Der Al-Kaida-Terrorist Djamel Beghal wurde nach 17 Jahren Haft aus dem Gefängnis in Frankreich entlassen und nach Algerien abgeschoben.Foto: SEBASTIEN SALOM GOMIS/AFP/Getty Images & Screenshot Youtube

Nach 17 Jahren Haft: „Mentor“ der Paris-Attentäter freigelassen – Ehemalige Al-Kaida-Größe nach Algerien abgeschoben

Epoch Times16. Juli 2018 Aktualisiert: 16. Juli 2018 15:16
Nordafrika hat ihn wieder: Nach langjähriger Haft wurde der bekannte Islamist Djamel Beghal jetzt in Frankreich freigelassen. Da ihm für seine Taten die französische Staatsbürgerschaft aberkannt wurde, wurde der 52-Jährige umgehend in sein Heimatland Algerien abgeschoben.

Er gilt als „Mentor“ von Cherif Kouachi und Amedy Coulibaly, zwei der Paris-Attentäter vom Januar 2015 – nun ist der bekannte Islamist Djamel Beghal nach 17-jähriger Haft in Frankreich freigelassen und sofort abgeschoben worden.

Der Algerier verließ das nordfranzösische Gefängnis Vezin-le-Coquet bei Rennes am frühen Morgen des 16. Juli 2018 und wurde von Paris aus in sein Heimatland Algerien ausgeflogen, wie es von mit dem Fall vertrauten Quellen hieß. Vor zwölf Jahren war ihm die französische Staatsbürgerschaft aberkannt worden.

Um seine Abschiebung nach Algerien hatte der Terrorist selbst gebeten. Seine Staatsbürgerschaft wurde nach diplomatischen Verhandlungen von dem nordafrikanischen Land bestätigt und anerkannt, berichtet „LeMonde“.

Stratege im Hintergrund?

Djamel Beghal stand vor den Anschlägen auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ und einen jüdischen Supermarkt im Januar 2015 lange in Kontakt mit zwei der Attentäter.

Eine direkte Beteiligung an den Anschlägen mit insgesamt 17 Toten konnte dem heute 52-Jährigen jedoch nicht nachgewiesen werden. Er selbst leugnete jede Beteiligung.

Anschlags- und Ausbruchsplaner

Im Jahr 2005 war Djamel Beghal, damaliger Chef einer europäischen Al-Kaida-Gruppe, wegen der Planung eines Anschlags in Paris zu zehn Jahren Gefängnis wegen krimineller terroristischer Verschwörung verurteilt worden. Er soll für das Jahr 2002 einen Anschlag auf die US-Botschaft und ein amerikanisches Kulturzentrum in Paris geplant haben.

Seine aktuelle Haftstrafe verbüßte der Algerier, der 1987 als 21-Jähriger zum Studieren nach Frankreich kam, weil er für den zu lebenslang verurteilten Top-Terroristen Smaïn Aït Ali Belkacem mit anderen zusammen einen Ausbruch aus einem französischen Gefängnis geplant hatte. (afp/sm)

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