Gustave Eiffel: Was der Mann, der den Eiffelturm entwarf, uns heute noch über Tugend lehren kann

Epoch Times5. November 2019 Aktualisiert: 4. November 2019 11:54
Seit nunmehr 110 Jahren ist der Eiffelturm das unübersehbare Wahrzeichen von Paris. Zur Zeit seiner Erbauung herrschte jedoch mehr als Zweifel an dem "unnötigen Schandfleck". Nicht zuletzt dank seiner Wertvorstellung überzeugte Gustave Eiffel mit seinem Entwurf.

Gustave Eiffels Vorschlag, ein monumentales Herzstück in der französischen Hauptstadt zu bauen, führte jahrelang zu großen Kontroversen. Aber die unerschütterliche Toleranz des Unternehmers gegenüber seinen Kritikern, der zudem Mut angesichts all der Meinungsverschiedenheiten bewies, gepaart mit einer Beharrlichkeit, ließen seinen Entwurf schließlich zu den größten architektonischen Errungenschaften der Moderne aufsteigen.

Auf der „Exposition Universelle“ im Jahr 1889, ebenfalls der 100. Jahrestag der Französischen Revolution, wurde im „Journal Officiel“ ein großer Wettbewerb zur Gestaltung eines neuen Pariser Wahrzeichens gestartet. Aus 107 Vorschlägen ausgewählt, wurde schließlich das Design von Gustave Eiffel, Maurice Koechlin, Emile Nouguier und Stephen Sauvestre ausgewählt.

Der Vorschlag der fleißigen Gruppe war die unglaubliche Idee, „die Möglichkeit zu prüfen, einen Eisenturm auf dem Champ-de-Mars mit einer quadratischen Basis von 125 Metern Breite und 300 Metern Höhe zu errichten.“

Eiffelturm: „unnötiger Schandfleck und hässliches Denkmal“

Der Bau des Gewinnerbeitrags stieß zunächst auf massiven öffentlichen Widerstand. Es galt als unnötiger Schandfleck, ein hässliches Denkmal, das die Schönheit der modernen und weltoffenen Stadt Paris beeinträchtigen würde.

Eine Petition mit dem Titel „Künstler gegen den Eiffelturm“ wurde sogar an den Arbeitsminister und Kommissar für die Ausstellung „Charles Alphand“ geschickt und am Valentinstag 1887 in der Zeitung „Le Temps“ veröffentlicht.

Wir, Schriftsteller, Maler, Bildhauer, Architekten und leidenschaftliche Anhänger der bisher unberührten Schönheit von Paris, protestieren mit aller Kraft, mit all unserer Empörung im Namen des geschmähten französischen Geschmacks gegen die Errichtung dieses nutzlosen und monströsen Eiffelturms“, so die wütende Aufforderung, dieses Bauwerk zu verhindern. Aber es ging noch weiter:

„Um unsere Argumente zu bekräftigen, stellen Sie sich für einen Moment einen schwindelerregenden, lächerlichen Turm vor, der Paris wie ein riesiger schwarzer Schornstein beherrscht und unter seiner barbarischen Masse Notre Dame, Tour Saint-Jacques, den Louvre, den Invalidendom, den Arc de Triomphe … ja all unsere grandiosen Denkmäler werden in diesem schrecklichen Alptraum regelrecht verschluckt.“

Aber Eiffel hielt an seinem Vorschlag fest. Der Bau begann am 28. Januar 1887 und wurde am 31. März 1889 beendet. Sofort nach seiner Fertigstellung wurde der Turm von Millionen von Menschen als eine außergewöhnliche Leistung des Ingenieurwesens angesehen.

Der Triumph des Eiffelturms

Der Eiffelturm wurde in zwei Jahren, zwei Monaten und fünf Tagen errichtet. Er ist 324 Meter hoch und wiegt erstaunliche 10.100 Tonnen und wurde von 1889 an für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Benannt ist er nach Gustave Eiffel höchst persönlich.

