Die FPÖ Oberösterreich legte im Juni 2021 einen 4-Ebenen-Plan zur Vorsorge gegen einen Blackout vor.Foto: iStock

Gehen mit der Energiewende in Deutschland in Österreich die Lichter aus? FPÖ alarmiert

Von 22. Juni 2021 Aktualisiert: 23. Juni 2021 13:54
Binnen der nächsten fünf Jahre rechnet Österreich mit einem Blackout. Die FPÖ Oberösterreich nimmt die Warnungen des Bundesheeres und der Gesellschaft für Krisenvorsorge ernst und fordert, vorzusorgen.

Die Österreichische Gesellschaft für Krisenvorsorge und das Österreichische Bundesheer rechnen binnen der nächsten fünf Jahre mit einem Blackout. Diese Zeitspanne nannte Herbert Saurugg, Präsident der Gesellschaft und international anerkannter Experte für Blackout- und Krisenvorsorge bei der Vorstellung des 4-Ebenen-Plans der FPÖ am 16. Juni.

„Ich beschäftige mich seit zehn Jahren sehr intensiv mit den Entwicklungen im europäischen Stromversorgungssystem“, sagt Saurugg. „So, wie diese bisher verlaufen sind und das, was in den nächsten Monaten bis wenigen Jahren vor allem in Deutschland geplant ist, gehe ich fix davon aus, dass wir dieses Ereignis erleben werden. Wir sitzen hier mit 35 anderen Ländern in einem gemeinsamen Boot.“

„Scheinsicherheit ist schlimmer als Unsicherheit“

Die FPÖ Oberösterreich nahm die Risiko-Analyse des Bundesheeres ernst und erstellte einen 4-Ebenen-Plan zur Blackout-Vorsorge. Auf den vier Ebenen Bund, Land und Bezirk, Gemeinden und dem einzelnen Haushalt unterbreitet sie entsprechende Vorschläge für die Betroffenen.

FPÖ-Landesparteiobmann Dr. Manfred Haimbuchner bezeichnet Scheinsicherheit schlimmer als Unsicherheit: „Wir wollen dieses heiße Eisen angreifen und ehrlich zur Sprache bringen. Zivilschutz, insbesondere Blackout-Vorsorge, ist ein ständiger Prozess und keine Eintagsfliege.“

In Oberösterreich würde ein Blackout nach seinen Worten in den ersten 24 Stunden einen Primärschaden von über einer Milliarde Euro verursachen. Die Folgeschäden würden ein Vielfaches davon betragen. Dagegen sei sinnvolle Vorsorge ein Schnäppchen. Ein parteipolitisches Hickhack könne man sich bei diesem Thema nicht leisten.

Der Umstieg auf erneuerbare Energie mache das Stromnetz immer komplexer und damit auch fehleranfälliger. Neben Extremwetterlagen und technischen Gebrechen des Netzes könnten auch Fehlhandlungen oder Terror- oder Cyberangriffe die Energiesicherheit gefährden. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der Cyber-Angriff auf eine wichtige Erdöl-Pipeline in den USA im Mai.

Einen Blackout definiert Herbert Saurugg als einen plötzlichen, überregionalen, weite Teile Europas betreffenden und länger andauernden Strom-, Infrastruktur- und Versorgungsausfall, bei dem keine Hilfe von außerhalb zu erwarten ist. Lokale Stromausfälle sind hingegen kleinere, begrenzte Geschehnisse, bei denen die Versorgung nicht zusammenbricht und „nur“ Hunderttausende Menschen betroffen sind. Bei einem Blackout wären hingegen viele Millionen Menschen betroffen.

Landwirtschaft ist stark energieabhängig

Blackout-Experte Saurugg setzt an den Erfahrungen der Corona-Krise an. Die gering ausgeprägte Fähigkeit, sich selbst zu versorgen, wurde einigen Menschen bei den Hamsterkäufen mit Klopapier bewusst.

