Symbolbild.Foto: istockphoto/innovatedcaptures

Spezialeinheiten verhaften PKK-Chef von Baden-Württemberg – Sozialistische „Mafia“ entführte Partei-Aussteiger

Epoch Times28. Juni 2018 Aktualisiert: 28. Juni 2018 14:38
Spezialkräfte der Polizei verhafteten vor einigen Tagen einen führenden Kader der sozialistischen PKK in Göppingen und drei seiner Helfer. Sie hatten im April 2018 ein ehemaliges Führungsmitglied der PKK in Deutschland, einen Aussteiger, entführt, verhört, beraubt und mit dem Tod bedroht.

In Gelsenkirchen wurde auf Antrag der Bundesanwaltschaft und dem folgenden Haftbefehl des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs der türkische Staatsangehörige Veysel S. (36) durch Beamte der Polizei NRW und des LKA Baden-Württemberg festgenommen. Er sei dringend der Mitgliedschaft in der „ausländischen terroristischen Vereinigung ‚Arbeiterpartei Kurdistans (PKK)'“ verdächtig, hieß es in einer Behördenmeldung vom 22. Juni.

Darüber hinaus besteht gegen ihn der dringende Tatverdacht des erpresserischen Menschenraubes (§ 239a StGB), der Freiheitsberaubung (§ 239 StGB), des schweren Raubes (§ 249 Abs. 1 i.V.m. § 250 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe b StGB), der gefährlichen Körperverletzung (§ 223 Abs. 1, § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB) sowie der versuchten Nötigung (§§ 240, 22, 23 StGB).“

(Generalbundesanwaltschaft)

Veysel S. habe als hauptamtlicher Kader der PKK von August 2014 bis Juni 2015 das „PKK-Gebiet Hamburg“ geleitet. Anschließend habe er die Leitung des „Gebiets Berlin“ übernommen, ab Juli 2017 die Leitung des „PKK-Gebiets Stuttgart“ sowie der gebietsübergreifenden „Region Baden-Württemberg“.

Der Beschuldigte befasste sich mit den typischen Aufgaben eines Gebiets- sowie Regionsverantwortlichen und koordinierte die organisatorischen und propagandistischen Angelegenheiten seines jeweiligen Zuständigkeitsbereichs.“

(Frauke Köhler, Sprecherin des GBA)

Weitere PKK-Helfer verhaftet

Zusammen mit Veysel S. wurden am 21. Juni auch dessen Gehilfen, der niederländische Staatsangehörige Agit K. (25) und der türkische Staatsangehörige Cihan A. (36) im Landkreis Göppingen durch Spezialkräfte des Polizeipräsidiums Einsatz der baden-württembergischen Polizei verhaftet. Ein weiterer Gehilfe, der 34-jährige türkische Staatsangehörige Evrim A., wurde im Landkreis Böblingen durch Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg festgenommen.

Gegen die Beschuldigten Agit K., Cihan A. und Evrim A. besteht der dringende Tatverdacht der Unterstützung der ausländischen terroristischen Vereinigung „PKK“ (§ 129b Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 129a Abs. 1, Abs. 5 StGB), der Freiheitsberaubung (§ 239 StGB), der gefährlichen Körperverletzung (§ 223 Abs. 1, § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB) sowie der versuchten Nötigung (§§ 240, 22, 23 StGB).“

(Frauke Köhler, Staatsanwältin)

Aussteiger entführt

Den vier PKK-Mitgliedern wird vorgeworfen, ein ehemaliges Mitglied der sozialistischen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) entführt und unter Todesdrohungen zur Weiterarbeit für die Organisation zu zwingen.

„Dieses Mitglied hatte der Vereinigung den Rücken gekehrt und war zuletzt Leiter eines im Regierungsbezirk Karlsruhe gelegenen ‚PKK-Raumes'“, so die Sprecherin des Generalbundesanwalts.

Der Beschuldigte 34-jährige Türke Evrim A. hatte den Aussteiger am 12. April 2018 unter einem Vorwand zu einem abgelegenen Ort in der Nähe von Stuttgart gelockt, wo bereits seine Kumpane Cihan A. (36) und Agit K. (25) mit zwei weiteren Personen warteten.

Sie forderten den Mann auf, in ein Auto einzusteigen. Als dieser das ablehnte, zerrten sie ihm mit Gewalt in das Fahrzeug und schlugen zahlreich auf ihn ein.

„Befragung“ und Maskierte mit Pistolen

Evrim A. blieb am Tatort und die anderen Männer brachten den Aussteiger in die Gaststätte von Cihan A. im Landkreis Göppingen. Dort wartete Veysel S., der PKK-Chef von Baden-Württemberg, mit drei maskierten und mit Pistolen bewaffneten Männern.

Es folgte eine vierstündige Befragung, u.a. um herauszufinden, warum der Mann sich von der PKK abgewandt und ob er mit der Polizei zusammengearbeitet habe. Veysel S. forderte ihn auch auf, gewisse Unterlagen über Spenden an die PKK herauszugeben. Dabei schlugen die maskierten Männer den Aussteiger und Veysel S. drohte dem Mann mit dem Tod, falls er zukünftig nicht mit der PKK zusammenarbeiten oder zur Polizei gehen sollte.

Dann durchsuchte einer der Maskierten die Taschen des Mannes und nahm ihm sein Bargeld in Höhe mehrerer Hundert Euro ab. Kneipenchef Agit K. und ein weiterer Mann brachten den Aussteiger dann zu einem Ort im Landkreis Esslingen und setzten ihn ab. (sm)

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