CDU/CSU fallen auf historisches Tief: 24 Prozent – Sinkende Zustimmung für Kramp-Karrenbauer

Von 9. Juni 2019 Aktualisiert: 9. Juni 2019 9:16
Nicht einmal mehr jeder Vierte will laut Forsa der CDU oder der CSU zur Zeit seine Stimme geben. Noch verheerender die Zustimmungswerte für die Parteivorsitzende Kramp-Karrenbauer.

Vor einer Woche der Schock für die CDU, dass sie wieder auf den Wert von Ende Oktober 2018 gefallen ist, unmittelbar bevor Angela Merkel ihren Rücktritt als Parteivorsitzende ankündigte: 26 Prozent. Nun kommt es laut neuesten Forsa-Zahlen sogar noch schlimmer für die Union. Sie fällt diese Woche auf den tiefsten jemals gemessenen Wert: 24 Prozent. Nicht einmal mehr jeder Vierte will der CDU oder der CSU seine Stimme geben. Noch verheerender die Zustimmungswerte für die Parteivorsitzende Kramp-Karrenbauer.

Nach der SPD bricht auch die Union völlig ein

Wir erinnern uns, im August 2015, kurz bevor Merkel (CDU) und ihr damaliger Innenminister de Maizière, der später, nachdem er nicht mehr im Amt war, zugab, was damals die wahren Gründe waren, entschieden haben, die deutschen Außengrenzen preiszugeben, stand die Union bei 43 Prozent. Bei der letzten Bundestagswahl im September 2017 waren es dann nicht einmal mehr 33 Prozent (32,9).

Doch der Abstieg ging weiter. Ende Oktober 2018, dreizehn Monate nach der Bundestagswahl fielen CDU/CSU auf 26 Prozent. Nach dem desaströsten CDU-Wahlergebnis bei der Hessenwahl erklärte Angela Merkel, dass sie sich Anfang Dezember vom Parteivorsitz zurückziehen wolle. Die CDU inszenierte einen Wahlkampf und den Parteivorsitz mit den drei Kandidaten Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn. Die Umfragewerte stiegen wieder auf über 30 Prozent, in der Spitze bis zu 32 Prozent. AKK konnte sich in der Stichwahl ganz knapp mit 51,75 zu 48,25 Prozent gegen Merz durchsetzen und die CDU hat seither eine neue Bundesvorsitzende.

Doch der Anstieg hielt nur sehr kurz. Schon seit über vier Monaten geht es wieder bergab für CDU/CSU. Und nun haben sie sogar, zumindest laut Forsa, sogar ihren Tiefpunkt von Ende Oktober und letzter Woche mit 26 Prozent unterschritten und kommen zusammen gerade noch auf 24 Prozent. Das heißt die CDU alleine, ohne die CSU läge damit bereits unter 20 Prozent, hätte also nunmehr vorne eine 1. Hier in der Dawum-Grafik kann die Entwicklung sehr schön verfolgt werden:

Graf-2019-06-08-Forsa

CDU/CSU fallen hinter Die Grünen zurück, AfD jetzt gleichauf mit SPD

Damit dürfte die Union aber nicht nur einen neuen Tiefpunkt erreicht haben, sie liegt nun wohl auch hinter den Grünen zurück, bei Forsa sogar jetzt schon um 3 Punkte. Vor einer Woche war es nur ein Punkt. Die zwei Punkte, die CDU/CSU bei Forsa verlieren, kommen der AfD und der Linkspartei zu Gute, die beide um einen Punkt auf 12 bzw. 8 Prozent steigen. Hier die aktuellen Zahlen von Forsa (2.501 vom 03.06. bis 07.06.2019 telefonisch Befragte, in Klammern die Veränderungen zur Vorwoche):

  1. GRÜNE: 27 %
  2. CDU/CSU: 24 % (– 2)
  3. AfD: 12 % (+ 1)
  4. SPD: 12 %
  5. FDP: 8 %
  6. LINKE: 8 % (+ 1)
  7. Sonstige: 9 %

Legen wir alle Juni-Umfragen zu Grunde, die bisher von verschiedenen Instituten (INSA, Forschungsgruppe Wahlen, Infratest dimap und Forsa) durchgeführt wurden, so kommen wir auf folgende Mittelwerte (in Klammern die Veränderungen zur Bundestagswahl 2017):

  1. GRÜNE: 26 % (+ 17,1)
  2. CDU/CSU: 25,5 % (– 7,4)
  3. AfD: 12,75 % (+ 0,1)
  4. SPD: 12,75 % (– 7,8)
  5. FDP: 7,75 % (– 3,0)
  6. LINKE: 7,5 % (– 1,7)
  7. Sonstige: 7,75 % (+ 2,7)

2019-06-08

Woher kommt der Zulauf zu den Grünen?

Die Grünen können also ihr Bundestagswahlergebnis von September 2017 fast verdreifachen. Somit stellt sich die Frage, wo dieser immense Zuwachs herkommt. Er speist sich laut Forsa vor allem aus drei Gruppen:

  1. Ca. 34 Prozent der neuen Grünen-Wähler haben zuvor SPD gewählt,
  2. ca. 27 Prozent  haben zuvor CDU oder CSU gewählt und
  3. Ca. 25 Prozent stammen aus dem Lager der Nichtwähler.

Die Grünen schaffen es also derzeit am besten, von den drei Regierungsparteien bzw. zwei Regierungsfraktionen Stimmen abzuziehen und sie schaffen es am besten, bisherige Nichtwähler zu mobilisieren.

Forsa-Chef Prof. Manfred Güllner beschreibt dies gegenüber der Mediengruppe RTL wie folgt: „Die Grünen profitieren weiterhin von der höheren Wählermobilisierung, von der Selbstzerfleischung der SPD und vom Versuch der CDU, die Grünen beim Bemühen um den Klimaschutz zu übertrumpfen. Doch den Status einer wirklichen Volkspartei haben sie trotz hoher Sympathiewerte noch nicht erreicht.“

Die Grünen sind eine West-, eine Frauen- und eine Partei der Jüngeren sowie der oberen Bildungsschichten

Dass Die Grünen besonders bei jüngeren Wählern sehr gut ankommen, haben wir hier schon herausgearbeitet. Doch es lassen sich noch weitere Korrelationsfaktoren nennen. Es gibt gleich mehrere Kriterien, in welchen Gruppen die Grünen besonders punkten. So gilt zum Beispiel auch: Die Grünen sind nach wie vor eine Wessi-Partei:

  • In Westdeutschland kommen sie nämlich auf 30 Prozent,
  • im Osten dagegen nur auf die Hälfte, nämlich 15 Prozent.

Und auch zwischen den Geschlechtern zeigt sich ähnlich wie bei der AfD ein deutlicher Unterschied, nur anders herum, während bei allen anderen Parteien das Geschlecht keine große Rolle spielt, was das Wahlverhalten anbelangt:

  • 33 Prozent der Frauen wählen grün,
  • aber nur 21 Prozent der Männer.

Weiter ist festzustellen: Die Anhänger der Grünen stammen überwiegend aus den oberen Bildungsschichten:

  • 32 Prozent von ihnen haben Abitur oder Hochschulstudium,
  • 16 Prozent haben einen Hauptschulabschluss.

Kanzlerfrage: Habeck schlägt AKK und Scholz

Könnten die Deutschen ihren Bundeskanzler direkt wählen, sähe es laut Forsa und RTL/n-tv-Trendbarometer wie folgt aus (Angaben jeweils in Prozent):

  • Robert Habeck (Grüne) gegen Olaf Scholz (SPD): 28 – 23
  • Robert Habeck (Grüne) gegen Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU): 34 – 21
  • Olaf Scholz (SPD) gegen Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU): 28 – 19

Das heißt, bei den Wählern kommt Habeck von diesen Dreien am besten an, Scholz am zweitbesten und Kramp-Karrenbauer am schlechtesten. Gegenüber Scholz fällt ihr Wert sogar erstmals unter 20 Prozent. Die CDU-Vorsitzende verliert immer weiter an Sympathien und Kompetenz-Zuschreibung.

KK (2)

Allerdings würden sich bei der Alternative Kramp-Karrenbauer 41 Prozent, bei der Alternative Scholz sogar 47 Prozent der Grünen-Anhänger nicht für Habeck als Kanzler entscheiden. Das heißt, die Grünenwähler finden zwar die Partei irgendwie gut und wichtig, sind sich aber zum großen Teil, etwa 4 bis 5 von 10, noch nicht sicher, ob ein Grüner auch Kanzler könnte. Forsa-Chef Prof. Manfred Güllner gegenüber der Mediengruppe RTL: „An einen grünen Kanzlerkandidaten müssen sich die Bundesbürger erst noch gewöhnen. So kommt es, dass Habecks Rückhalt selbst bei den Anhängern der Grünen eher noch verhalten ist.“

Quelle für die Zahlen: RTL/n-tv-Trendbarometer

Zuerst veröffentlicht bei JFB

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Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.