Johnson zu Messerangriff in Reading: „Meine Regierung wird aus diesem und ähnlichen Fällen lernen“

Epoch Times22. Juni 2020 Aktualisiert: 22. Juni 2020 4:37
Nach dem dreifachen Messermord in Reading nahe London hat die britische Anti-Terror-Polizei die Ermittlungen übernommen. Premierminister Boris Johnson zeigte sich "erschüttert und angeekelt" über den Angriff.

Nach dem tödlichen Messerangriff in Reading nahe London äußerte Premierminister Boris Johnson er sei „erschüttert und angeekelt“ von dem Angriff. Johnson sagte, seine Regierung werde aus diesem und anderen ähnlichen Fällen lernen „und nicht zögern, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen“.

Zuvor hat die britische Anti-Terror-Polizei die Ermittlungen übernommen. Der Chef der Anti-Terror-Polizei, Neil Basu, sagte am Sonntag, der Angriff in der südenglischen Stadt sei offiziell als „Terrorakt“ eingestuft worden.

Drei Tote – drei Schwerverletzte

Am Samstagabend hatte ein Mann in einem Park in Reading drei Menschen erstochen und drei weitere Menschen schwer verletzt. Der Angreifer wurde festgenommen.

„Ich kann heute Morgen offiziell bestätigen, dass der Vorfall als Terrorakt eingestuft wurde“, sagte Polizeichef Basu. Obwohl das Motiv des Angreifers noch völlig unklar sei, habe die Anti-Terror-Polizei die Leitung der Ermittlungen übernommen.

Britischen Medienberichten zufolge soll es sich bei dem festgenommenen 25-Jährigen um einen Libyer handeln, dem in Großbritannien Asyl gewährt wurde. Dazu machte die Polizei am Sonntag keine Angaben. Sie erklärte lediglich, bei dem Verdächtigen handele es sich um einen Einwohner der Stadt.

Zeugen: Täter soll Unverständliches gerufen und dann wahllos auf Opfer eingestochen haben

Augenzeugen sagten der britischen Nachrichtenagentur PA, ein einzelner Mann sei gegen 19.00 Uhr Ortszeit (20.00 Uhr MESZ) durch den belebten Park Forbury Gardens gelaufen, wo zahlreiche Menschen auf dem Rasen saßen. Er habe etwas Unverständliches gerufen und dann wahllos auf seine Opfer eingestochen.

In einem Video war zu sehen, wie Anti-Terror-Einheiten kurz nach dem Angriff eine kontrollierte Sprengung am Wohnsitz des mutmaßlichen Attentäters vornahmen.

Der Vorfall in der 220.000-Einwohner-Stadt westlich von London ereignete sich kurz nach einer Kundgebung der Black-Lives-Matter-Bewegung in dem Park. Die Polizei gab jedoch an, sie sehe keinen Zusammenhang zwischen der Anti-Rassismus-Demonstration und dem Angriff. Die Organisatorin des Protests, Nieema Hassan, schrieb bei Facebook, niemand von den Demonstranten sei getroffen worden. „Wir waren alle schon weg, als das passierte.“

Großbritannien in den vergangenen Jahren mehrfach von islamistischen Anschlägen erschüttert

Innenministerin Priti Patel nannte den Vorfall „einen sinnlosen Angriff auf Menschen, die einen Samstagabend mit Freunden genießen“. Oppositionsführer Keir Starmer sagte, die Briten seien „in ihrer Trauer vereint“. „Jetzt ist nicht die Zeit für Parteipolitik“, sagte der Chef der Labour-Partei.

Großbritannien war in den vergangenen Jahren mehrfach von islamistischen Anschlägen erschüttert worden. Anfang Februar verletzte ein polizeibekannter Islamist drei Passanten in London mit einer Stichwaffe, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Ende November erstach ein vorzeitig aus der Haft entlassener Islamist auf der London Bridge zwei Menschen und verletzte mehrere weitere, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte beide Angriffe für sich.

Angriffe in Großbritannien werden zumeist mit Stichwaffen verübt

Johnson hatte nach seinem Wahlsieg im Dezember versprochen, die Strafen für terroristische Angriffe zu erhöhen. Aufgrund der strengen Waffengesetze in Großbritannien werden die meisten Angriffe mit Stichwaffen verübt.

Am Sonntagmorgen tagte in London das Sicherheitskabinett. Johnson hatte die Tat noch in der Nacht verurteilt und den Betroffenen sein Beileid ausgesprochen: „Meine Gedanken sind bei allen, die von dem schrecklichen Vorfall in Reading betroffen sind, und mein Dank gilt den Rettungsdiensten vor Ort“, schrieb er im Onlinedienst Twitter. (afp)

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