Chinas Maskensammler plünderten Tschechien – Prag rief zu landesweiter Home-Made-Produktion auf

Von und 2. April 2020 Aktualisiert: 9. April 2020 11:47
Tschechien appelliert an alle Länder, der Ausbreitung von Covid-19 mit Gesichtsmasken entgegenzutreten - zum eigenen und zum Schutz anderer. In einer beispiellosen Aktion nähen Menschen im ganzen Land selbstgemachte Masken kostenlos für andere. Noch vor Wochen sammelte ein chinesischer Geschäftsmann mit Regime-Kontakten Hunderttausende OP-Masken in Tschechien ein, um sie nach China zu schicken.

Am 16. März führte die tschechische Polizei eine Razzia in einem Lagerhaus eines Privatunternehmens in der Stadt Lovosice, im Nordwesten des Landes, durch. Dabei stellten die Beamten 680.000 Atemschutzmasken und 28.000 Beatmungsgeräte sicher und beschlagnahmten diese. Etwa 100.000 der Gesichtsmasken waren als Hilfsgüter des Chinesischen Roten Kreuzes für Italien deklariert.

Die tschechischen Behörden teilten nach Angaben der italienischen Botschaft mit, dass die in dem Lagerhaus gefundenen Medizinartikel gestohlen worden waren, berichtete „Hospodářské noviny“. Tschechiens Außenminister  Tomáš Petříček sagte gegenüber der tschechischen Online-Zeitung „Aktuálně“, dass die Polizeirazzia gegen eine organisierte Gruppe gerichtet war.

Die Geschäfte des Herrn Zhou

Ursprünglich wurden die medizinischen Artikel von dem tschechisch-chinesischen Geschäftsmann Zhou Lingjian importiert. Wie „Aktuálně“ am 26. März berichtete, erklärte Herr Yu, ein Mitarbeiter von Herr Zhou, dass die Masken ursprünglich per Direktflug von China nach Italien geschickt werden sollten. Der Flug soll aber gestrichen worden sein, worauf man die Ware mit dem Auto von Prag nach Italien bringen wollte. Wegen der Grenzschließung soll der Plan dann verworfen worden sein.

Diese Aussage trifft jedoch auf Skepsis, da der Lkw- und Lieferverkehr über die tschechische Grenze weiterhin möglich war. Zudem wurden etwa zur gleichen Zeit Masken und Atemgeräte aus China direkt per Luftweg nach Italien geliefert, wie „n-tv“ am 13. März berichtete.

Herr Zhou verkaufte einen Teil der Masken zum üblichen Preis an einen tschechischen Wiederverkäufer, wie es hieß. Denn Herr Zhou wollte nicht direkt mit der tschechischen Regierung verhandeln. Der Wiederverkäufer wand sich an die Regierung und versuchte die Lieferung zum doppelten Preis zu verkaufen.

Chinas Masken-Strategie auch in Tschechien

Herr Zhou ist aber nicht nur im aktuellen Maskengeschäft tätig. Er betreibt auch das einflussreiche Medienunternehmen „Prague Chinese Times“, das zweisprachig – tschechisch und chinesisch – veröffentlicht. Zhou gilt als prominente Figur, wenn es um die Einflussnahme des chinesischen Regimes in Tschechien geht, erläutert „Aktuálně“.

Zudem leitet Herr Zhou den größten überseeischen chinesischen Verband des Landes, die „Czech Qingtian Hometown Association“. Dieser wiederum ist Mitglied der „Czech Association for the Promotion of the Peaceful Unification of China“ (Tschechische Vereinigung zur Förderung der friedlichen Vereinigung Chinas), einer Gruppe, die als Frontorganisation der Kommunistischen Partei Chinas fungiert, dem „United Front Work Department“. Diese ist für Operationen des Regimes im Ausland zuständig.

Und diese Frontorganisation der Kommunistischen Partei tat am 14. Februar in einem Aufruf auch ihren Teil dazu bei, die Direktive der Regimeführung umzusetzen, den ausländischen Markt regelrecht leerzufegen:

Kauft weiter ein und sendet es [medizinisches Material] zurück nach China, tut euer Bestes, um so viel wie möglich zu erwerben.“

Die patriotischen Auslandschinesen sahen darin vielleicht einen Hilfsakt für ihr von der Seuche heimgesuchtes Heimatland. Jedoch hatten die eigentlichen Seuchenverursacher in China ihre ganz eigenen Zwecke damit. Wie sich bald schon herausstellte, versuchte Peking seine geopolitischen Ziele damit durchzusetzen und unter anderem den 5G-Huawei-Deal den europäischen Staaten aufzuzwingen.

