Die Kölner Katholiken fordern den Rücktritt von Kardinal Rainer Maria Woelki.Foto: Andreas Arnold/dpa/dpa

Kölner Kirchenbasis fordert Rücktritt von Kardinal Woelki

Epoch Times1. April 2021 Aktualisiert: 1. April 2021 10:18

Die Kölner Katholiken fordern auch nach der Entlastung durch ein Gutachten einem Zeitungsbericht zufolge vehement den Rücktritt von Kardinal Rainer Maria Woelki. In einer Videokonferenz mit ehrenamtlichen Vertretern katholischer Pfarrgemeinden sei Woelki ungewöhnlich scharf attackiert und mehrfach zum Rücktritt aufgefordert worden, berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Donnerstag (1. April) unter Berufung auf Teilnehmer.

Dem Kardinal würden fehlende Führungskompetenz und Glaubwürdigkeit vorgeworfen. Auch das am 18. März vorgelegte Missbrauchsgutachten sei ungeeignet, verloren gegangenes Vertrauen wieder herzustellen. Eine Teilnehmerin erklärte dem Bericht zufolge, Woelki sei als langjähriger Geheimsekretär seines Vorgängers, Kardinal Joachim Meisner, und Weihbischof „viel zu lange und zu tief in das ‚System Meisner‘ involviert“, um jetzt glaubwürdig für eine Systemveränderung zu stehen.

Meisner wurden in dem juristischen Gutachten die meisten Pflichtverletzungen vorgeworfen, bei Woelki sahen die Gutachter hingegen keine Vergehen. Woelki sei von den Ehrenamtlichen aufgefordert worden, analog zu Spitzenpolitikern die politische Verantwortung für Fehler und Missstände unter seiner Führung oder mit seinem Wissen zu übernehmen.

Außerdem bekundeten die Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ ihre Ermüdung und ihren Unmut über Woelki. „Ich habe einen Erzbischof erlebt, der nach Worten ringt, aus Angst, etwas Falsches zu sagen, der kraftlos wirkt, in unseren Fragen nicht nach der Seele sucht und in allgemeinen Floskeln erklärt, warum doch alles richtig gewesen ist“, sagte ein Teilnehmer dem Bericht zufolge.

Woelkis Äußerung, das Missbrauchsgutachten biete eine Basis, auf der Vertrauen wieder wachsen könne, sei in der Runde umgehend widersprochen worden. Dabei sei auch auf die hohen Kirchenaustrittszahlen verwiesen worden. (afp)



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