FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.Foto: ARBARA GINDL/AFP/Getty Images

„Ratten-Gedicht“ der FPÖ Braunau erzürnt die politischen Gemüter in Österreich

Epoch Times23. April 2019 Aktualisiert: 23. April 2019 16:30
Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz bezeichnet das Gedicht als "widerlich". Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer spricht von "zutiefst rassistischen" Zeilen. Mittlerweile hat sich der Verfasser entschuldigt.

Ein Gedicht eines FPÖ Politikers aus Braunau erregt die politischen Gemüter. Veröffentlicht wurden die Zeilen in einer lokalen Parteizeitung. SPÖ und Grüne steigen auf die Barrikaden, jedoch auch die ÖVP folgt den beiden Parteien. Anders als bei som nachem blau/braunen Kommentar geht nun auch die Partei des Bundeskanzlers Sebastian Kurz klar auf Distanz. Auch Landeshauptmann Thomas Stelzer ist entsetzt. Einige FPÖ-Politiker bezeichnen zudem das Gedicht als „unglücklich“.

Um was geht es in diesem Gedicht? Der Titel lautet „Die Stadtratte (Nagetier mit Kanalisationshintergrund)“. Hier werden Vergleiche zwischen Menschen und Ratten gezogen. Der „Kurier“ fasst zusammen: „In dem Gedicht wird über Migranten hergezogen sowie über das Bekenntnis zur eigenen Heimat und gegen die ‚Vermischung‘ von Kulturen und Sprachen gereimt.“ Der Verfasser ist der Braunauer FPÖ-Vizebürgermeister Christian Schilcher.

Bundeskanzler distanziert sich deutlich

Bundeskanzler Sebastian Kurz fordert eine unmissverständliche Distanzierung und Klarstellung durch die FPÖ in Oberösterreich. Er stehe hinter Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer, welcher „schnell und richtig“ gehandelt habe. Sebastian Kurz will hier nicht wegsehen: „Die getätigte Wortwahl ist abscheulich, menschenverachtend sowie zutiefst rassistisch und hat in Oberösterreich und im ganzen Land nichts verloren“, sagte er der APA.

Der ÖVP-Landeshauptmann Thomas Stelzer betont, dass solch ein Gedicht in einem weltoffenen Land wie Oberösterreich keinen Platz habe. „Ich erwarte mir, dass sich die FPÖ rasch und deutlich von diesem ‚Gedicht‘ distanziert“, meinte Stelzer in einer Aussendung. Die Opposition schäumt. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner erinnere das Gedicht an „einen sprachlichen Umgang mit Menschengruppen, wie er in der NS-Propaganda üblich war“. Sie fordert nun deutliche Taten von Bundeskanzler Sebastian Kurz.

„Unglückliches“ Gedicht

Braunaus FPÖ-Bezirksparteiobmann David Schießl bezeichnet das Gedicht als „unglücklich. Er betont in den „Oberösterreichischen Nachrichten“, Vizebürgermeister Schilcher trete hier wie schon oft zuvor als Stadtratte auf. Der Verfasser selbst betont in einer ersten Reaktion: „Es geht mir darum, zu zeigen, wie eine Ratte im Kanal ihre Situation mit dem Leben oberhalb des Bodens vergleicht und sie sich  über gewisse Entwicklungen wundert.“ Kurz darauf erschien am Montag eine Entschuldigung des Autors: Das Gedicht sollte provozieren, nicht beleidigen.

Christian Schilcher habe nur sagen wollen: „Wer zu uns kommt und sich an unsere Gesetze hält, kann ein Teil von uns werden, wer unsere Gesetze und Gebräuche miss- oder gar verachtet, kann das nicht.“ (cs)

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