Eine Frau mit einer Schutzmaske.Foto: Getty Images | Jeenah Moon

Niederlande: Importierte Corona-Masken aus China taugen nichts – Kritik an „Maskendiplomatie“

Epoch Times31. März 2020 Aktualisiert: 3. April 2020 9:36
Angesichts Chinas neuer Politik der „Maskendiplomatie“ werden kritische Stimmen innerhalb der EU immer lauter. Viele Produkte „Made in China“ taugen nichts – wie auch die gelieferten Gesichtsmasken in den Niederlanden. Chinas Außenministerium sagt wiederum, auch sie hätten „ungeeignetes“ Material von anderen Ländern zu Beginn der Krise bekommen.

Das niederländische Gesundheitsministerium sagte am Wochenende, dass es sich gezwungen sehe, 600.000 Gesichtsmasken zurückzurufen. Das Land hatte diese am 21. März aus China erhalten. Sie wurden für defekt befunden. Die Masken hätten sich nicht der Gesichtsform angepasst. Außerdem entspreche der Filtervlies nicht den Vorschriften.

Es wurde nicht einmal die erste Norm der Schutzklasse FFP1 erfüllt, bei der 80 Prozent der Partikel herausgefiltert werden müssen. FFP2- oder N95-Masken, bei der über 95 Prozent der Partikel in der Luft herausgefiltert werden, seien jedoch bestellt worden.

Die Masken wurden bei ihrer Ankunft in den Niederlanden nicht auf ihre Qualität überprüft. Laut „faz“ fiel der Qualitätsmangel erst auf, nachdem sie an ihren Bestimmungsorten, den Krankenhäusern, ankamen – und zwar sehr schnell.

Als sie in unser Krankenhaus gebracht wurden, lehnte ich diese Masken sofort ab“, sagte dem Bericht zufolge einen Arzt.

Die Auslieferung der restlichen Masken wurde gestoppt. Nach Informationen des TV-Senders „NOS“ umfasste die Lieferung aus China 1,3 Millionen Schutzmasken der Kategorie FFP2.

„Die Gesundheitsdienstleister wurden informiert und angewiesen, die Masken nicht zu verwenden“, sagte das Gesundheitsministerium in einer Erklärung. „Aufgrund der [Material-]Knappheit können wir uns in einer Situation wiederfinden, in der nur Schutzausrüstung zur Verfügung steht, die nicht den höchsten Standards entspricht. Dies ist in allen Ländern ein Problem.“

Spanien und Tschechien: „Es ist sinnlos, diese Tests zu verwenden“

Auch andere EU-Länder haben mit Chinas Produktqualität „Made in China“ zu kämpfen. So bestellte die spanische Regierung insgesamt 5,5 Millionen Schnelltests zur Identifikation des Coronavirus bei Patienten. Bereits die erste Leerung mit 640.000 Tests stellte sich jedoch als unbrauchbar heraus.

Die Tests, die von der chinesischen Firma Bioeasy mit Sitz in Shenzhen hergestellt wurden, wiesen lediglich eine Akkuratesse (Genauigkeit) von 30 Prozent auf – obwohl sie höher als 80 Prozent sein sollte. Einer der Mikrobiologen, der den chinesischen Test analysiert hat, erklärte:

Bei diesem Wert ist es sinnlos, diese Tests zu verwenden.“

Man beabsichtigte, sie vor allem für medizinisches Personal und ältere Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen einzusetzen. Solche Tests liefern im Normalfall in 10 bis 15 Minuten Testergebnisse. Spanien muss nun auf das PRC-Verfahren zurückgreifen, bei dem die Resultate erst nach vier Stunden ersichtlich sind.

Tschechien soll Nachrichtenberichten zufolge das gleiche Problem wie Spanien haben, da es ebenfalls Testkits aus China geordert hatte. So sollen bis zu 80 Prozent der 300.000 bestellten Coronavirus-Schnelltestsätze, die das Land in China bestellt hat, nicht richtig funktionieren.

Türkei lehnt chinesische Testsätze als „qualitativ unzureichend“ ab

In der Türkei hat die Regierung eine unbestimmte Anzahl von Antikörper-Testsätzen, die aus China bestellt wurden,  als „qualitativ unzureichend“ („substandard“) eingestuft. Die Verwendung der Tests bei Patienten wird abgelehnt.

Ateş Kara, ein Mitglied des wissenschaftlichen Beratungsausschusses in der Coronakrise der türkischen Regierung, sagte, dass die Fehlerquote bei den Antikörpertests zu hoch sei. Das Risiko vermeintlich negativer Testergebnisse sei unvertretbar. „Wir wollten, dass alle Tests absolut genau sind“, sagte er.

Noch ist unklar, weshalb Kara betont, dass man mit weiteren 350.000 gelieferten Schnelltestsätzen für Antikörper aus China zufrieden ist. Eine anonyme Person, die mit der Angelegenheit vertraut ist, sagte, die Tests seien direkt von privaten Unternehmen und nicht über die chinesische Regierung gekauft worden.

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Kritik der EU an Chinas „Maskendiplomatie“

Josep Borrell, Hoher Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, erklärte letzte Woche, dass die COVID-19-Krise eine „geopolitische Komponente“ besitze, „zu der auch der Kampf um Einfluss durch Verdrehung und einer ‚Politik der Großzügigkeit‘“ gehöre. „Bewaffnet mit Fakten“ müsse man jedoch „Europa gegen seine Widersacher verteidigen“.

China schicke „Ausrüstung und Ärzte nach Europa“ und „propagiere aggressiv die Botschaft, dass es im Gegensatz zu den USA ein verantwortungsvoller und zuverlässiger Partner sei“, sagte er.

Der chinesische Botschafter in den Niederlanden, Xu Hong, wies den erhobenen Vorwurf der „Maskendiplomatie“ mit dem Ziel, sich zusätzlichen Einfluss in Europa zu sichern, zurück. China unterstütze die Niederlande allein mit dem Ziel, Menschenleben zu retten. „Es gibt da keine ‚geopolitischen Erwägungen‘, wie manche behaupten“, sagte er.

Politischer Streit um Produktqualität

Bezogen auf die Produktqualität der Hilfsmaterialien aus China äußerte sich das Außenministerium in Peking am Montag. Man gab zu Protokoll, dass auch China teils „ungeeignetes“ Material von anderen Ländern zu Beginn der Krise bekommen hätte. „Damals entschieden wir uns dazu, an den guten Willen anderer Länder zu glauben und diesen guten Willen zu respektieren.“

Das chinesische staatliche Medium „Global Times“ warnte indes Europa und dessen Medien: Falls aus den Qualitätsstreitigkeiten eine große Sache gemacht werde, „könnte das leicht wie eine gezielte Provokation der chinesischen Öffentlichkeit gesehen werden“.

Ministerpräsident Li Keqiang hatte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 18. März weitere Hilfsgüter zugesagt. Zwei Millionen FFP1-Masken, 200.000 N95-Masken und 50.000 Virentests würden geliefert werden. Italien soll diese Schutzausrüstung erhalten. (rm)