Masken-Mangel: Prag ruft landesweit zur Home-Made-Produktion auf

Im Februar bereits war Herr Zhous lokaler chinesischer Verband mit einer Sammelaktion unterwegs, um medizinische Hilfsgüter für China zu besorgen. Zhou sammelte dabei 780.000 Operationsmasken und mehr als 30.000 Einweg-Operationsmäntel und N95-Atemschutzmasken. Die medizinischen Artikel sollten dann über die chinesische Logistikfirma Cainiao, eine Tochtergesellschaft des E-Commerce-Giganten Alibaba, nach China geschickt werden. Dies berichtete die staatliche chinesische Nachrichtenwebseite „China Internet Information Center“ am 17. Februar.

Wenige Wochen nach der Sammelaktion von Herr Zhou startete Tschechien, ein Land, dass vom Gesundheitsstandard nicht so üppig aufgestellt ist wie Deutschland, eine nationale Aktion zur Herstellung und Verteilung selbstgemachter Masken, da die Regierung das Tragen von Gesichtsmasken zur Pflicht für alle Bürger erhob, um die Verbreitung der Seuche einzudämmen, berichtet „The Guardian“.

In dem aktuellen Video „Ich schütze dich, du schützt mich“ aus Tschechien zur landesweiten Maskenpflicht ist davon die Rede, dass Tausende von Menschen begonnen haben, Gesichtsmasken zu nähen, in Firmen, in Altenheimen, in Theatern. Leitende Wissenschaftler kommen zu Wort und auch der tschechische Gesundheitsminister Adam Vojtech, der „allen Ministerkollegen und Regierungen“ das Tragen von Masken empfiehlt und dies für die Bevölkerung umzusetzen.

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Heute sehen wir, dass dies eine der wichtigsten Entscheidungen war, die wir getroffen haben. Wenn es hier geholfen hat, kann es überall helfen.“

(Adam Vojtech, Gesundheitsminister, Tschechien)

Filip Jirouš, Forscher bei dem in Tschechien ansässigen China-fokussierten Think-Tank „Sinopsis“, geht davon aus, dass die auch in dem Lagerhaus Teile der Masken-Sammlungen von Herrn Zhou gelandet waren, wo die Polizei sie beschlagnahmte.

Chinas Heils-Propaganda

Diese für das Pekinger Regime unangenehmen Enthüllungen kamen gerade jetzt ans Licht, wo die Kommunistische Partei Chinas große Anstrengungen unternimmt, sich der Welt als humanitärer Führer in der von ihr selbst verursachten Pandemie zu präsentieren. In seiner Propaganda stellte das Regime einen Teil der Tests der eigenen Bevölkerung gegenüber gar als „Spende“ dar, obwohl sie diese verkauft hatten.

Dafür wurde eine Propaganda-Kampagne ersonnen, die hauptsächlich dazu dienen soll, von den schwerwiegenden Fehlern beim Ausbruch des KPCh-Virus in Wuhan abzulenken [Anmerkung der Red.: Die Epoch Times bezeichnet das neuartige Coronavirus, das die Krankheit COVID-19 verursacht, auch als KPCh-Virus, weil die Vertuschung und das Missmanagement der Kommunistischen Partei Chinas es dem Virus ermöglichten, sich in ganz China auszubreiten und eine globale Pandemie zu verursachen. Mehr dazu: Leitartikel: Dem Virus den richtigen Namen geben].

Teil dieser Kampagne ist auch die Entsendung von medizinischen Experten durch das Regime sowie medizinische Lieferungen in die von der Wuhan-Lungenseuche schwer betroffenen Länder, zum Beispiel in Europa.

Mittlerweile gerieten China und Tschechien wegen der beschlagnahmten Masken für Italien in der vergangenen Woche in einen diplomatischen Streit. Auch in Italiens Medien war die Aufregung groß. Tschechien schickte deshalb als „Entschädigung“ 110.000 Masken nach Italien.

Erst kürzlich wurde bekannt, dass die niederländische Regierung 600.000 in China gekaufte Gesichtsmasken von der Verteilung unter den Gesundheitsdienstleistern zurückgerufen hatte, weil diese die grundlegenden Sicherheitsstandards nicht erfüllten. Ähnlich gravierende Erfahrungen machte man mit den „SARS-CoV-2“-Tests aus China. Spanien, Italien, Tschechien und die Türkei hatten große Bestellungen aufgegeben und mussten bald schon feststellen, dass diese unbrauchbar waren.

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