Mediziner beschließen Organ-Transplantationen von Hingerichteten zu verbieten

Von 17. August 2006 Aktualisiert: 17. August 2006 19:50

Die Internationale Gesellschaft für Transplantation TTS hat erstmalig beschlossen, eine Richtlinie umzusetzen, die besagt, dass kein einziges ihrer Mitglieder sein Fachwissen für Organtransplantationen von hingerichteten Häftlingen verwenden darf. Die Richtlinie wurde kurz nach dem Welt-Transplantations-Kongress vom 22. bis 27. Juli dieses Jahres in den USA bekannt gegeben.

Dr. Francis Delmonico, Professor für Chirurgie an der Harvard Medical School und zuständig für die medizinischen Belange der TTS, erklärte, dass die Umsetzung dieser neuen Richtlinie wegen des aktuellen kanadischen Untersuchungsberichtes notwendig geworden sei. In diesem Bericht kommen David Kilgour, ehemaliger Abgeordneter des kanadischen Parlaments und Staatssekretär für Asien, sowie der renommierte Menschenrechtsanwalt David Matas zu dem Schluss, dass Tausende der in China verfolgten Anhänger der Meditationsbewegung Falun Gong wegen Entnahme ihrer Organe getötet wurden. Nach Prüfung von Beweis und Gegenbeweis in 18 Punkten für oder gegen Organraub kämen die Autoren der Studie zu dem Schluss, es „haben die an Falun Gong-Praktizierenden ohne deren Einwilligung praktizierten Organentnahmen in großem Rahmen stattgefunden und diese Organentnahmen gehen bis zum heutigen Tag weiter.“

„Die Internationale Gesellschaft für Transplantation ist gegen die Verwendung von Organen hingerichteter Häftlinge.“ sagte Dr. Delmonico: „Die Haltung der Internationalen Gesellschaft für Transplantation ist nicht neu, aber aufgrund der Entwicklung, die durch Kilgour, Matas und andere in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses rückte, ist es wichtig, unsere derzeitige Position nochmals zu bekräftigen.“

Dr. Delmonico erklärte, dass diese Richtlinie in Übereinstimmung mit den Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO stehe. Alle Bewerber für die Mitgliedschaft bei der TTS müssten diese Richtlinie des Ethik-Komitees akzeptieren und eine entsprechende Erklärung unterschreiben, so Delmonico.

Dr. Richard Allen, Professor für Chirurgie an der Universität in Sydney, sagte, dass sich die TTS in Verbindung mit der WHO an die Kommission für Menschenrechte der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Vorwürfe wenden könne. Während die Transplantationsgemeinschaft geschlossen hinter dieser Richtlinie stehe, gäbe es Diskussionen, wie man sich bei der Ausbildung und dem akademischen Austausch gegenüber chinesischen Transplantationsspezialisten verhalten solle, so Allen. Manche seien der Ansicht, durch die Beendigung des Austausches mit den chinesischen Transplantationsspezialisten auch die Möglichkeit zu verlieren, den Chinesen die signifikanten Vorteile gerade für den Organempfänger darzustellen, die diese durch die Verwendung der Organe von Spendern mit diagnostiziertem Gehirntod hätten. Wiederum andere vertreten die Ansicht, dass es chinesischen Transplantationsspezialisten verwehrt sein solle, aus dem akademischen und medizinischen Austausch Nutzen zu ziehen, so lange die chinesischen Praktiken nicht offen, ethisch und transparent sind.

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