Advent, Advent – das Häuslein brennt

Epoch Times4. December 2018 Aktualisiert: 4. Dezember 2018 18:31
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt - und aus Unachtsamkeit manchmal das ganze Haus: Rund zehntausend zusätzliche Brände gibt es in Deutschland in jedem Jahr in der Adventszeit, daran änderten bisher auch LED-Kerzen und Aufklärungskampagnen nichts. Hier einige Tipps.

Mit Achtsamkeit und moderner Technik ist es durchaus möglich, sicher zu feiern, ohne an Gemütlichkeit einzubüßen. Wer dennoch nicht auf echte Kerzen verzichten möchte, sollte aber besondere Vorsicht walten lassen.

Vergessene Kerzen sind eine der häufigsten Ursachen für Brände. Der einfachste Schutz ist der Umstieg auf LED-Lichter, die oft kaum vom echten Kerzenlicht zu unterscheiden sind. Es gibt mittlerweile auch Echtwachskerzen mit LED-Licht – sogar in abgestuften Höhen etwa für den Adventskranz. Elektrische Kerzen sollten aber ein Prüfsiegel tragen, das der VDE-Norm entspricht.

Kerzen und Kinder niemals unbeaufsichtigt lassen!

Wem die technische Variante dennoch zu unromantisch ist, sollte auf jeden Fall auf feste Kerzenhalter auf dem Adventskranz oder am Weihnachtsbaum achten. Außerdem dürfen die Kerzen nicht unbeaufsichtigt bleiben – auch nicht beim kurzen Verlassen des Raums.

Kleine Kinder sollten nicht mit brennenden Kerzen allein gelassen werden. Mit dem Feuer zu spielen und zu zündeln ist ebenso eine Gefahr wie das versehentliche Umstoßen. Auch sollten Feuerzeuge und Streichhölzer für Kinder unerreichbar sein. Ebenso wie Kinder sollten wegen der Unfallgefahr auch keine Haustiere wie Hunde allein in einem Raum mit Kerzenlicht sein.

Kerzen sollten nicht an Orten mit starker Zugluft stehen. Außerdem sollten sie nicht in der Nähe von leicht brennbaren Gegenständen wie Vorhängen oder Geschenkpapier aufgestellt werden.

Ein echter Baum mit echten Kerzen?

Wegen der Vielzahl an Kerzen und den im Laufe der Weihnachtszeit immer trockener werdenden Zweigen sind Weihnachtsbäume mit echten Kerzen ein Risiko. Wer dennoch nicht darauf verzichten möchte, sollte die Kerzen immer von oben nach unten anzünden. Gelöscht werden sollten sie dann nach Empfehlung der Versicherungswirtschaft von unten nach oben.

Der Weihnachtsbaum sollte möglichst im Wasser stehen, denn eine trockene Tanne im Wohnzimmer ist leichter entflammbar. Zudem gehören ein Eimer mit Löschwasser oder ein Handfeuerlöscher in die Nähe.

Was tun, wenn es doch brennt?

Rauchwarnmelder warnen durch ihr Piepen, wenn es unbemerkt zu brennen anfängt. Wer löschen will, sollte dies nur selbst tun, wenn dabei eine Eigengefährdung ausgeschlossen ist. Ansonsten lautet die Empfehlung, die Tür zum Brandraum zu schließen, die Wohnung zu verlassen und unter der 112 die Feuerwehr zu rufen.

Die Hausratversicherung ersetzt Schäden, die etwa durch Feuer oder Löschwasser an der Einrichtung entstehen. Auch verbrannte Weihnachtsgeschenke fallen unter den Versicherungsschutz. Schäden am Gebäude ersetzt die Wohngebäudeversicherung. Die Schäden müssen schnellstmöglich gemeldet werden.

Bei von Gästen verursachten Bränden ist an sich die Privathaftpflichtversicherung zuständig. Knifflig wird es aber etwa beim kleinen Enkelkind, das die Wohnung der Großeltern durch eine umgestoßene Kerze ruiniert. Laut Gesetz sind Kinder bis zum siebten Lebensjahr deliktunfähig. Die Familienhaftpflichtversicherung würde nur einspringen, wenn den Eltern eine Verletzung der Aufsichtspflicht nachgewiesen werden kann, warnt der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft.

Im vergangenen Jahr entstand nach Angaben der Versicherer pro Wohnungsbrand ein Schaden von durchschnittlich 3200 Euro. Damit verursachten Adventsbrände Schäden von insgesamt 32 Millionen Euro. (afp/ts)

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