Allein im ersten Jahr des Bestehens des Eiffelturms wurden fast 2 Millionen Besucher gezählt. Laut Eiffels eigenem offiziellen Statement, sollte der Eiffelturm nur 20 Jahre lang stehen bleiben. Die rasante Verbreitung der Telekommunikation machte ihn jedoch unersetzlich. Der ikonische Turm diente seit 1903 als Militärfunkposten und übertrug 1925 die erste öffentliche Radiosendung.

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Der Eiffelturm ist inzwischen ein Beispiel für den französischen Einfallsreichtum. Das sofort erkennbare Denkmal hat auch als Inspiration für verschiedene Kunstwerke, in der Literatur und für die Filmwelt gedient.

Als der amerikanische Erfinder Thomas Edison während der Weltausstellung 1889 den Eiffelturm besuchte, trug er sich sogar mit folgender Botschaft ins Gästebuch ein:

An Monsieur Eiffel, den Ingenieur, den mutigen Erbauer eines so gigantischen und originellen Exemplars der modernen Technik von einem, der den größten Respekt und die größte Bewunderung aller Ingenieure hat, einschließlich des großen Ingenieurs, des Bon Dieu.“

Die Tugenden des Monsieur Eiffel

Hätte sich Eiffel von seinen Kritikern besiegen lassen, hätte Paris nie ein solches ikonisches Wahrzeichen erhalten. Eiffels Toleranz gegenüber den Kritikern trug ebenso zu seinem Erfolg bei wie sein Mut und seine Beharrlichkeit.

Die gleichen drei Tugenden können jedem einzelnen von uns helfen, sein ehrgeiziges Ziel zu erreichen oder seinen Traum zu verwirklichen.

Toleranz

Die Verantwortung für die eigene Toleranz liegt bei denen, die die größere Vision haben.“ – George Eliot, englische Schriftstellerin

Natürlich kommen mit großen Bestrebungen auch große Hürden auf einen zu. Toleranz ist jedoch das, was den ehrgeizigen Menschen über Wasser hält, wenn die Sintflut droht, wenn es Augenblicke gibt, wo die großartige Idee zu kentern droht. Wie die englische Schriftstellerin „Mary Ann Evans“, Künstlername „George Eliot“, einmal erklärte, ist es für jeden, der große Träume hat, eine notwendige Verantwortung, Toleranz gegenüber anderen und ihren Träumen auszuüben.

Mut

Deine Zeit ist begrenzt, also verschwende sie nicht mit dem Leben eines anderen. Lass Dich nicht vom Dogma gefangen nehmen, das sich nur mit den Ergebnissen des Denkens anderer Menschen zufriedengibt. Lass nicht zu, dass der Lärm der Meinungen anderer Deine eigene innere Stimme übertönt. Und vor allem, habe den Mut, Deinem Herzen und Deiner Intuition zu folgen.“ – Steve Jobs, Mitbegründer von Apple

Es ist ratsam, nicht vor Kritik zu fliehen. Nur wer in der Lage ist, seine härtesten Kritiker zu ertragen, wird die Höhen der Größe erreichen können.

Ausdauer

Das Leben ist für keinen von uns einfach. Aber was ist damit? Wir müssen Ausdauer und vor allem Vertrauen in uns selbst haben. Wir müssen glauben, dass wir für etwas begabt sind und dass dieser Traum erreicht werden muss“ – Marie Curie, Nobelpreisträgerin für Chemie 1911

Je größer der Ehrgeiz, desto größer die Opposition. Aber ebenso, je höher der Berg, desto spektakulärer ist die Aussicht von seinem Gipfel. Wie die Nobelpreisträgerin Marie Curie einmal bezeugte, zahlt sich Beharrlichkeit aus; der Glaube an das gewünschte Ziel lässt die Reise weitergehen, egal wie lang oder mühsam sie auch sein mag.

Der Eiffelturm steht seit 110 Jahren stolz da, 90 Jahre länger als ursprünglich geplant war. Eiffels Toleranz, Mut und Ausdauer legten den Grundstein für dessen Erfolg. Und die Werte sind nach wie vor stark.

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: What the Man Who Built the Eiffel Tower Can Teach Us About Virtue (deutsche Bearbeitung Jacqueline Roussety)