Blumen und Kerzen liegen Anfang Januar in Berlin in unmittelbarer Nähe des Breitscheidplatzes, um der Opfer des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt zu gedenken.Foto: Rainer Jensen/dpa

Neue Hinweise zu Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt: Doch mehrere Personen beteiligt

Epoch Times12. April 2019 Aktualisiert: 12. April 2019 7:46
Ein Wachmann erklärt, dass er drei Personen in der Fahrerkabine des Lkw gesehen, der von Amri gesteuert wurde. Damit ergeben sich weitere Zweifel an der Einzeltäter-These.

Aus bislang unbekannten Ermittlungsunterlagen des Bundeskriminalamtes (BKA) ergeben sich weitere Zweifel daran, dass der Attentäter vom Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Jahr 2016, Anis Amri, allein gehandelt hat.

Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Focus“ und beruft sich auf Dokumente des BKA sowie die Stellungnahme der Anwältin einer unmittelbaren Zeugin des Anschlags.

Wie aus den Unterlagen hervorgeht, sagte demnach der Wachmann eines Einkaufszentrums nach dem Anschlag aus, er habe drei Personen in der Fahrerkabine des Lkw gesehen, der von Amri gesteuert wurde.

Zwei Wochen nach Bilal Ben A.s Abschiebung hielt der Ermittlungsrichter am BGH am 16. Februar 2017 in einem vierseitigen Beschluss fest:

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand besteht der Verdacht, dass (…) der Beschuldigte Bilal Ben A. und weitere Personen (…) an der Planung der Tat beteiligt waren.“

Verkäuferin sah drei Personen

Wie „Focus“ weiter schreibt, haben zwei BKA-Ermittlerinnen außerdem zwei Monate nach dem Attentat die Zeugin Kerstin S. vernommen. Die 39-Jährige arbeitete als Verkäuferin an einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt, der von dem Lkw gerammt wurde. Sie hat demnach in der Befragung erklärt, dass sich Amri direkt nach dem Anschlag vor ihrem Stand mit zwei weiteren Männern unterhalten hatte.

Die Anwältin von Kerstin S. sagte dem „Focus“, dass in der Befragung „auch seitens der Polizei davon ausgegangen wurde, dass es sich um mehrere Personen und nicht nur um einen Einzeltäter gehandelt hatte.“ Eine Ermittlerin habe ihrer Mandantin erklärt, sie sei nicht die einzige, die mehrere Personen gesehen habe.

Es gebe dafür „viele Zeugen“. Wie „Focus“ weiter schreibt, gibt es auch Widersprüche zwischen den Äußerungen von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und einem Beschluss des Ermittlungsrichters am Bundesgerichtshof (BGH) in Bezug auf die Abschiebung des Amri-Vertrauten Bilal Ben A.

Seehofer hatte Ende Februar die Abschiebung des tunesischen Asylbewerbers nur sechs Wochen nach dem Anschlag damit begründet, dass zwei Verhöre Bilal A.s keine Ansatzpunkte zur Aufklärung des Anschlags geliefert hätten. Bilal Ben A. war am 1. Februar 2017 abgeschoben worden. Die Aussage des Innenministers stimmt nach Angaben von „Focus“ jedoch nicht mit den Erkenntnissen des BGH überein. (dts)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion