Das Logo der Winterolympiade und der Paralympischen Spiele 2022 in Peking.Foto: WANG ZHAO/AFP via Getty Images

Uiguren-Gruppe drängt zur Verlegung der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking

Der Weltkongress der Uiguren fordert die Verlegung des Austragungsortes für die Olympischen Winterspiele 2022, die für China geplant sind. Grund sind die Menschenrechtsverletzungen seitens der KP Chinas. „Wir fordern, dass die Olympiade 2022 verlegt wird, wenn weiterhin internationale Verbrechen gegen die Uiguren verübt werden“, stellte ein Sprecher der Uiguren klar.

Der Uigurische Weltkongress fordert vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC), seine Entscheidung, die Winterspiele 2022 in Peking abzuhalten, zu überdenken. Grund ist die Menschenrechtssituation in der chinesischen Region Xinjiang.

In einer formellen Beschwerde an die Ethikkommission des IOC erklärte der Uigurische Weltkongress, das IOC habe „gegen die Olympische Charta verstoßen, indem es versäumt hat, die Austragung der Olympischen Spiele 2022 in Peking zu überdenken“, obwohl China „nachweislich Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit an den Uiguren und anderen türkischen Muslimen begangen hat“.

Uigurischer Weltkongress hofft auf eine Überlegung der Ethikkommission des IOC

„Wir hoffen, dass sich die Ethikkommission mit dem Thema befasst, welches wir ihr vorgelegt haben“, sagte Michael Polak, ein in London ansässiger Anwalt, der die Stellungnahme des Weltkongresses der Uiguren vorbereitet hat. Er erklärt:

Wir fordern, dass die Olympiade 2022 verlegt wird, wenn weiterhin internationale Verbrechen gegen die Uiguren verübt werden.“

Das IOC antwortete daraufhin, dass es „in allen weltpolitischen Fragen neutral bleiben muss“. Es habe „Zusicherungen“ von Peking erhalten, dass „die Prinzipien der Olympischen Charta im Zusammenhang mit den Spielen respektiert werden“, so das IOC in einer Erklärung, die per E-Mail an Epoch Times geschickt wurde.

Der Präsident des Uiguren-Weltkongresses Dolkun Isa ergänzt:

Das IOC kann sich nicht länger auf Unkenntnis über Chinas Völkermord am uigurischen Volk berufen.“

„Wenn das Internationale Olympische Komitee der chinesischen Regierung erlaubt, die Olympischen Winterspiele 2022 auszurichten, wird dies als eine historisch beschämende Entscheidung in die Geschichte eingehen“, so Dolkun Isa.

Uiguren sind in China Folter und Sklaverei ausgesetzt

Die größte uigurische Organisation der Welt habe dem IOC Beweise für Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgelegt, welche in Xinjiang stattgefänden. Dazu zählen Massensterilisation, willkürliche Inhaftierung in Gefangenenlagern, Folter, repressive Sicherheits- und Überwachungsmaßnahmen sowie Zwangsarbeit und Sklaverei.

Die Abhaltung der Olympischen Spiele in Peking würde „als Unterstützung für die extreme Unterdrückung angesehen werden, unter der die Uiguren leiden“, so die Gruppe in einer Erklärung.

Außerdem, so die Gruppe, könnte das IOC sogar „direkt in Verbrechen“ gegen Uiguren und andere türkische Muslime verwickelt sein. Es sei unmöglich sicherzustellen, dass die Produkte, welche für die olympischen Waren verwendet werden, nicht durch Sklavenarbeit hergestellt werden.

Nach den von der Exekutivkommission des US-Kongresses für China und der UNO zitierten Zahlen sollen bis zu eine Million Uiguren und andere ethnische Minderheiten in chinesischen Einrichtungen zur Umerziehung festgehalten werden.

Sanktionen und schwarze Listen für Verfolger

Ehemalige uigurische Gefangene berichteten zuvor der Epoch Times, dass sie gefoltert wurden. Sie wurden gezwungen, ihren Glauben zu denunzieren und der Kommunistischen Partei Chinas Treue zu schwören, während sie in oft überfüllten Einrichtungen festgehalten wurden.

Uigurische Frauen sind Zwangssterilisation, -abtreibung und -familienplanung ausgesetzt gewesen, wie ein kürzlich veröffentlichter Bericht ergab.

Die Vereinigten Staaten haben bereits Sanktionen gegen vier chinesische Funktionäre verhängt, die in Menschenrechtsverletzungen gegen Uiguren verwickelt sind. Darunter ist der Parteisekretär der Region Xinjiang Chen Quanguo, der ebenso Mitglied des mächtigen Politbüros der KP Chinas ist.

Das US-Handelsministerium hat elf chinesische Unternehmen wegen ihrer Beteiligung an Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang auf eine schwarze Liste gesetzt.

In Großbritannien haben Abgeordnete die Regierung aufgefordert, ähnliche Sanktionen gegen chinesische Beamte zu verhängen, die für den Missbrauch in Xinjiang wie auch in Hongkong verantwortlich sind.

Mitglieder des Europaparlaments haben die Europäische Union auch dazu aufgefordert, „dringende politische Maßnahmen“ zu ergreifen, um die „unmenschlichen Handlungen“ des chinesischen Regimes gegen die Uiguren einzudämmen.

Der Originalartikel erschien in The Epoch Times USA (deutsche Bearbeitung von sza)
Originalfassung: Uyghur Group Urges IOC to Move 2022 Winter Games From Beijing



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