UNO fordert sofortiges Ende der Gefechte in Vorort von Tripolis

Epoch Times26. September 2020 Aktualisiert: 26. September 2020 14:47

Die Vereinten Nationen haben das sofortige Ende von Gefechten nahe der libyschen Hauptstadt Tripolis gefordert. Die UN-Libyenmission (UNSMIL) ermahnte die Beteiligten in einer in der Nacht zum Samstag veröffentlichten Erklärung zur Einhaltung „ihrer Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht“. In einem Vorort der Hauptstadt hatten sich seit Donnerstagabend zwei mit der Einheitsregierung in Tripolis verbündete Milizen untereinander bekämpft.

Die Ursache der Gewalt war zunächst unklar. Lokalen Quellen zufolge hatten Streitigkeiten zwischen den Anführern der beiden Gruppen Gefechte mit mindestens drei Toten und mehreren Verletzten Zur Folge. Einwohner des Vororts 20 Kilometer östlich von Tripolis sagten der Nachrichtenagentur AFP, die Kämpfe hätten am Freitag gegen Mittag aufgehört.

Verteidigungsminister Salah Eddine al-Namrusch drohte mit „Gewaltanwendung“, sollten die beiden Seiten die Kämpfe nicht „sofort“ einstellen. In einer Erklärung am Freitagabend ordnete er die Auflösung der beiden Milizen und das Erscheinen der beiden Anführer vor dem Militärstaatsanwalt an.

Der UN-Mission zufolge kamen bei den Gefechten „schwere Waffen“ zum Einsatz, „die Schäden an Privateigentum verursachten und das Leben von Zivilisten gefährdeten“. Nähere Angaben zu Schäden und Opfern durch die Kämpfe machte die Mission nicht.

In dem nordafrikanischen Land herrschen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Gewalt und politisches Chaos. Der von der UNO anerkannten Einheitsregierung stehen die Truppen von General Chalifa Haftar gegenüber, die Gebiete im Osten und Süden des Landes kontrollieren.

Die Kämpfe in der Region um Tripolis sind die schwersten seit Haftars Versuch im vergangenen Jahr, die Hauptstadt einzunehmen. Den Streitkräften der Einheitsregierung war es damals mit Unterstützung der Türkei gelungen, die Offensive abzuwehren und die Truppen des Generals aus weiten Teilen Westlibyens zu verdrängen. (afp)

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