ein Kessel mit giftigen Chemikalien in der Arzneimittelfabrik Jinxing explodiert, ein Mann starb und die Umgebung flussabwärts wurde verseucht.

„Auf unseren Feldern wächst kein Korn mehr“, wurde eine Bäuerin in der International Herald Tribune zitiert. „Wir getrauen uns nichts zu essen, was in der Nähe angepflanzt wurde.“

Die Bevölkerung bestimmte eine Gruppe von Vertretern um Schadensersatz, kostenlose Gesundheitsuntersuchungen und medizinische Betreuung der Betroffenen zu fordern. Als die Gruppe am 4. Juli zur Fabrik ging, mussten die Teilnehmer vom Sicherheitsdienst Schläge einstecken. Am nächsten Tag kamen die Bewohner mit einer größeren Gruppe zurück, ergriffen den verantwortlichen Sicherheitsbeamten und forderten die Schliessung der Fabrik.

Als die Behörden bekannt gaben, dass die Fabrik nach der verheerenden Explosion wieder geöffnet werden sollte, besetzten die Bewohner die Tore und eine kleine Gruppe drang in die Fabrik ein.

Die Behörden von Xinchang verschafften sich Zeit und liessen die Arbeit in der Fabrik einstellen. Jedoch am 14. Juli hieß es, die Arbeit würde wieder aufgenommen.

Am nächsten Tag versammelten sich Tausende vor den Fabriktoren, zerrten die Wachtposten weg und warfen die Fenster mit Steinen ein. Der Fabrik blieb nichts anderes übrig als zu schliessen.

Vom letzten Sonntag bis Dienstag war der Höhepunkt im Konflikt um die Fabrik.

Nach Angaben eines Informanten aus der Regierung gab es in China im letzten Jahr rund 74.000 Massenproteste, war in der International Herald Tribune zu lesen.

Im nahe gelegenen Dongyang war es im April zu schweren Ausschreitungen im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung gekommen, durch die die Regierung zum Einlenken gezwungen wurde. Trotz grosser Anstrengungen der chinesischen Behörden keine (?)Nachrichten über Demonstrationen zu verbreiten, waren die Bewohner von Xinchang offensichtlich genau darüber informiert. D.U./DNE



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