Bei einem tatsächlichen Blackout würde von einem Augenblick auf den anderen alles zum Stillstand kommen: kein Licht, kein Kochen, keine Heizung, kein Aufzug. Keine Kassen und damit kein Einkauf, kein Tanken und damit Stillstand auf den Straßen. Kein Handy, kein Festnetz, kein Internet und damit auch keine Notrufe.

Zum Teil ist zu erwarten, dass auch die Wasserversorgung ausfällt, weil die Pumpen keinen Strom mehr haben – wie kommt das Wasser in die höheren Etagen der Wohnhäuser?

In der Landwirtschaft und in der Produktion würden schwere Schäden drohen, binnen Stunden würden Millionen Tiere in den Ställen verenden, weil Kühlung, Lüftung oder Wasser ausfallen. Kühlhäuser geraten in Schwierigkeiten.

Krisenexperte: Die drei Phasen eines Energieausfalls

Saurugg teilt einen Blackout in drei Phasen ein: Die erste Phase umfasst die Stunden des akuten, totalen Stillstandes, in denen jeder auf sich selbst gestellt sein würde.

Auf europäischer Ebene – da die Energieversorgung EU-weit vernetzt ist – werde es wohl eine Woche dauern (zweite Phase), bis überall wieder Strom fließt. Doch auch da werde es noch zumindest einige Tage dauern, bis Handy, Festnetz und Co wieder funktionieren. Frühestens in der zweiten Woche würden Einkäufe wieder möglich sein – solange Produkte vorhanden sind. Alles, was nicht vorbereitet sei, werde nicht zur Verfügung stehen.

In der dritten Phase, die einige Wochen bis Monate dauern kann, werden die Infrastrukturen wieder hochgefahren und die Versorgung wieder hergestellt.

Die Anlaufzeit von Betrieben werde oftmals unterschätzt, wie ein Chipwerk in Texas zeigte. Die örtlichen Behörden ordneten wegen Strommangel am 15. Februar 2021 die geordnete Abschaltung an und erst im Juni war das Werk wieder voll aktiv. Bei einer ungeordneten Abschaltung seien die Probleme viel größer.

Schwere Schäden wären auch bei IT-Systemen zu erwarten, was den Wiederanlauf der Gesellschaft erheblich verzögern könnte. Bis die Tierhalter wieder genug Nahrungsmittel liefern könnten, würde es auch längere Zeit benötigen.

Vorsorge für zwei Wochen treffen

Zwei Drittel der Menschen vertrauen darauf, dass der Staat im Katastrophenfall die Basisversorgung von Grundnahrungsmitteln, medizinischer Grundversorgung, öffentlicher Sicherheit und Energie aufrechterhält, ergab eine Studie von Wien.

Es sollte realistisch hinterfragt werden, ob der Staat das schaffen kann – auch bei den Katastrophendiensten fällt irgendwann der Strom oder der Diesel aus. Krankenhäuser sorgen mit Notstromaggregaten vor, doch dort betreffe die Vorsorge auch die notwendigen Nahrungsmittel für die Patienten. Zu diesem Zweck seien neue Mindeststandards zu definierten, fordert der Krisenexperte.

Die Menschen sollten mehr Eigenverantwortung übernehmen und sich vorbereiten. Der Experte empfiehlt, auf eine Zeitspanne von zwei Wochen ohne Einkaufen für sich und seine Familie vorzusorgen. Ein Drittel der Menschen kann sich nach Angaben von Saurugg vier Tage selbst versorgen, zwei Drittel der Bevölkerung sieben Tage.

Auch wenn die Platzverhältnisse wie in städtischen Single-Haushalten beengt seien, sollte an eine minimale Vorbereitung mit Wasser, Lebensmittelvorrat, Kochen ohne Strom und Heizmöglichkeit ohne Strom gedacht werden. Es gebe keine wirkliche Alternative zur Eigenvorsorge. Tipps zur Eigenbevorratung sind auf seiner Website zu finden. Unternehmen rät er, Pläne für den Offline-Betrieb, den Notbetrieb und den Wiederanlauf („recovery“) anzulegen.

Video: Hilfe vom (deutschen) Staat? Wer es nicht schafft sich vorzubereiten, ist vorbereitet es nicht zu schaffen“ – Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Deutschland



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