Die tunesische Kriminalpolizei untersucht den Ort eines Angriffs auf Offiziere der tunesischen Nationalgarde am 6. September 2020 in Sousse, südlich der Hauptstadt Tunis.Foto: BECHIR TAIEB/AFP über Getty Images

Terrorakt: Tunesischer Nationalgardist stirbt nach Messerangriff in Badeort

Epoch Times6. September 2020 Aktualisiert: 6. September 2020 16:50

Mit Messern bewaffnete Angreifer haben in einem tunesischen Badeort am Sonntag ein Mitglied der Nationalgarde getötet und ein weiteres verletzt. Die Gendarmen waren in Akouda im Gebiet der Stadt Sousse rund 140 Kilometer südlich der Hauptstadt Tunis attackiert worden, wie ein Sprecher der Nationalgarde mitteilte. Drei Angreifer seien daraufhin in einem Feuergefecht getötet worden. Nach Angaben der Behörden handelte es sich um einen „Terrorangriff“.

Nach Angaben des Sprechers flohen die Angreifer nach der Attacke mit den Waffen und dem Fahrzeug der Nationalgardisten. Sicherheitskräfte hätten die Verfolgung durch die Stadt aufgenommen und die Flüchtenden gestellt. Bei einem Feuergefecht seien drei „Terroristen“ getötet worden.

Laut „BBC“ sei unklar, ob die Angreifer einer bestimmten extremistischen Gruppe angehören. Eine große Bedrohung in Tunesien ginge jedoch in den letzten Jahren von verstreuten Schläferzellen aus Dschihadisten aus, die aus Syrien, Libyen und dem Irak zurückkehrten.

In den ersten Jahren nach dem Arabischen Frühling 2011 hatte es eine Vielzahl islamistischer Anschläge in Tunesien gegeben. Im März war bei einem Anschlag auf die US-Botschaft in Tunis ein Polizist getötet worden.

Bei einem Anschlag auf das Bardo-Museum der Hauptstadt im März 2015 kamen 21 ausländische Touristen und ein Sicherheitsbeamter ums Leben.

Nur drei Monate später in der Nähe von Sousse waren bei einem Anschlag auf ein Hotel 38 Touristen getötet worden, die meisten waren Briten. Seither hat sich die Sicherheitslage in Tunesien deutlich verbessert. Allerdings gilt in dem Land seit 2015 der Ausnahmezustand. Angriffe auf die Sicherheitskräfte gibt es immer wieder.

Seit 2015 haben die aufeinander folgenden tunesischen Regierungen ihre Strategie zur Terrorismusbekämpfung geändert, indem sie sich mehr auf die Prävention als auf die Reaktion konzentriert haben, so ein BBC-Reporter vor Ort. Länder wie Deutschland und das Vereinigte Königreich haben zur Ausbildung von den einheimischen Sicherheitskräften beigetragen.

Diese Woche billigte das tunesische Parlament eine neue Regierung, die vom designierten Premierminister Hichem Mechichi gebildet wurde. Dieser Regierung sollen jetzt Technokraten angehören, statt wie früher Mitglieder der politischen Parteien. (afp/er)

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